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Tigaiga-Tunnel: Teneriffas Mammutprojekt für die Nord-Süd-Verbindung

Grünes Licht für das Milliarden-Projekt

Der Inselrat von Teneriffa (Cabildo) hat den Bau des künftigen Tigaiga-Tunnels offiziell befürwortet. Die unterirdische Verbindung zwischen La Guancha und Los Realejos soll den Ring um die Insel (Anillo Insular) an der Nordseite endgültig schließen. Die für das Großprojekt zuständige Abteilung für Infrastruktur der kanarischen Regierung plant eine sieben Kilometer lange Röhre mit zwei getrennten Tunnelröhren. Die Investitionssumme liegt bei über 600 Millionen Euro und wäre damit das teuerste Straßenbauprojekt der Inselgeschichte.

Längster Tunnel Spaniens – fast zwei Kilometer länger als der von Erjos

Wird das Projekt realisiert, wäre der Tigaiga-Tunnel der längste Spaniens – er würde den bereits im Bau befindlichen Erjos-Tunnel um fast zwei Kilometer übertreffen. Dessen Inbetriebnahme ist für das kommende Jahr geplant. Dámaso Arteaga, Verkehrsdezernent des Cabildo von Teneriffa, bezeichnet die Lösung als „innovativen“ Ansatz, um „einen der kompliziertesten Abschnitte“ des Straßennetzes der Insel zu lösen – nicht zuletzt, weil die Trasse „ein Gebiet mit hoher Umweltempfindlichkeit durchquert“.

Konkret verläuft die Strecke unterhalb der geschützten Landschaft von Campeches, Barranco Ruiz und Tigaiga – daher auch der Name. Das Areal umfasst knapp 700 Hektar und erstreckt sich über die Gemeindegebiete von Los Realejos und San Juan de la Rambla. Arteaga betont, dass das Projekt „eine Antwort auf einen der komplexesten Punkte des Inselstraßennetzes“ biete und zieht eine erste „durchaus positive“ Bilanz der Initiative.

Die Route: Von La Guancha bis Los Realejos

Obwohl sich die Alternative noch in einer frühen Planungsphase befindet, steht die grobe Streckenführung bereits fest: Der Tunnel soll im Bereich des Abfallentsorgungszentrums PIRS von La Guancha starten und auf Höhe von Los Realejos an die Autobahn TF-5 anschließen – unterirdisch durchquert er dabei das Gemeindegebiet von San Juan de la Rambla. Die Trasse wurde auf Basis zweier Vorstudien festgelegt, die zu dem Ergebnis kamen, dass eine durchgehend unterirdische Führung die beste Lösung aus technischer, wirtschaftlicher und ökologischer Sicht darstellt. Sie vermeidet einen oberirdischen Verlauf durch den natürlichen Korridor im Norden und verwirft endgültig die frühere Idee einer offenen Streckenführung durch Las Aguas, die in der vergangenen Legislaturperiode auf heftigen Widerstand von Anwohnerinitiativen gestoßen war.

Die neue Infrastruktur ist als direkte Fortsetzung der Strecke konzipiert, die El Tanque und Santiago del Teide über den Erjos-Tunnel verbinden wird. Die kanarische Regierung betont, dass sich beide Bauwerke ideal ergänzen. Die neue Verbindung soll den zu erwartenden Verkehrszuwachs in diesem Korridor aufnehmen, die Sicherheit auf einem Abschnitt der TF-5 erhöhen, der häufig von Felsabbrüchen betroffen ist und täglich rund 35.000 Fahrzeuge bewältigen muss. Zudem soll die Anbindung an die Region Isla Baja gestärkt und der Verkehr zwischen Nord- und Westteneriffa besser verteilt werden.

Das Problem: Woher kommt das Geld?

Das größte Hindernis, um den Tigaiga-Tunnel vom Papier in die Praxis zu bringen, ist derzeit die Finanzierung. Über 600 Millionen Euro müssen aufgetrieben werden. „Wir müssen die Finanzierung sicherstellen, um die Ausarbeitung des endgültigen Trassen- und Bauprojekts in Auftrag geben zu können“, räumt Francis González, Vizeminister für Infrastruktur der kanarischen Regierung, ein. Bis dahin konzentriere sich seine Abteilung darauf, „technische und ökologische Fragen zu klären“, damit das Projekt „mit so vielen Informationen wie möglich und ohne unnötige Verzögerungen“ voranschreiten könne, sobald die finanziellen Mittel gesichert sind.

Die Regionalregierung setzt darauf, die Finanzierung über ein neues Straßenbauabkommen zwischen den Kanarischen Inseln und dem spanischen Staat zu sichern. Dieses Instrument dient beiden Verwaltungsebenen zur Finanzierung und Umsetzung der wichtigsten Verkehrsprojekte des Archipels. Alternativ könnte das bestehende Abkommen aufgestockt werden, das bis 2027 verlängert wurde und mit über 1,2 Milliarden Euro für strategische Maßnahmen ausgestattet ist – darunter die Schließung des Anillo Insular, der BUS-VAO-Fahrstreifen auf der TF-5 oder die Untertunnelung der TF-1. „Es herrscht Unsicherheit über die verfügbaren Mittel. Wir brauchen einen höheren Beitrag und Mechanismen, die es uns erlauben, Überschüsse oder Rücklagen zu nutzen“, so González. Parallel dazu hat Pablo Rodríguez, Minister für öffentliche Arbeiten, die Möglichkeit eines außerordentlichen Kredits ins Spiel gebracht – ein haushaltspolitisches Instrument, das zusätzliche Mittel für prioritäre Investitionen bereitstellt, ohne auf einen neuen Jahreshaushalt warten zu müssen.

Ein Tunnel als Schlüssel für Teneriffas Mobilität

Sobald die Finanzierung gesichert ist, will die Regierung die Ausschreibung für die Ausarbeitung des Bauprojekts starten und das Verwaltungsverfahren fortsetzen. Trotz der hohen Kosten verteidigt Dámaso Arteaga das Vorhaben: Der Investitionsaufwand sei durch die erwarteten Auswirkungen auf die Mobilität der Insel gerechtfertigt. „Wenn die kanarische Regierung die notwendige Finanzierung findet und die erforderlichen Mittel in Zukunft bereitstellt, halte ich das für einen hervorragenden Vorschlag, um den Verkehrsfluss auf der Nord-Süd-Achse zu verbessern“, sagt er. Seiner Überzeugung nach ist das Projekt „vollkommen machbar“ – man müsse die Mittel eben „versuchen zu bekommen“, sei es über das Straßenbauabkommen mit dem Staat oder über andere Finanzierungsmodelle der Regionalregierung. Der Cabildo von Teneriffa bekräftigt damit seine Unterstützung für eine Infrastruktur, die er als strategisch entscheidend für die Mobilität im Norden der Insel betrachtet.

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