Flugpassagieraufkommen auf den Kanaren rückläufig
Die Kanarischen Inseln haben im ersten Halbjahr 2026 einen leichten Dämpfer im Tourismussektor hinnehmen müssen. Wie die spanische Tourismusbehörde Turespaña am Montag mitteilte, sank die Zahl der internationalen Flugpassagiere im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,8 Prozent. Insgesamt kamen knapp 7,9 Millionen Reisende auf den Archipel, der damit weiterhin den dritten Platz unter den beliebtesten Reisezielen Spaniens belegt und einen Marktanteil von 14,5 Prozent hält.
Spanien insgesamt mit Wachstum
Bundesweit verzeichnete Spanien in der ersten Jahreshälfte 54,6 Millionen internationale Flugpassagiere – ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres 2025 und ein absoluter Zuwachs von 2,6 Millionen Ankünften. Allein im Juni reisten knapp 11,1 Millionen ausländische Besucher nach Spanien, was einem Anstieg von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Den Löwenanteil der Reisebewegungen machte dabei Europa aus, das mit einem Plus von 4,4 Prozent für 87 Prozent aller Ankünfte verantwortlich zeichnete. Der amerikanische Markt trug 8,4 Prozent bei und legte leicht um 0,6 Prozent zu.
Im Gegensatz dazu brachen die Passagierzahlen aus Asien mit einem Rückgang von 5,3 Prozent im Jahresvergleich ein, und auch die Ankünfte aus den Golfstaaten gingen angesichts der anhaltenden Instabilität im Nahen Osten zurück.
Die Inseln im Detail: Teneriffa verliert, Gran Canaria gewinnt
Ein genauer Blick auf die einzelnen Flughäfen zeigt ein gemischtes Bild: Der Flughafen Teneriffa Süd verbuchte in den ersten sechs Monaten 3,1 Millionen internationale Passagiere – ein Minus von 1,6 Prozent. Gran Canaria hingegen konnte sich mit 2,0 Millionen Ankünften um 0,5 Prozent steigern. Lanzarote verzeichnete 1,4 Millionen Passagiere, was einem Rückgang von 0,8 Prozent entspricht.
Besonders deutlich wurde der Rückgang im Juni: Während die Kanarischen Inseln in diesem Monat etwas mehr als eine Million internationale Gäste begrüßten, sank die Zahl im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,5 Prozent. Damit fiel die Inselgruppe auf den sechsten Platz der beliebtesten Reiseziele Spaniens zurück, mit einem Marktanteil von 9,6 Prozent. Die Flughäfen Teneriffa Süd (-5,2% auf 420.673), Gran Canaria (-2,3% auf 250.680) und Lanzarote (-2,7% auf 219.212) verzeichneten im Juni alle Einbußen.
Wichtigste Herkunftsmärkte: Großbritannien bleibt Spitzenreiter
Unter den Herkunftsländern festigte Großbritannien im Juni seine Spitzenposition: Fast 2,6 Millionen Briten reisten nach Spanien, was einem Anstieg von 4,6 Prozent und einem Anteil von 23,7 Prozent entspricht. Deutschland folgte mit 1,4 Millionen Passagieren, verzeichnete jedoch einen Rückgang von 2,3 Prozent – hauptsächlich aufgrund der geringeren Nachfrage nach Reisen auf die Kanarischen Inseln. Italien zeigte mit einem Anstieg von 7,9 Prozent auf über eine Million Reisende ein bemerkenswertes Comeback. Frankreich legte um 1,2 Prozent auf knapp 795.000 Passagiere zu, während die Niederlande ein Minus von drei Prozent verbuchten.
Außerhalb Europas stachen vor allem Zuwächse aus China, Kanada und Iberoamerika hervor. Die USA hingegen verzeichneten einen leichten Rückgang von 1,7 Prozent.
Kampf um die Spitze: Balearen, Katalonien und Madrid vorn
Betrachtet man die spanischen Autonomen Gemeinschaften, so konzentrierten sich im Juni 97 Prozent aller internationalen Ankünfte auf die sechs wichtigsten Regionen. Die Balearen führten das Ranking mit 20,9 Prozent aller Passagiere an, dicht gefolgt von Katalonien mit 20,8 Prozent und der Autonomen Gemeinschaft Madrid mit 20,1 Prozent. Mit Ausnahme der Kanaren verzeichneten alle großen Regionen im Juni positive Entwicklungen, wobei die Valencianische Gemeinschaft mit einem zweistelligen Plus von 11,2 Prozent besonders hervorstach.
Im nationalen Flughafenvergleich lag der Madrider Flughafen Adolfo Suárez Madrid-Barajas mit 2,2 Millionen internationalen Passagieren im Juni an der Spitze – ein Zuwachs von 3,8 Prozent. Auf Platz zwei folgte der Flughafen Josep Tarradellas Barcelona-El Prat, der mit einem Anstieg von 3,9 Prozent auf zwei Millionen internationale Reisende kam.

