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Teneriffa bohrt sich zur Energie-Zukunft

Aufbereitet mit Hilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage spanischsprachiger Informationen. Quelle unter dem Artikel.

Ein historischer Meilenstein unter den Pinienwäldern von Vilaflor

Auf einem ländlichen Grundstück in Trevejos, eingebettet zwischen den Pinienwäldern der Gemeinde Vilaflor de Chasna, arbeiten Spezialisten aus mehr als 20 Nationen Tag und Nacht daran, in drei Kilometern Tiefe eine geothermische Ressource zu erschließen, die groß genug ist, um sie nutzbar zu machen und in das Energieversorgungssystem Teneriffas einzuspeisen. Ingenieure, Bohrarbeiter, Geologen und Fachkräfte aus anderen Bereichen sind an einer Bohrung beteiligt, die rund um die Uhr läuft und am Freitag, dem 11. September 2026, mit der ersten Sondierung bereits eine Tiefe von 2.870 Metern erreicht hatte. Es ist das Team, dem soeben ein Meilenstein auf den Kanarischen Inseln und in ganz Spanien gelungen ist: das erste Mal, dass ein geothermisches System gefunden wurde, das sich für die energetische Nutzung eignet.

Drei Bohrungen, 28,8 Millionen Euro und ein ehrgeiziges Ziel

Die Kampagne umfasst drei Sondierungen – zwei am genannten Standort in Trevejos und eine dritte vier Kilometer östlich davon – mit Gesamtkosten von 28,8 Millionen Euro. Die Bohrungen werden vom britischen Unternehmen Marriott Drilling Group durchgeführt, das 41 Mitarbeiter nach Teneriffa entsandt hat. Hinzu kommen die Unterstützungsteams des kanarischen Unternehmens Disa und des isländischen Unternehmens Reykjavik Geothermal sowie die Forscher des Instituto Tecnológico y de Energías Renovables (ITER), das der Inselregierung von Teneriffa (Cabildo) untersteht.

Rund um die Uhr im Einsatz gegen härtestes Gestein

Trotz der historischen Entdeckung ruht die Arbeit nicht. Die Teams lösen sich Tag und Nacht unter strengen Sicherheits- und Arbeitsschutzauflagen ab. Beim Vortrieb mit der Spezialmaschinerie haben sie Materialien von extremer Widerstandsfähigkeit durchdrungen – mit einer Härte von 7 auf der Mohs-Skala, deren Höchstwert von 10 dem Diamanten entspricht. Die Arbeiten werden erst eingestellt, wenn präzise feststeht, wie groß dieses Reservoir ist und welche Fördermöglichkeiten es bietet.

Zwei Rekorde und ein Sprung ins Unbekannte

Die Bohrung von Trevejos hat gleich zwei Rekorde aufgestellt. Noch nie wurde auf den Kanarischen Inseln eine Bohrung jeglicher Art in einer solchen Tiefe durchgeführt, und zudem handelt es sich um die tiefste geothermalen Bohrung, die jemals in Spanien ausgeführt wurde. Nur Erdölexplorationen sind auf spanischem Staatsgebiet tiefer vorgedrungen. Die Kampagne stellt Teneriffa damit vor ein Terrain, das für die spanische Energieforschung nahezu unerforscht ist.

Heißes Wasser, Wärme und durchlässiges Gestein

Die ersten Ergebnisse zeigten sich, nachdem die 2.300-Meter-Marke überschritten war. Dort wurden Wärme, Wasser mit über 150 Grad und durchlässiges Gestein gefunden – die drei Komponenten, die für die Existenz eines geothermischen Systems erforderlich sind, das energetisch genutzt werden kann. Die Maschinerie bohrte weiter und hat seitdem weitere 570 Meter zurückgelegt, während die Spezialisten Daten über das Reservoir sammeln.

Was in Vilaflor geschieht, strahlt weit über die Insel hinaus

Das Geschehen in Vilaflor hat Bedeutung weit über Teneriffa und die Kanarischen Inseln hinaus. Neben den erreichten Bohrtiefen hat die Insel den Grundstein für die Geothermie in der Energiegeschichte Spaniens gelegt. Bislang wurde im Land noch nie Strom aus der Wärme großer unterirdischer Tiefen erzeugt, und kein Geothermieprojekt hatte jemals den Entwicklungsstand und die Tiefe von Trevejos erreicht. Teneriffa ist von der theoretischen Untersuchung der Existenz dieser Ressource zur praktischen Bohrung übergegangen – bis hin zum Nachweis der ersten günstigen Bedingungen, um den Versuch zu unternehmen, sie in Strom umzuwandeln.

