Küstenwache stoppt Frachter auf dem Weg nach Gran Canaria
Die schwedische Küstenwache hat am Sonntag, den 12. April 2026, einen Frachter, der von Russland kommend auf Gran Canaria zusteuerte, gestoppt und an Bord gegangen. Das unter panamaischer Flagge fahrende Schiff „Hui Yuan“ stand unter dem Verdacht, illegal Abfälle in die Ostsee entsorgt zu haben.
Illegale Kohleentsorgung aus der Luft entdeckt
Wie die Küstenwache in einer Mitteilung bekannt gab, war der Verstoß bereits am Vortag, Samstag, durch Luftaufnahmen eines Flugzeugs entdeckt worden. Die Bilder zeigten deutlich, wie das Schiff Kohlereste ins Wasser warf und damit gegen Umweltgesetze verstieß. Auf Anordnung der schwedischen Staatsanwaltschaft wurde der Frachter am Sonntag um 8:00 Uhr Ortszeit (6:00 Uhr GMT) auf Höhe der südschwedischen Stadt Ystad geentert und gestoppt.
Null-Toleranz-Strategie gegen Umweltvergehen
„Wir handeln, um die maritime Sicherheit zu erhöhen und die Umwelt zu schützen. Wenn es ein verdächtiges Schiff gibt, greifen wir ein“, erklärte Daniel Stenling, der Vizepräsident der Operationsabteilung der Küstenwache. Gegen den Frachter wurde eine vorläufige Untersuchung eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft ordnete an, die Besatzung zu vernehmen. Weitere Details wurden zunächst nicht mitgeteilt.
Zusammenhang mit russischer „Schattenflotte“
Der öffentlich-rechtliche Sender SVT brachte die Aktion mit den jüngsten Maßnahmen gegen die sogenannte russische „Schattenflotte“ in Verbindung. Diese Flotte wird genutzt, um die Sanktionen gegen russisches Öl infolge des Ukraine-Kriegs zu umgehen. Zwar transportierte der gestoppte Frachter Kohle und kein Öl, doch die Strategie der schwedischen Behörden zielt darauf ab, die Toleranz gegenüber jeglichen Verstößen von mit Russland verbundenen Schiffen in der Ostsee auf ein Minimum zu reduzieren.

