palestina mural costa teguise beschmiert

Palästina-Mural in Costa Teguise mit Hassbotschaften beschmiert

Nächtlicher Angriff auf Solidaritätswand

Unbekannte haben in der Nacht zum Sonntag ein Wandgemälde zur Unterstützung des palästinensischen Volkes in Costa Teguise mit weißer Farbe übertüncht und mit islamfeindlichen Sprüchen sowie Beleidigungen gegen Spaniens Ministerpräsidenten Pedro Sánchez beschmiert. Das teilte das Kollektiv „Lanzarote con Palestina“ mit, das die Tat öffentlich verurteilt und darin mehr als einen bloßen Vandalenakt sieht – die Botschaften könnten nach Ansicht der Aktivisten den Tatbestand einer hassmotivierten Straftat erfüllen.

Beleidigungen gegen Sánchez und Hetze gegen den Islam

Wie die Plattform berichtet, wurde ein Großteil des Murals in den frühen Morgenstunden mit weißer Farbe überstrichen und mit mehreren Aufschriften versehen. An einem Ende der Wand prangt die obszöne Beleidigung „Pedro Sánchez Hijo de Puta“, die sich gegen den Regierungschef richtet, der seit Samstag mit seiner Familie in der offiziellen Residenz La Mareta in Costa Teguise seinen Sommerurlaub verbringt – nur wenige hundert Meter vom Tatort entfernt. Im zentralen Bereich des Gemäldes hinterließen die Täter die Parolen „Fuera Islam“ („Raus mit dem Islam“) und „Pedro Sánchez HDLGP“.

Symbol der Solidarität seit Kriegsbeginn

Das Mural befand sich laut der Organisation auf einem verlassenen Sportplatz am Ortseingang von Costa Teguise, direkt an der Verbindungsstraße zwischen Arrecife und dem Touristendorf. Es sei zu Beginn des Gaza-Krieges entstanden und habe sich seither zu einem Ort der Solidarität mit dem palästinensischen Volk und der Anklage gegen die Lage der Zivilbevölkerung in den palästinensischen Gebieten entwickelt.

Kollektiv prüft rechtliche Schritte

Die Vereinigung „Lanzarote con Palestina“ wertet insbesondere die gegen den Islam gerichteten Parolen als besondere Verschärfung des Vorfalls. Es handle sich nicht allein um Sachbeschädigung an einem politischen Kunstwerk, sondern um einen Angriff, der von fremdenfeindlichen und islamfeindlichen Botschaften begleitet werde. Diese könnten unter die Tatbestände der spanischen Gesetzgebung zu Hassverbrechen fallen, so die Plattform. Die zuständigen Behörden seien gefordert, zu ermitteln, wenn Anhaltspunkte für Diskriminierung oder Hetze aus religiösen Gründen oder anderen gesetzlich geschützten Merkmalen vorlägen.

Klares Zeichen gegen Hetze

In ihrem Kommuniqué distanziert sich die Organisation entschieden von den Vorfällen und erklärt, Ziel des Angriffs sei es gewesen, ein Symbol der Unterstützung für das palästinensische Volk zu zerstören und Botschaften der Ablehnung gegenüber Muslimen zu verbreiten. Man werde diesen Ort weiterhin als Ausdruck der Solidarität verteidigen, betont das Kollektiv, und erinnert daran, dass die Achtung der Meinungsfreiheit und des friedlichen Zusammenlebens zu den Grundprinzipien einer demokratischen Gesellschaft zähle.

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