Spanien kannte Geothermie bisher nur in kleinem Maßstab

Spanien kennt und nutzt die Geothermie seit Jahren, allerdings in einem völlig anderen Maßstab. Ihre Nutzung beschränkte sich im Wesentlichen auf Ressourcen niedriger oder sehr niedriger Temperatur für Klimatisierung, Wärmepumpen, Thermalbäder oder bestimmte landwirtschaftliche Anwendungen. Noch nie hat ein spanisches Kraftwerk Strom durch tiefe Geothermie erzeugt. Teneriffa ebnet nun diesen Weg und vollzieht den größten Fortschritt, der in Spanien bei der Überwindung dieser Grenze erzielt wurde.

Vom Fund zur Stromerzeugung ist es noch ein weiter Weg

Der Fund von Wärme, Wasser und Durchlässigkeit bedeutet jedoch noch nicht, dass ein Kraftwerk gebaut werden kann. Es müssen Temperatur, Druck und Durchfluss gemessen, das Verhalten der Fluide untersucht und geprüft werden, ob die Ressource über Jahre hinweg eine ausreichende Produktion aufrechterhalten kann. Die beiden weiteren Sondierungen werden es ermöglichen, die Daten zu vergleichen und die Ausdehnung des geothermischen Systems unter diesem Gebiet von Vilaflor besser zu erfassen. Die Arbeiten sind Teil des Projekts für Geothermie auf den Kanarischen Inseln, einer öffentlich-privaten Partnerschaft, an der die Inselregierung über das ITER gemeinsam mit Disa und Reykjavik Geothermal beteiligt ist. Ziel ist es, direkt zu überprüfen, was jahrzehntelang nur durch geologische, geophysikalische und geochemische Studien geschätzt werden konnte.

Jahrzehntelange Forschung – jetzt mit neuer Dimension

Das geothermische Potenzial des Archipels wird seit Jahrzehnten erforscht, und Teneriffa war bereits Gegenstand von Studien und Versuchsbohrungen. Was sich nun ändert, ist der Maßstab: drei tiefe Bohrlöcher, 28,8 Millionen Euro Investition allein für die Bohrungen, eine anfängliche Gesamtinvestition von über 43 Millionen Euro und direkte Daten aus fast drei Kilometern Tiefe. Auch Gran Canaria und La Palma entwickeln Forschungsprojekte, doch die Ergebnisse von Trevejos bringen Teneriffa in Führung.

Ein entscheidender Vorteil für das Stromnetz einer Insel

Sollten die weiteren Tests die Machbarkeit der Exploration bestätigen, würde die Geothermie einen besonders wichtigen Vorteil für das Inselstromnetz bieten: Sie kann rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr Strom erzeugen. Anders als Solar- und Windenergie ist sie weder von den Sonnenstunden noch von der Windintensität abhängig. Sie könnte eine stabile erneuerbare Stromversorgung liefern und die intermittierenden Quellen ergänzen. Diese Eigenschaft ist besonders relevant für eine Insel, die bei der Stromerzeugung noch immer in hohem Maße von importierten fossilen Brennstoffen abhängt. Eine eigene, steuerbare erneuerbare Energiequelle würde es ermöglichen, einen Teil dieser Abhängigkeit zu verringern und kontinuierlich Strom zu erzeugen, wenn Photovoltaik oder Windkraft die Nachfrage nicht decken können.

Die wirtschaftliche Hürde und die Forderung nach einem Förderrahmen

Nach der wissenschaftlichen Phase wartet eine weitere Herausforderung: die wirtschaftliche Nutzbarkeit der Ressource. Die Kanarischen Inseln verfügen aufgrund ihres Status als isoliertes System über eine spezifische Strommarktregulierung. Die Inselregierung fordert von der spanischen Zentralregierung ein Vergütungssystem für die Geothermie, das den Investitionen eines künftigen Kraftwerks Sicherheit gibt. Dieser Rahmen wird entscheidend sein, denn ein großer Teil des Risikos konzentriert sich auf die Zeit vor der Erzeugung des ersten Kilowatts. Mehrere Kilometer tief zu bohren erfordert millionenschwere Ausgaben, ohne im Voraus zu wissen, was man finden wird. Die 28,8 Millionen Euro für die drei Sondierungen verdeutlichen diese Schwierigkeit und erklären, warum das hohe Explorationsrisiko die Entwicklung der tiefen Geothermie in Spanien historisch gebremst hat.

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