Immobilienmarkt Kanaren: Boom setzt sich 2025 fort
Der kanarische Immobilienmarkt hat auch im Jahr 2025 seine Robustheit unter Beweis gestellt. Der Kauf und Verkauf von Wohnungen stieg erneut um 4,4% und erreichte damit den zweitbesten Wert seit der Finanzkrise. Insgesamt wechselten im vergangenen Jahr 25.888 Häuser auf dem Archipel den Besitzer. Im Durchschnitt wurden an jedem Werktag fast hundert Immobilientransaktionen abgewickelt – vier mehr als im Vorjahr. 2025 setzt damit die Erfolgsserie der Vorjahre fort und reiht sich ein in den Boom, den der Sektor nach der Pandemie erlebt. Ein Boom, der trotz kleinerer Warnsignale weder durch den Preisanstieg noch durch das knappe Angebot gebremst zu werden scheint.
Moderates Wachstum im Inselvergleich
Das Wachstum des letzten Jahres ähnelt stark dem zwischen 2023 und 2024. Zwar gab es 2023 einen Rückgang, was auf den Kaufrausch im Rekordjahr 2022 zurückzuführen ist – damals wurde mit fast 28.000 Wohnungstransaktionen der höchste Stand seit 2007 erreicht. Im gesamtspanischen Vergleich fiel der Anstieg der Verkäufe mit 11,5% deutlich höher aus. Tatsächlich gehören die Kanarischen Inseln zusammen mit Madrid und Navarra zu den Regionen mit den moderatesten prozentualen Zuwächsen. Ein Grund für das gedämpftere Wachstum auf den Inseln könnte genau der unaufhaltsame Preisanstieg sein, der viele Kaufinteressenten vom Erwerb einer Immobilie abhält. Allein 2025 stieg der Preis pro Quadratmeter um satte 12%.
Knappheit treibt die Preise
Die Gründe? Erneut die Knappheit an Objekten, die auf den Markt kommen, sowohl im Bestand als auch bei Neubauten, deren Anteil kaum der Rede wert ist. Ein Blick auf die Daten der „Statistik der Übertragungen von Eigentumsrechten“ des Nationalen Statistikinstituts (INE), veröffentlicht am Freitag, den 20. Februar, zeigt deutlich: Der Markt auf dem Archipel wird von Bestandsimmobilien dominiert. Sieben von zehn verkauften Häusern auf den Kanaren hatten bereits einen Vorbesitzer. Nur 7.572 der 25.888 Transaktionen entfielen auf Neubauten. Ebenso gering ist der Anteil erworbener Sozialwohnungen, von denen nur 840 den Besitzer wechselten.
Gesamttransaktionen und ein importiertes Phänomen
Die Statistik erlaubt auch einen Blick auf andere Eigentumsübertragungen jenseits des Wohnungskaufs. Zählt man städtische Baugrundstücke und ländliche Grundstücke hinzu, wechselten auf den Kanaren insgesamt 76.495 Eigentumstitel den Besitzer – ein Plus von 3,4% gegenüber 2024. Dass das Transaktionsvolumen nicht stärker wächst, liegt schlicht daran, dass es nicht genug Häuser für die vielen Interessenten gibt. Die Nachfrage in einer Region mit stetig wachsender Bevölkerung und immer kleineren, getrennten Haushalten steigt unaufhörlich. Die Optionen auf dem Markt sind jedoch rar und teuer. Jedes freiwerdende Objekt weckt das Interesse von mindestens zehn potenziellen Käufern. Angesichts dieser Konkurrenz werden Aufwärtsauktionen, ein vom amerikanischen Markt importiertes Modell, bei dem Interessenten überbietende Gebote abgeben, immer üblicher. Das Interesse und die Gebote variieren zwar stark je nach Lage und Zustand der Immobilie, aber gut gelegene, bezugsfertige Wohnungen sind extrem begehrt.
Alternativen: Schenkungen und Erbschaften gewinnen an Bedeutung
Daher gewinnen andere Formen der Vermögensübertragung in der Statistik allmählich an Boden. Im vergangenen Jahr nahmen sowohl Schenkungen als auch Erbschaften von Wohnimmobilien zu. Die Schenkungen – 1.362 im Jahr 2025 – haben in den letzten Jahren einen deutlichen Aufschwung erlebt. Dies liegt nicht nur am Mangel an Alternativen für junge Menschen, wodurch Familien, die über eine weitere Immobilie verfügen, diese ihren Kindern überlassen können, sondern auch an der Wiedereinführung der Steuervergünstigung für Erbschafts- und Schenkungssteuer durch die Kanarische Regierung im Jahr 2023.

