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Sicheres Feiern: Teneriffa weitet Schutz vor sexueller Gewalt aus

Mehr Sicherheit im Nachtleben: Sechs neue Clubs machen mit

Der Inselrat von Teneriffa hat sein Engagement für ein sicheres Nachtleben weiter verstärkt. Sechs Lokale in der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife sind dem offiziellen Präventionsprotokoll für Nachtgastronomie beigetreten. Die Initiative zielt darauf ab, in Diskotheken, Pubs, Terrassen und Veranstaltungsräumen durch gezielte Prävention, frühzeitige Erkennung und klare Handlungsanweisungen die Sicherheit vor sexuellen Übergriffen zu erhöhen.

15 Lokale auf der Insel bereits zertifiziert

Durch den Beitritt dieser sechs neuen Betriebe umfasst das Schutznetzwerk nun insgesamt 15 Lokale, die sich auf die Gemeinden Santa Cruz de Tenerife, Adeje, Arona und Puerto de la Cruz verteilen. Neben den beteiligten Gastronomen haben sich auch alle vier Gemeindeverwaltungen der Initiative angeschlossen. Die neuen Partner sind das Bulan Chill Out-Restaurant, The Red Lion British Pub, Bambú Lounge Tenerife, Azotea Urban 180, der Dubliner sowie das Sabbath. Deren Betreiber haben sich vertraglich verpflichtet, ihr Personal zu schulen und die im Protokoll festgelegten Maßnahmen umzusetzen.

„Freiheit ohne Angst“: Das Ziel der Initiative

Inselratspräsidentin Rosa Dávila betonte bei der Vorstellung der neuen Mitglieder das übergeordnete Ziel: „Die Bürgerinnen und Bürger sollen das Nachtleben in Freiheit, ohne Angst, mit Respekt und auf Augenhöhe genießen können.“ Das Protokoll liefere dazu die nötigen Werkzeuge, um sexuelle Gewalt zu verhindern und im Ernstfall angemessen zu reagieren. Dávila kündigte zudem an, dass der Inselrat das Netzwerk weiter ausbauen möchte, um auch in anderen Gemeinden der Insel geschultes Personal und standardisierte Verfahren zu etablieren.

Das Herzstück: Schulung des Personals

Die Inseldirektorin für Gleichstellung und Diversität, Patricia León, hob die zentrale Bedeutung der Mitarbeiterschulungen hervor: „Die größte Stärke des Programms liegt in der Ausbildung der Angestellten.“ Diese lernen, Risikosituationen zu erkennen, Opfern eine erste Anlaufstelle zu bieten und die Zusammenarbeit mit spezialisierten Hilfsdiensten sowie der Polizei zu koordinieren. Das Programm sieht eine umfassende Schulung der Teams vor, die Platzierung von mehrsprachigem Informations- und Sensibilisierungsmaterial, die Anpassung bestimmter Lokalbereiche zur Sicherheitserhöhung sowie die enge Abstimmung mit Hilfsorganisationen und Sicherheitskräften. Auch Sensibilisierungskampagnen und Systeme zur Nachverfolgung der Maßnahmen sind fester Bestandteil.

Gemeinsame Anstrengung von Politik und Gastronomie

Die Aufnahme der sechs neuen Betriebe ist der Höhepunkt einer monatelangen Zusammenarbeit zwischen dem Inselrat und der Stadtverwaltung von Santa Cruz, die dem Protokoll bereits im Februar dieses Jahres beigetreten war. Seitdem führten beide Behörden Gespräche mit Vertretern der Nachtgastronomie, um die Initiative bekannt zu machen und die freiwillige Teilnahme der Lokale zu fördern. Gladis de León, die Stadträtin für Gleichstellung und sexuelle Vielfalt in Santa Cruz, unterstrich die Bedeutung von Prävention und Schulung im Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Sie lobte die gelungene Koordination zwischen den Verwaltungen und der Privatwirtschaft, um den Schutz von Frauen im Nachtleben zu verbessern.

„Wir wollen aktiver eingreifen“ – Stimmen aus der Praxis

Bei der Beitrittszeremonie ergriff auch Luis Gorostiza, der Inhaber des Pubs Dubliner, das Wort. Er erläuterte die Motivation der Gastronomen: „Wir möchten eine aktivere Rolle dabei spielen, Risikosituationen zu erkennen, bevor es zu einem Übergriff kommt.“ Viele Opfer hätten große Schwierigkeiten, das Geschehene zu kommunizieren. Die Initiative war im vergangenen Sommer mit neun Lokalen in Adeje, Arona und Puerto de la Cruz gestartet. Deren Mitarbeiter haben die erste Schulungseinheit bereits absolviert. In diesem Jahr wird das Programm durch ein Video-Schulungssystem ergänzt, das die Präsenzseminare unterstützt und es dem flexiblen Personal der Branche erleichtert, an den Fortbildungen teilzunehmen.

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