Angst im Idyll: Eine Frau hält eine ganze Nachbarschaft in Atem
El Puertillo, ein beschaulicher Küstenort im Norden Gran Canarias, hat seinen Frieden verloren. Seit Monaten lebt die dortige Gemeinschaft in ständiger Angst – ausgelöst durch das Verhalten einer 40-jährigen Frau, die von den Anwohnern nur „La Flaca“ (die Dünne) genannt wird. Für die Bewohner des Pasaje Playa de las Meloneras in Bañaderos ist sie längst zu einem Albtraum geworden, der ihr tägliches Leben bestimmt.
Steinwürfe und über 80 Anzeigen: Die Bilanz einer Schreckensherrschaft
Am vergangenen Donnerstag, dem 30. Juli, schlug „La Flaca“ erneut zu. Drei Anwohner mussten Strafanzeige gegen sie erstatten, nachdem sie entdeckten, dass sie die Windschutzscheiben ihrer geparkten Autos mit Steinen zertrümmert hatte. Dieser Vorfall ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Wie die Nachbarschaft berichtet, hat die Frau in der Vergangenheit immer wieder Autos beschädigt, in Supermärkten gestohlen und jeden bedroht, der sich ihr in den Weg stellte. Die Gesamtzahl der Anzeigen gegen sie ist inzwischen auf über 80 gestiegen – ein deutliches Zeichen für die Schwere und Dauer der Vorfälle.
Die Atmosphäre in der kleinen Gasse ist von Hilflosigkeit und Furcht geprägt. Die Bewohner beschreiben das Zusammenleben mit „La Flaca“ als schlichtweg unmöglich. Einer von ihnen berichtet von einer Begegnung, bei der die Frau sogar ein Messer gezogen haben soll, um ihn einzuschüchtern.
Bedrohungsszenarien und die Angst um die Kinder
Eine Anwohnerin, die aus Angst vor Racheakten anonym bleiben möchte, schildert die aussichtslose Lage: „Wir haben gehört, dass sie Probleme mit ihrer Mutter hatte und ihr ein Kontaktverbot auferlegt wurde. Jetzt ist sie wieder auf der Straße.“ Die Frau, selbst Mutter von zwei kleinen Kindern, lebt in ständiger Sorge: „Ich bin zu Tode verängstigt. Sie hat gedroht, uns alle anzuzünden.“
Eine weitere Nachbarin, die ebenfalls anonym bleiben will, bestätigt diese Befürchtungen. Sie traut sich nicht mehr alleine vor die Tür. Ein besonders erschreckendes Erlebnis verdeutlicht die Gefahr: „Einmal hat sie mir Kleidung vor die Tür gelegt und eine brennende Zigarettenkippe darunter gesteckt. Sie hätte mich damit fast in Brand gesteckt.“
Ladendiebstähle und Öl-Attacken: Der Supermarkt als bevorzugtes Ziel
Auch die Mitarbeiter des örtlichen SPAR-Supermarkts in Bañaderos leiden massiv unter den Eskapaden der Frau. „Jedes Mal, wenn sie hereinkommt, ist es eine Odyssee“, erzählt eine Angestellte. „Sie schreit uns an, bedroht uns, bestiehlt uns und hat sogar den gesamten Laden mit Motoröl verschmutzt. Es stehen uns die Haare zu Berge, sobald wir sie nur sehen.“ Für die Mitarbeiterin ist das Urteil klar: „Sie ist der leibhaftige Teufel.“
Messerangriff im Treppenhaus: Die Nerven der Nachbarn liegen blank
Besonders schlimm waren die Vorfälle für die Bewohner des Wohnblocks, in dem „La Flaca“ zuletzt lebte. Eine Situation eskalierte vollends, als sie auf die Klingel drückte und die ahnungslosen Nachbarn öffneten, da sie den Besuch ihres Sohnes erwarteten. Als sie die Frau im Treppenhaus zur Rede stellten, zog diese unvermittelt ein Messer. Ein Vorfall, der tiefe Spuren hinterlassen hat.
Die psychische Belastung ist enorm, wie eine betroffene Familie schildert: „Unsere Kinder wollen nicht mehr allein zu Hause bleiben, weil sie Angst haben, dass etwas passiert. Das ist kein Leben mehr.“
Ein Teufelskreis der Zuständigkeiten: Die Behörden geben sich gegenseitig den Schwarzen Peter
Was die Situation für die Betroffenen zusätzlich unerträglich macht, ist das Gefühl, von den Behörden allein gelassen zu werden. Die Nachbarn berichten von einem frustrierenden Kreislauf: Die Guardia Civil verweise sie an den Rettungsdienst, mit der Begründung, dass die Frau psychische Probleme habe und diese eingreifen müssten. Von dort werde man jedoch wieder an die örtliche Polizei verwiesen, die wiederum auf die Guardia Civil verweist.
„Sie ist immer noch auf freiem Fuß. So wie es aussieht, wird das noch böse enden“, befürchtet ein Anwohner angesichts der ausbleibenden Hilfe. Die Verzweiflung in der Nachbarschaft von El Puertillo ist mit Händen zu greifen – und die Angst, dass die Situation eskaliert, wächst mit jedem Tag, an dem nichts passiert.
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