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Tourismus auf den Kanaren: So denken die Einheimischen wirklich

Tourismus auf den Kanaren: Mehrheit sieht ihn positiv, aber die Sorgen wachsen

Die Wahrnehmung des Tourismus unter den Kanaren-Bewohnern zu verbessern – das ist eines der Ziele der Kampagne „Turismo que Suma“ (zu Deutsch etwa: „Tourismus, der etwas bringt“). Diese Initiative will Besucher daran erinnern, dass Urlaubsziele auch Lebensräume für Gemeinschaften und Menschen sind. Die kanarische Regionalregierung hat sich gemeinsam mit verschiedenen lokalen Verwaltungen der Bewegung angeschlossen, die von der Allianz für touristische Exzellenz (Exceltur) ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, auf ein Tourismusmodell zu setzen, das für die Regionen einen höheren Mehrwert schafft, zum Wohlstand der ansässigen Bevölkerung beiträgt und die Beziehung zwischen Besuchern, Unternehmen, Behörden und lokalen Gemeinschaften stärkt.

In diesem Zusammenhang ist der Eindruck, den die Kanaren-Bewohner von ihrem wichtigsten wirtschaftlichen Motor haben, überwiegend positiv – auch wenn er mit einigen Sorgen über die Auswirkungen des Tourismus auf den Alltag einhergeht. Óscar Perelli, Vizepräsident von Exceltur, stellte bei der Vorstellung der Initiative die Ergebnisse des Stimmungsbarometers des spanischen Ministeriums für Industrie und Tourismus zur Wahrnehmung der Tourismusauswirkungen durch die Bevölkerung vor.

Die Zahlen im Überblick: Positiv, aber nicht ungetrübt

Die Daten zeigen eine grundsätzlich positive Bewertung des Tourismus unter der kanarischen Bevölkerung, offenbaren aber auch deutliche Bedenken in Bezug auf den Zugang zu Wohnraum und den Verbrauch von Ressourcen. Diese Indikatoren dienen als Referenzpunkt, um die Entwicklung der gesellschaftlichen Wahrnehmung der Branche zu analysieren und die Wirkung der Kampagne zu messen, deren Ziel es ist, die Wertschätzung der Tourismusaktivität bei den Einheimischen zu stärken.

Auf die Frage „Wie bewerten Sie die Auswirkungen des Tourismus auf Ihren Wohnort?“ antworteten 37,1 Prozent der Befragten, dass er sich positiv auswirke, während 25,1 Prozent sogar eine sehr positive Wirkung sehen. Insgesamt bewerten also mehr als sechs von zehn Teilnehmern den Einfluss des Tourismus auf ihre Umgebung als günstig. Im Gegensatz dazu gaben 15,6 Prozent an, dass der Tourismus ihren Wohnort negativ beeinflusse, und 5,4 Prozent sehen eine sehr negative Wirkung. Weitere 16,7 Prozent der Befragten zeigten sich in dieser Frage indifferent.

Betrachtet man die direkten Auswirkungen des Tourismus auf das persönliche Leben der Kanaren-Bewohner, fällt die Wahrnehmung etwas gemäßigter aus. 31,6 Prozent geben an, dass er sie positiv beeinflusst, und 18,9 Prozent sogar sehr positiv. Die negativen und sehr negativen Meinungen liegen bei 14,3 bzw. 4,9 Prozent. Auffällig ist der hohe Anteil der Gleichgültigkeit, der mit 30,3 Prozent zu Buche schlägt.

Das große Problem: Wohnen wird unbezahlbar

Unter den wichtigsten mit dem Tourismus verbundenen Effekten sticht das Thema Wohnen als eine der größten Sorgen hervor. 63,4 Prozent der befragten Kanaren-Bewohner stimmen voll und ganz zu, dass der Tourismus zur Verteuerung der Miet- und Kaufpreise von Immobilien beiträgt. Am anderen Ende der Skala sind nur 3,8 Prozent mit dieser Aussage überhaupt nicht einverstanden.

Ressourcenknappheit: Wasser und Boden sind kostbar

Die Nutzung natürlicher Ressourcen ist ein weiterer Punkt, der große Besorgnis auslöst. 40,4 Prozent der Befragten stimmen voll und ganz zu, dass der Tourismus Ressourcen wie Wasser, Energie oder Boden verbraucht und damit deren Verfügbarkeit für die ansässige Bevölkerung einschränkt. Nur 5,8 Prozent sind mit dieser Einschätzung überhaupt nicht einverstanden.

Kampagne als Brückenbauer: „Turismo que Suma“

In diesem Rahmen schließt sich das Reiseziel Kanarische Inseln der Initiative an, nachdem in den letzten Jahren bereits zahlreiche Kampagnen, Aufklärungsprojekte und Maßnahmen durchgeführt wurden, um den Beitrag des wirtschaftlichen Motors des Archipels zur gesamten Gesellschaft zu erklären. Dazu gehören der Schutz des Naturerbes, die Verbesserung der Arbeitsplatzqualität, die Unterstützung lokaler Lieferanten, ein effizientes Wasser- und Energiemanagement, die Abfallvermeidung, die Erneuerung der Urlaubsorte, die Modernisierung des touristischen Angebots, der Kampf gegen illegale Aktivitäten oder das intelligente Besucherstrommanagement.

Der Beitritt zur Kampagne wurde von José Manuel Sanabria, dem stellvertretenden Tourismusminister der Kanaren, Óscar Perelli, dem Vizepräsidenten von Exceltur, und Onalia Bueno, der Vizepräsidentin des Verbands der Tourismusgemeinden der Kanaren (AMTC), vorgestellt. Die Veranstaltung wurde zudem von Vertretern der Inselregierungen (Cabildos) und der Wirtschaftsverbände der Inseln unterstützt. „Von der Tourismusabteilung der Kanaren arbeiten wir intensiv daran, dass die Bevölkerung die Rolle, die der Tourismus in unserer Gesellschaft spielt, besser versteht“, versicherte José Manuel Sanabria. Er erinnerte daran, dass der Tourismus seit 2019 für 47,6 Prozent des Wirtschaftswachstums auf den Inseln verantwortlich war. Im vergangenen Jahr erreichte das touristische BIP 23,375 Milliarden Euro, was 37,7 Prozent der gesamten Regionalwirtschaft entspricht. Zudem stellt der Tourismus 42,3 Prozent aller Arbeitsplätze auf den Kanaren.

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