Beschäftigungsboom auf den Inseln
Die Tourismusbranche auf den Kanarischen Inseln startet mit einem Paukenschlag ins Jahr 2026. Wie das spanische Tourismusministerium Turespaña am heutigen Montag mitteilte, waren im ersten Quartal insgesamt 262.992 Menschen im touristischen Sektor des Archipels beschäftigt. Das entspricht einem Anstieg von 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und unterstreicht die anhaltende Bedeutung des Sektors für die Region.
Solides Lohnwachstum und Selbstständigen-Boom
Von den insgesamt 262.992 Beschäftigten sind 235.056 Arbeitnehmer in abhängiger Beschäftigung, was einem leichten Plus von 0,4 Prozent entspricht. Ein regelrechter Boom ist jedoch bei den Selbstständigen zu verzeichnen: Mit 27.935 freien und selbstständigen Unternehmern im Tourismussektor legte diese Gruppe um beachtliche 15,5 Prozent zu. Die Zahlen zeigen eine deutliche Diversifizierung der Arbeitsverhältnisse auf den Inseln.
Spanienweiter Trend bestätigt sich
Dieser positive Trend auf den Kanaren fügt sich nahtlos in die gesamtspanische Entwicklung ein. Landesweit kletterte die Zahl der Beschäftigten im Tourismus auf 2,93 Millionen – ein sattes Plus von 5,3 Prozent. Haupttreiber war der anhaltende Anstieg der unbefristeten Arbeitsverträge, während die Befristung gleichzeitig zurückging. Im ersten Quartal 2026 waren in Spanien insgesamt 146.631 Menschen mehr im Tourismus beschäftigt als im Vorjahreszeitraum. Tourismus stellt damit 13,2 Prozent aller Arbeitsplätze in der spanischen Wirtschaft. Die Arbeitslosenquote in Tourismusberufen sank auf 11,3 Prozent – ein Rückgang um 0,8 Prozentpunkte.
Wachstum auf breiter Front – mit einer Ausnahme
Fast alle touristischen Hauptbereiche legten im ersten Quartal zu. Einziger Wermutstropfen: Reisebüros mussten einen Rückgang von 15,4 Prozent hinnehmen. Das Gastgewerbe insgesamt erzielte dagegen ein kräftiges Wachstum von 4,2 Prozent, getragen von der positiven Entwicklung sowohl bei den Beherbergungsdienstleistungen (+7,9 Prozent) als auch bei der Gastronomie (+3,1 Prozent).
Unbefristete Verträge auf dem Vormarsch
Ein genauerer Blick auf die abhängig Beschäftigten zeigt: Die Zahl der Arbeitnehmer mit unbefristetem Vertrag stieg im Jahresvergleich um 8,2 Prozent. Dies ist bereits der neunzehnte Anstieg in Folge. Die Quote der befristeten Verträge fiel auf 13,7 Prozent – 1,1 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Damit liegt der Tourismus sogar unter dem gesamtwirtschaftlichen Schnitt Spaniens, der bei 14,8 Prozent liegt. Die Verfestigung der Arbeitsverhältnisse ist ein klares Signal für die Stabilität der Branche.
Vollzeit dominiert, aber Teilzeit legt zu
Bei der Arbeitszeit zeigt sich ein gemischtes Bild: 74,5 Prozent der Arbeitnehmer arbeiten in Vollzeit – ein Plus von 5,7 Prozent. Die Teilzeitbeschäftigung legte jedoch mit 10,5 Prozent noch stärker zu und macht nun 25,5 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse aus. Dies deutet auf eine zunehmende Flexibilisierung des Arbeitsmarktes hin.
Selbstständige mit Gegenwind
Der Selbstständigen-Boom auf den Kanaren ist vor dem Hintergrund des landesweiten Trends besonders bemerkenswert, denn in ganz Spanien sank die Zahl der Selbstständigen im Tourismus um 2,9 Prozent auf 446.390. Besonders betroffen waren das Gastgewerbe (-1,5 Prozent), die Personenbeförderung (-8,8 Prozent) und andere touristische Dienstleistungen (-2,3 Prozent). Die Kanaren scheinen hier eine eigene, positive Dynamik zu entwickeln.
Regionale Verteilung: Katalonien verliert, Baskenland gewinnt
Im regionalen Vergleich zeigt sich ein Nord-Süd-Gefälle. Während in 14 der 17 spanischen Autonomen Gemeinschaften die Beschäftigung im Tourismus zunahm, mussten einige Regionen Federn lassen. Das Baskenland verzeichnete mit einem Plus von 15,8 Prozent das stärkste Wachstum, gefolgt von der Valencianischen Gemeinschaft (14,5 Prozent) und Andalusien (13,9 Prozent). Auch die Kanarischen Inseln und die Balearen legten zu. Ein deutliches Minus von 7,1 Prozent gab es dagegen in Katalonien. Die Kanaren bleiben damit weiterhin ein touristischer Hotspot mit einem dynamischen Arbeitsmarkt – auch wenn andere Regionen derzeit noch stärker zulegen.

