„Operation Marionette“: Doppeltes Spiel mit Identität und Sozialkasse
Die Nationalpolizei am Kommissariat in Puerto del Rosario auf Fuerteventura hat die sogenannte „Operation Marionette“ erfolgreich abgeschlossen. Die Ermittlungen brachten einen aufwändigen Fall von Identitätsdiebstahl, Arbeitsbetrug und unrechtmäßigem Bezug von Sozialleistungen ans Licht.
Verdacht durch aufmerksame Unternehmen
Die Ermittlungen, die zwischen dem 18. und 27. November dieses Jahres stattfanden, führten zur Festnahme eines Mannes. Dieser soll über mehrere Monate hinweg mit den Papieren eines anderen gearbeitet haben, während er parallel mit seiner echten Identität Arbeitslosengeld und Elterngeld bezog. Den Anstoß gaben, wie so oft, aufmerksame Unternehmer. Die örtliche Brigade für Ausländer und Grenzen arbeitet im Rahmen präventiver Maßnahmen zur Aufdeckung von Arbeitsmarkt-Unregelmäßigkeiten regelmäßig mit Sozialarbeitern und Unternehmen der Insel zusammen.
Der Plan fliegt auf
Erste Nachforschungen ergaben, dass der Beschuldigte einer Zeitarbeitsfirma die Dokumente eines Landsmanns vorgelegt hatte, um einen Arbeitsvertrag zu formalisieren. Die Firma bemerkte den Betrug zunächst nicht. Nach mehreren Monaten stellten Verantwortliche des Unternehmens jedoch fest, dass die Person, die zur Arbeit erschien, nicht mit der Identität in den vorgelegten Papieren übereinstimmte. Daraufhin informierten sie die Nationalpolizei und beendeten das Arbeitsverhältnis.
Zwei Identitäten, doppelter finanzieller Vorteil
Nachdem jede Verantwortung seitens des Arbeitgebers ausgeschlossen worden war, richteten die Beamten in Abstimmung mit der Firma einen Polizeieinsatz ein. Dieser führte zur vollständigen Identifizierung des mutmaßlichen Täters. Ein Abgleich seiner wahren Identität in Polizeidatenbanken ergab, dass der Beschuldigte gleichzeitig verschiedene Sozialleistungen bezog und sich so einen unrechtmäßigen finanziellen Vorteil aus der Identitätsübernahme verschaffte.
Komplize und Geldfluss
Die Ermittlungen bewiesen eindeutig die Existenz zweier unterschiedlicher Identitäten und einen direkten Schaden für die Sozialversicherung und den Staatshaushalt, da Gehalt und staatliche Hilfen unrechtmäßig kombiniert wurden. Am 25. November 2025 nahmen die Beamten den Hauptbeschuldigten fest. Die fortgesetzte Untersuchung identifizierte einen zweiten Mann als notwendigen Komplizen, der seine Dokumente angeblich gegen eine finanzielle Gegenleistung zur Verfügung gestellt hatte. Außerdem stellte sich heraus, dass die Gehälter aus der Arbeit auf ein Bankkonto des Komplizen eingezahlt wurden, die dazugehörige Karte jedoch vom Festgenommenen genutzt wurde.
Fernermittlungen und Konsequenzen
Um den rechtmäßigen Inhaber der betrügerisch genutzten Papiere zu finden, wurde die Zusammenarbeit mit dem Provinzkommissariat in Palma de Mallorca gesucht. Dessen Einschreiten ermöglichte die Lokalisierung und Vernehmung des Mannes als nicht festgenommenen Beschuldigten, was zur vollständigen Aufklärung der Tat beitrug. Nach Abschluss der Ermittlungen übermittelte die Nationalpolizei einen Bericht an die Generalverwaltung der Sozialversicherung, damit diese die in ihrem Zuständigkeitsbereich geeigneten Maßnahmen ergreifen kann.

