Brutaler Überfall in der Nacht
Die Lokalpolizei von Las Palmas de Gran Canaria hat in der Nacht zum Donnerstag einen jungen Mann festgenommen. Er soll einen Touristen mit einem abgerissenen Scheibenwischereisen aus Eisen und mit Faustschlägen attackiert haben, um ihn auszurauben. Der Vorfall ereignete sich gegen vier Uhr morgens in der Calle Nicolás Estévanez.
Polizei beobachtet Verfolgungsjagd
Eine Streife der Lokalpolizei war in dem Gebiet unterwegs, als sie an der Kreuzung mit der Calle Doctor Grau Bassas zwei Personen sah, die in Richtung des Paseo de Las Canteras rannten. Während des Laufs holte einer der beiden den anderen ein, und es kam am Boden zu einer Rangelei. Als die Beamten die Szene bemerkten, stiegen sie aus ihrem Fahrzeug und konnten die Beteiligten trennen.
Opfer und Täter
Es handelte sich um einen 28-jährigen Touristen aus Südafrika, der in einem Hotel im Bereich La Puntilla untergebracht war, und einen 24-jährigen, in Las Palmas de Gran Canaria geborenen Mann. Der Tourist gab gegenüber der Polizei an, er habe sich in einem Nachtlokal in der Calle Galileo aufgehalten. Dort habe ihn der andere Mann eingeladen, mit ihm in eine nahegelegene Bar noch ein Getränk zu nehmen. Als er ablehnte, habe der mutmaßliche Angreifer daraufhin einen Scheibenwischer von einem auf der Straße geparkten Auto abgerissen und ihm damit in den Nacken geschlagen.
Verlauf der Attacke
Durch den ersten Schlag sei das Opfer zu Boden gegangen. Als es versuchte, wieder aufzustehen, habe es einen Faustschlag des mutmaßlichen Angreifers gegen den Kiefer erhalten. Der Täter, der die Vorwürfe bestritt, habe versucht, ihm das Handy zu stehlen, was ihm jedoch nicht gelang. Stattdessen habe er dem Geschädigten Bargeld gestohlen – etwa 200 südafrikanische Rand, umgerechnet ungefähr 10 Euro.
Spuren am Tatort und Festnahme
Die Beamten begaben sich zu dem vom Touristen angegebenen Tatort. Dort fanden sie sowohl das beschädigte Fahrzeug als auch das zerbrochene Scheibenwischereisen, das auf dem Boden lag. Aufgrund dieser Beweislage wurde der 24-Jährige festgenommen. Das Opfer musste ins Hospital Doctor Negrín auf Gran Canaria gebracht werden und benötigte wegen einer Platzwunde eine Naht. Der mutmaßliche Täter wurde in Gewahrsam der Nationalpolizei überstellt.
Kritik an Polizeiausstattung
Die Gewerkschaft CSIF kritisierte im Zusammenhang mit der Festnahme, dass keine Streife der Speziellen Nachteinheit mit Taser-Elektroschockpistolen ausgerüstet gewesen sei. „Die Einheiten wurden weder für deren Gebrauch ausgebildet, noch mit nicht-tödlichen Werkzeugen ausgestattet“, präzisierte die Gewerkschaft. Sie argumentiert, dass „ein stumpfer Gegenstand wie der, den der Festgenommene benutzte, irreversible Schäden für die eingesetzten Beamten verursachen kann, die für derartige Einsätze nicht über angemessene Schutzmittel verfügen“.
Bereits 2022 hatte die für Sicherheit zuständige Stadträtin angekündigt, dass die Beamten der Lokalpolizei nach der Anschaffung von fünf neuen Tasern geschult werden sollten. „Die Realität ist, dass bis heute keine Streife der Bezirkseinheit ausgebildet wurde“, lautet die Kritik des Gewerkschaftsverbands.

