Gezielter Raub im Jachthafen von Arrecife
Er war Teil der Besatzung eines Luxusyachts, doch endete als Dieb: Ein Mann raubte die eigene, ehemalige Arbeitsstelle aus. Der Vorfall ereignete sich auf Lanzarote, wo der Täter Gegenstände im Wert von 75.000 Euro von einer im Hafen liegenden Yacht stahl. Die spanische Nationalpolizei sucht nun nach dem 49-jährigen Briten, der nach der Tat nach Großbritannien geflohen ist.
Der nächtliche Einbruch am 8. Januar
Die Tat geschah in der Nacht zum 8. Januar. Wie aus Bildmaterial hervorgeht, an das diese Redaktion gelangt ist, betrat ein vermummter Mann den Steg H des Sporthafens Marina de Arrecife. Dort lag die betroffene Yacht vor Anker. Der Verdächtige gelangte laut Ermittlungen an Bord, indem er über eine der Schleusen kletterte. So konnte er unbemerkt in das Innere des Bootes eindringen.
Präzise Auswahl wertvoller Ausrüstung
Der Dieb handelte äußerst gezielt und wählte Objekte von hohem Wert aus. Unter den gestohlenen Gegenständen befanden sich maßgefertigte Angelruten sowie hochwertige Foil-Boards. Die genaue Kenntnis, welche wertvollen Stücke sich an Bord befanden und wo diese zu finden waren, fiel den Ermittlern von Beginn an auf.
Flucht mit gemietetem Auto und verschleierter Spur
Nach dem Raub verließ der Täter den Hafen in einem unauffälligen Pkw. Um eine Identifizierung zu verhindern, hatte er das Nummernschild mit einem externen Gerät verdeckt. Der entscheidende Hinweis ergab sich jedoch durch die Analyse von Aufnahmen Überwachungskameras und Verkehrskontrollsystemen. Außerhalb des Hafengeländes wurde der Mann dabei gefilmt, wie er die Abdeckung vom Kennzeichen entfernte, bevor er Arrecife in Richtung Costa Teguise verließ.
Diese Spur führte zur Identifizierung des Fahrzeugs: Es handelte sich um einen Mietwagen mit französischer Zulassung. Dieses Auto war am Tag vor dem Diebstahl per Fähre von Cádiz auf dem spanischen Festland nach Lanzarote gelangt. Die Ermittler stellten fest, dass der Verdächtige während seines Aufenthalts auf der Insel in keinem Hotel untergebracht war und Lanzarote am Tag nach der Tat wieder verließ.
Täter war ehemaliges Besatzungsmitglied
Nach der Identifizierung des Mannes bestätigte sich ein entscheidender Verdacht: Bei dem Gesuchten handelte es sich um ein früheres Crewmitglied der betroffenen Yacht. Dieser Umstand erklärt wahrscheinlich seine genaue Ortskenntnis des Bootes und sein Wissen um die wertvollen Gegenstände an Bord.
Internationale Fahndung und ausgesetzte Belohnung
Die Nationalpolizei hat die Ermittlungsergebnisse der zuständigen Justizbehörde vorgelegt. Derzeit wird auf die Erlassung eines internationalen Haftbefehls gewartet, da sich der Beschuldigte außerhalb Spaniens, mutmaßlich in Großbritannien, aufhält. Parallel dazu hat der Eigentümer der betroffenen Firma, ein in den USA lebender Geschäftsmann, in sozialen Medien eine Geldbelohnung für Informationen angeboten, die zur vollständigen Aufklärung des Falls beitragen. Die Ermittlungen dauern an und weitere Maßnahmen in Abstimmung mit internationalen Behörden sind nicht ausgeschlossen.

