Aufbereitet mit Hilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage spanischsprachiger Informationen. Quelle unter dem Artikel.
Mietbelastung erreicht Rekordniveau
Eine 100 Quadratmeter große Wohnung zu mieten, kostet in La Orotava im Schnitt 42 Prozent des Haushaltseinkommens. Das geht aus einem Immobilienbericht über die Villa im Norden Teneriffas hervor, der Ende 2024 im Auftrag der Gemeindeverwaltung erstellt wurde. Die sogenannte Belastungsquote für Wohnen gilt bereits ab 30 Prozent als kritisch – La Orotava liegt also satte zwölf Prozentpunkte darüber.
Der Bericht analysiert die Lage auf dem Wohnungsmarkt der Stadt und kommt zu einem klaren Ergebnis: Mieten ist deutlich problematischer als Kaufen. Während die Mietbelastung bei 42 Prozent liegt, müssen Käufer nur 21 Prozent ihres Einkommens für die Immobilie aufwenden.
Mieten explodieren, Einkommen stagnieren
Der Anstieg der Mietbelastung geht mit einer drastischen Verteuerung einher: Zwischen 2019 und 2023 kletterten die Mietpreise um 67,9 Prozent nach oben. Die Kaufkraft der Haushalte wuchs im selben Zeitraum nur um moderate 22,9 Prozent. Diese Schere zwischen Miet- und Einkommensentwicklung erklärt, warum die Belastung für Mieter so stark gestiegen ist.
Große Unterschiede zwischen den Stadtvierteln
Der Bericht teilt La Orotava in sechs Bezirke und zeigt deutliche Unterschiede. Am stärksten von der Mietexplosion betroffen sind Bebedero-Pinolere-Aguamansa mit einem Anstieg von 129 Prozent sowie Chasna mit 53 Prozent. „Diese Unterschiede spiegeln sehr unterschiedliche lokale Dynamiken wider und machen den Mietmarkt zum angespanntesten Segment des Immobilienmarktes“, heißt es in dem Dokument.
Im Bezirk Bebedero-Pinolere-Aguamansa erreicht die Mietbelastungsquote sogar dramatische 70 Prozent – Kaufinteressenten kommen dagegen auf nur 22 Prozent. In Chasna, das weniger als 1.000 Einwohner zählt, liegt die Quote für Mieter bei 53 Prozent, während Käufer nur 21 Prozent aufbringen müssen.
Antrag auf angespannten Wohnungsmarkt versandet
Die Gemeindeverwaltung von La Orotava hatte bereits vor fast drei Jahren den Prozess eingeleitet, die Stadt zur sogenannten angespannten Zone erklären zu lassen. Dieser Antrag liegt der Regionalregierung der Kanaren vor – doch bis heute ist nichts passiert. In der Zwischenzeit verschärft sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt weiter.
Altbestand dominiert, Neubau ist Mangelware
Die Studie zeigt außerdem: Fast der gesamte Wohnungsmarkt basiert auf gebrauchten Immobilien. 2023 entfielen 95 Prozent aller Transaktionen auf Bestandswohnungen, nur fünf Prozent auf Neubauten. La Orotava erweitert seinen Wohnungsbestand offenbar kaum, sondern deckt die Nachfrage mit vorhandenen Immobilien ab.
Der Gebäudebestand ist zudem in die Jahre gekommen. 47 Prozent der Wohnungen wurden vor 1982 gebaut, 28 Prozent zwischen 1983 und 2000, 25 Prozent zwischen 2011 und 2013. Gerade einmal ein Prozent ist neueren Datums.
Zu große Wohnungen für kleinere Haushalte
Ein weiteres Problem: Der Bericht belegt eine Diskrepanz zwischen der Bausubstanz und der heutigen Familienstruktur. Mehr als 80 Prozent des Wohnungsbestands haben drei oder mehr Schlafzimmer, während die durchschnittliche Haushaltsgröße sinkt. Die Nachfrage konzentriert sich zunehmend auf kleinere Einheiten, weil sich die Zusammensetzung der Familien verändert hat.
Kaum Bevölkerungswachstum, aber mehr Haushalte
Die demografische Entwicklung spielt in dem Bericht eine zentrale Rolle: Zwischen 2019 und 2023 wuchs die Bevölkerung von La Orotava nur um 0,3 Prozent, gleichzeitig stieg die Zahl der Haushalte jährlich um 1,1 Prozent. Das erhöht den Druck auf den Wohnungsbestand erheblich. Die ausländische Bevölkerung nahm im selben Zeitraum um 8,6 Prozent zu.
Neubau: Viel Boden, wenig Perspektive
Die Zukunft des Wohnungsmarkts in La Orotava hängt vom Bau neuer Wohnungen und einer Überarbeitung der städtebaulichen Entwicklung ab. Es gibt Grundstücke für 5.554 neue Einheiten, verteilt auf bereits bebautes und noch zu erschließendes Gelände. Doch nur 974 davon sind kurzfristig realisierbar. Der Großteil befindet sich im Stadtzentrum, wo 884 Wohneinheiten in absehbarer Zeit entstehen könnten.
Für den größten Teil der geplanten Wohnungen wird ein Zeitraum von weniger als zwei bis zu fünf Jahren veranschlagt. 3.966 Einheiten liegen auf noch nicht erschlossenem Land – das entspricht 85 Prozent der Gesamtplanung. Öffentliche Grundstücke sind in diesen Zahlen nicht enthalten.
San Antonio als Hoffnungsträger
Der Bericht nennt auch sechs öffentliche Grundstücksflächen. Das interessanteste für die beauftragte Beratungsfirma ist San Antonio mit einer geschätzten Kapazität von 742 Wohnungen. Diese Fläche sei besonders attraktiv, „weil sie mit der kommunalen Strategie der Umwidmung von Bauland zusammenpasst“. Der neue Generalbebauungsplan (PGO), der noch auf seine Genehmigung wartet, sieht vor, den Großteil dieser Fläche in San Antonio von Bauland in ländliches Gebiet umzuwandeln. Die Vorgabe: Die Hälfte muss für den Bau von bezahlbarem Wohnraum reserviert werden.
Politik schweigt
Die Gemeindeverwaltung von La Orotava, die den Bericht in Auftrag gegeben hat, hat sich bislang nicht zur Wohnsituation in der Stadt geäußert. Auch zu ihren Absichten bezüglich des Antrags auf Anerkennung als angespannte Zone gibt es keine Stellungnahme. Diesen Schritt hatte das Rathaus vor fast drei Jahren mit Unterstützung aller Fraktionen im Stadtrat eingeleitet – passiert ist seitdem nichts.
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