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Kanaren-Spiel „Luto“ als bestes Narrativ ausgezeichnet

Trauer, Preis und Aufbruch: „Luto“ gewinnt bei den Iris Games 2026

Große Ehre für ein kleines Studio: „Luto“ (spanisch für „Trauer“), entwickelt vom kanarischen Indie-Studio Broken Bird Games, wurde bei den diesjährigen Iris Games 2026 als bestes narratives Videospiel Spaniens ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand kürzlich im Rahmen des Andalucía Play Fest in Málaga statt. Der Sieg katapultiert das Projekt in die Riege der herausragenden nationalen Independent-Titel und beweist, dass ein kleines Team mit einer starken Vision im globalen Gaming-Markt bestehen kann.

Ein Zeichen für die wachsende Branche auf den Inseln

Die Auszeichnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die noch junge Videospielindustrie auf den Kanaren ein bemerkenswertes Wachstum verzeichnet. Aktuell zählt der Archipel rund 30 Spielestudios, die etwa 250 Arbeitsplätze in diesem Bereich sichern. Das ist eine enorme Entwicklung, vergleicht man sie mit dem Jahr 2022: Damals, als die Kanarische Sonderzone (ZEC) und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Proexca die Initiative „Canary Islands Games“ ins Leben riefen, gab es auf den Inseln gerade einmal zwei Animationsstudios.

Das kanarische Gaming-Ökosystem produziert nicht nur eigene Projekte mit nationaler Reichweite, sondern zieht auch etablierte Studios aus anderen Regionen an. Ein Paradebeispiel ist The Game Kitchen, ein ursprünglich aus Sevilla stammendes Studio, bekannt für Titel wie „Blasphemous“. Es ist inzwischen innerhalb der ZEC auf den Inseln aktiv und sicherte sich bei den Iris Games dieses Jahr mit „Ninja Raiden“ eine weitere Auszeichnung. Diese Erfolge unterstreichen die wachsende Rolle der ZEC als Magnet für die Gaming-Branche und als Motor für den Aufbau einer breiten industriellen Basis auf den Inseln.

Vom kleinen Team in die Welt: Der Erfolg von „Luto“

Der Fall von „Luto“ ist ein Paradebeispiel für diesen Quantensprung. Das von Broken Bird Games entwickelte Spiel schaffte es sogar in die Liste der 1000 meistverkauften Titel auf Steam – einer Plattform, die über 30.000 Spiele beherbergt. Das Wachstum der Branche wird zudem durch ein äußerst attraktives Steuersystem begünstigt. Das „Weißbuch der Videospiele“ (Libro Blanco del videojuego) stuft die Kanarischen Inseln als die Region mit der vierthöchsten Unterstützung für diese Industrie in Spanien ein. Es handelt sich zwar noch um ein kleines Ökosystem, doch die Fortschritte der letzten Jahre deuten auf einen vielversprechenden Start für einen Sektor hin, der Kultur, Technologie, qualifizierte Arbeitsplätze und internationale Ausstrahlung vereint.

Laut der Beschreibung des Studios ist „Luto“ eine Erfahrung psychologischen Horrors, die sich um die Themen „Verlust, Trauer und Schuld“ dreht. Der Spieler schlüpft in die Rolle einer Person, die unfähig ist, das eigene Haus zu verlassen. Der vertraute Raum wird dabei vom sicheren Hafen zu einem „bedrückenden Territorium, voller Erinnerungen, angesammelter Gegenstände und Flure, die immer tiefer ins Unbekannte führen“. Statt auf billige Schreckmomente zu setzen, baut das Spiel auf eine beklemmende Atmosphäre und eine fragmentierte Erzählweise, um die Angst vor dem Verlust eines geliebten Menschen und die emotionalen Wunden der Abwesenheit zu erforschen.

Die Entstehung des Spiels hat eine starke persönliche Note. „Luto“ ist das Erstlingswerk (Opera Prima) von Broken Bird Games, einem kleinen kanarischen Studio, das von Borja Santana gegründet wurde. Er machte die Erfahrung des Todes seines Vaters zum emotionalen Ausgangspunkt des Projekts. Die Entwicklung war für das Team auch ein Lernprozess, das ohne Vorerfahrung in der Erstellung eines großen Titels begann und schließlich dieses erfolgreiche Projekt auf die Beine stellte.

Die übrigen Preise der Iris Games 2026 verteilten sich quer über die spanische Geografie. Der große Gewinner des Abends war „Ninja Gaiden: Ragebound“ von The Game Kitchen, das sowohl den Hauptpreis Iris Games als auch die Auszeichnung als bestes PC- und Konsolenspiel erhielt. Neben dem Preis für „Luto“ als bestes narratives Videospiel gingen die weiteren Trophäen an: „Is This Seat Taken?“ vom Studio Poti Poti Studio aus Barcelona (bestes Handyspiel), „Forgotten Fragments“, ebenfalls aus Barcelona (bestes Indie-Spiel), „Escape From Mandrillia“ aus Granada (bestes TECH/XR-Spiel) und „Astro Prospector“ aus Málaga (bestes Spiel Andalusiens). Zu den weiteren Preisträgern zählten „Dusty Bones“ aus Pontevedra (bestes barrierefreies Spiel), die Universität U-TAD für „Not My War“ (beste Ausbildungsstätte) und „Lost Twins 2“ aus Pakistan (bestes außerhalb Spaniens entwickeltes Spiel).

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