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Tourismus-Boom, aber Lohnflaute: Kanaren mit zweitschlechtestem Gehalt

Drei Rekordjahre, aber kein Lohnsprung

Drei Jahre in Folge mit einem Touristen-Boom, drei Rekorde bei den Besucherzahlen (2023, 2024 und 2025) – und trotzdem hat sich an der Gehaltsrangliste der Kanaren nichts geändert. Der Tourismus ist auf dem Archipel der dominierende Wirtschaftszweig, sein Anteil am regionalen BIP ist auf 37,5 Prozent gestiegen. Doch anstatt, dass die Löhne mitwachsen, bleiben die Kanarischen Inseln weiterhin das Schlusslicht unter den spanischen Autonomen Gemeinschaften, wenn es um das durchschnittliche Jahreseinkommen der Arbeitnehmer geht. Gemeint ist der Nettobetrag, der am Ende auf dem Gehaltszettel oder dem Konto landet.

Kanaren und Extremadura: ein unrühmliches Duo

Ja, so ist es: Die Kanaren beendeten das Jahr 2025 mit dem zweitschlechtesten durchschnittlichen Jahresgehalt in ganz Spanien – fast auf Augenhöhe mit Extremadura, dem traurigen Spitzenreiter von unten. Diese Dynamik wiederholt sich Jahr für Jahr, nahezu identisch, seit die Wirtschaftskrise nach der Corona-Pandemie überwunden wurde. Die Diskrepanz ist enorm: Die offiziellen Zahlen zeigen, dass der makroökonomische Erfolg des Tourismus auf den Inseln nicht bei den Arbeitnehmern ankommt.

Die nackten Zahlen: 23.264 Euro auf den Kanaren

Laut der jährlichen Arbeitskosten-Erhebung (Encuesta Anual de Coste Laboral) für das Jahr 2025, die das spanische Statistikamt INE am gestrigen Donnerstag veröffentlicht hat, lag das durchschnittliche Gehalt eines kanarischen Arbeitnehmers bei 23.264 Euro pro Jahr. Zum Vergleich: Der spanische Durchschnitt liegt bei 28.411 Euro, die Balearen – ebenfalls ein Tourismus-Hotspot – kommen auf 28.742 Euro. Einzig Extremadura schneidet mit 23.254 Euro noch schlechter ab. Die Geschichte wiederholt sich – zum wiederholten Mal.

Weniger Lohn für Arbeitnehmer, niedrigere Kosten für Arbeitgeber

Die Kehrseite der Medaille: Während die Kanaren das zweitniedrigste Durchschnittsgehalt bieten, sind sie gleichzeitig die Region, in der die Arbeitskosten für die Unternehmen am geringsten sind. Das ist eine klare Ursache-Wirkungs-Beziehung. Die Nettokosten pro Arbeitnehmer (ohne Subventionen und Abzüge) lagen 2025 im Schnitt bei 32.017 Euro pro Jahr. Nur Extremadura ist mit 31.657 Euro noch günstiger. Die Spitzenreiter in Sachen Arbeitskosten sind Madrid (45.983 Euro), das Baskenland (44.034 Euro) und Navarra (41.697 Euro). Dahinter folgen – mit deutlichem Abstand – die Schlusslichter: nach Extremadura und den Kanaren die Region Murcia mit 33.293 Euro.

Bundesdurchschnitt steigt, Kanaren bleiben zurück

Der nationale Bruttodurchschnittswert pro Arbeitnehmer belief sich 2025 auf 38.749 Euro – ein Anstieg von 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Nettowert (ohne Subventionen und Abzüge) stieg um 3,2 Prozent auf 38.512 Euro. Während der Rest Spaniens also zulegt, verharren die Kanaren auf dem Niveau von 2024 und bleiben im unteren Bereich feststecken.

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