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Ziegenrasse von La Palma: Zukunft dank Gen-Programm gesichert

Eine kanarische Rasse mit Geschichte

Die Palmera-Ziege, ein wahres Juwel unter den einheimischen Nutztieren der Kanarischen Inseln, blickt einer gesicherten Zukunft entgegen. Mit der Auswahl von zehn Zuchtböcken im Rahmen eines speziellen Programms auf der „Schönen Insel“ (La Palma) wurde ein wichtiger Schritt für den Erhalt dieser autochthonen Rasse getan. Deren Existenz ist bereits für die Zeit vor der Eroberung durch die Kastilier im späten 15. Jahrhundert dokumentiert.

Meilenstein in Puntallana: Zwölfter Zuchtkatalog vorgestellt

Wie der Verband der Züchter der Palmera-Ziege (Asociación de Criadores de Cabras de Raza Palmera) kürzlich bekannt gab, wurde in Puntallana der zwölfte Zuchtkatalog der Rasse vorgestellt. Diese neue Ausgabe spiegelt die gemeinsame Arbeit von Züchtern, Technikern und kooperierenden Einrichtungen wider, die sich der Erhaltung, Verbesserung und Zukunft dieser hundertprozentig kanarischen Rasse verschrieben haben.

Hightech für alte Rassen: So läuft die Zucht

Der Katalog unterstreicht die Konsolidierung des Zuchtprogramms für die Palmera-Ziege, das auf modernsten Werkzeugen basiert. Dazu gehören die Führung des Zuchtbuchs, die offizielle Milchleistungsprüfung, DNA-basierte Abstammungskontrollen, die morphologische Bewertung, genetische Evaluierungen, Inzuchtstudien und die markerunterstützte Selektion. All diese Maßnahmen ermöglichen laut dem Züchterverband „immer präzisere“ Informationen, um die Auswahl der Zuchttiere zu lenken und die Entscheidungsfindung in den Betrieben zu erleichtern.

Einer der bedeutendsten jüngsten Fortschritte ist die Förderung der genetischen Erhaltung der Rasse und die zukünftige Einführung der künstlichen Befruchtung. Auf Grundlage der verfügbaren genetischen Bewertungen wurden die Muttertiere mit den besten genetischen Noten ausgewählt, um eine neue Generation von Zuchtböcken mit hohem genetischen Wert zu erhalten.

Zehn Böcke für die Zukunft: Sperma für die Ewigkeit

Als Ergebnis dieser Arbeit wurden schließlich zehn junge Böcke ausgewählt, die in das genetische Erhaltungsprogramm aufgenommen werden. Sie befinden sich bereits auf dem Hof „El Pico“ in Tejina (Teneriffa), der zum Kanarischen Institut für Agrarforschung (ICIA) gehört. Dort werden die Fachleute ihr Sperma entnehmen, das anschließend in Genbanken eingelagert wird. Dieser Schritt ist ein enormer Fortschritt für die Rasse, da er es ermöglicht, ihre genetische Vielfalt zu bewahren und zukünftig Samendepots für Programme zur künstlichen Befruchtung bereitzustellen. Dieses Instrument wird dazu beitragen, den genetischen Fortschritt zu beschleunigen, die Nachhaltigkeit der Zuchtbetriebe zu stärken und neue Möglichkeiten für den Erhalt der Palmera-Ziege zu sichern.

Der Verband betont, dass dieser Erfolg nur durch das Engagement der Züchter möglich war, die aktiv am Zuchtprogramm teilnehmen, Daten liefern, bei den Kontrollen mitarbeiten und auf eine strenge Auswahl ihrer Tiere setzen. Zugleich würdigt der Verband die Unterstützung der öffentlichen Verwaltungen und der technischen Partner, die es ermöglichen, „weiterhin immer ambitioniertere Ziele zu verfolgen“.

Die Palmera-Ziege: Eine Milchmaschine für Spitzenkäse

Die Palmera-Ziege wird auf Milchproduktion gezüchtet und ist für die hervorragende Qualität ihrer Milch bekannt. Diese wird wegen ihres hohen Fett- und Proteingehalts sehr geschätzt und ist ideal für die Käseherstellung. Insbesondere wird aus dieser Rasse der Palmero-Käse mit geschützter Ursprungsbezeichnung (DOP) gewonnen. Weltweit zählt sie zu den Rassen mit dem größten Potenzial für die Herstellung von handwerklich hergestelltem Käse.

Zahlen und Fakten: Der Bestand der Rasse

Aktuell sind im Zuchtbuch der Rasse 7.004 aktive Zuchttiere eingetragen, darunter 6.620 Weibchen und 384 Männchen. Zudem haben 6.273 Tiere sowohl einen registrierten Vater als auch eine registrierte Mutter, was 89,6 Prozent der aktiven Zuchttiere mit bekannter Abstammung entspricht. Diese Daten belegen den bedeutenden Fortschritt bei der genealogischen Erfassung und der Verbesserung der verfügbaren Populationsdaten.

Forschung und Kontrolle: DNA-Tests und Milchleistung

Auch im Kampagnenjahr 2025 wurde weiter an den Abstammungstests mittels molekularer Marker gearbeitet. Insgesamt wurden die genetischen Profile von 317 Tieren aus sieben verschiedenen Herden erstellt und 233 Tiere zugeordnet. Derzeit verfügt die Rasse über 704 aktiv durch DNA für Vater und Mutter nachgewiesene Tiere, was zehn Prozent der aktiven Gesamtpopulation ausmacht.

Eine weitere Säule des Selektionsschemas ist die offizielle Milchleistungsprüfung. Im Kampagnenjahr 2025 wurden alle Ziegen der sogenannten Selektionsherden geprüft. Insgesamt wurden 1.034 Tiere kontrolliert, 5.086 Kontrolldaten erfasst und 834 abgeschlossene und gültige Laktationen dokumentiert. Ziel ist es, die Produktivität der Tiere durch eine hochwertige Milchproduktion zu steigern. Dazu wird jährlich eine genetische Bewertung der Zuchttiere durchgeführt, die es ermöglicht, die besten Ziegen und Böcke für die Nachzucht zu identifizieren – basierend auf Kriterien der Produktion und Milchqualität.

Herausforderungen der Zukunft: Nachwuchs und Anerkennung

Der Verband der Züchter der Palmera-Ziege stellt klar, dass noch wichtige Aufgaben vor ihnen liegen: die Verbesserung der Produktionsqualität, die Steigerung der Bekanntheit und Anerkennung der Rasse, die Stärkung der Selektionsinstrumente und die Schaffung von Chancen, die den Generationswechsel und den Fortbestand der Zuchtbetriebe in der Region fördern.

Ein Erscheinungsbild mit Wiedererkennungswert

Die Palmera-Ziege zeichnet sich durch ihr überwiegend rotes Fell in verschiedenen Schattierungen und Kombinationen aus, das sich oft an den Gliedmaßen intensiviert. Ihr Kopf ist meist klein, mit lebhaften Augen, dreieckig und bei fast allen Exemplaren mit einem mehr oder weniger ausgeprägten Schopf versehen. Das Horn ist spiralförmig, von Geburt an offen und entwickelt bei den Männchen spektakuläre Formen. Ein Ziegenbart ist bei den Männchen normal, kann aber auch bei den meisten Weibchen vorkommen. Die Ohren sind mittelgroß und waagerecht ausgerichtet, wobei sie normalerweise über die Augenhöhe hinausragen.

Über das Äußere hinaus zeichnet sich diese Rasse durch eine große Anpassungsfähigkeit aus – sowohl an die klimatischen Bedingungen der Insel als auch an die geografischen Gegebenheiten. Sie ist hervorragend darin, sich in unwegsamem Gelände zu bewegen.

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