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Waldbrandalarm: INFOCA-Warnstufe für Gran Canaria und Teneriffa

Waldbrandgefahr: Kanarische Regierung aktiviert INFOCA-Alarmstufe

Die kanarische Regierung hat über die Generaldirektion für Notfälle eine offizielle Warnstufe (Situación de Alerta) aufgrund von Waldbrandgefahr für die Inseln Gran Canaria und Teneriffa ausgerufen. Die Maßnahme tritt am Sonntag, dem 5. Juli, um 8:00 Uhr in Kraft. Wie die Behörden erklärten, basiert die Entscheidung auf Daten der staatlichen Wetteragentur (AEMET) sowie weiteren verfügbaren Quellen und erfolgt im Rahmen des Sonderschutzplans für Waldbrände der Autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln (INFOCA).

Betroffene Gebiete im Detail

Die Warnstufe gilt auf Gran Canaria für alle Lagen oberhalb von 400 Metern. Auf Teneriffa sind die mittleren Höhenlagen sowie die Gipfelregionen im Süden und Westen der Insel betroffen. Hintergrund ist eine mehrtägige Hitzewelle, die den Archipel ab diesem Sonntag erreicht. Zunächst betrifft sie die östlichen Inseln, breitet sich aber im Laufe der nächsten Woche zunehmend auf die gesamte Inselgruppe aus – besonders ab Dienstag wird mit einer Verschärfung gerechnet.

Temperaturen: Bis zu 38 Grad im Inselinneren

Für Sonntag, den 5. Juli, prognostizieren die Meteorologen auf Gran Canaria Höchsttemperaturen zwischen 34 und 36 Grad Celsius. Punktuell könnten in den inneren Gebieten, in den süd- und westexponierten mittleren Lagen sowie im Becken von Tejeda (cuenca de Tejeda) am Montag sogar Werte um die 38 Grad erreicht werden. Auf Teneriffa werden Höchsttemperaturen von 32 bis 35 Grad Celsius erwartet – vor allem in den mittleren Höhenlagen und an den Süd- und Westhängen. Während der ersten Tage der Hitzewelle ist dort mit einem weiteren Anstieg zu rechnen.

Temperaturinversion und extreme Trockenheit begünstigen Feuer

Die sogenannte Temperaturinversion (warme Luftschicht über kühlerer Luft) wird sich auf Gran Canaria in etwa 400 bis 500 Metern Höhe befinden, auf Teneriffa zwischen 500 und 700 Metern. Im Verlauf des Hitzereignisses sinkt diese Schicht allmählich ab. Diese meteorologische Konstellation begünstigt das Eindringen einer warmen und trockenen Luftmasse in die mittleren Höhenlagen und die Waldgebiete. Oberhalb der Inversionsschicht sinkt die relative Luftfeuchtigkeit auf unter 30 Prozent – ideale Bedingungen für die Entstehung und schnelle Ausbreitung von Waldbränden.

Wind: Passat sorgt für lokal starke Böen

Es weht überwiegend nordöstlicher Passatwind mit mäßiger Intensität. Lokal kann es jedoch zu starken Böen und Windbeschleunigungen in exponierten Lagen sowie in den Kanälen zwischen den Inseln kommen. Zwar wird derzeit noch nicht von einem flächendeckenden Starkwindereignis ausgegangen, doch dieser Parameter wird aufgrund seiner möglichen Auswirkung auf die Brandausbreitung kontinuierlich überwacht.

Calima: Leichte Staubeintrübung im Osten

Zusätzlich wird eine leichte Calima (trockener Saharastaub) vor allem über den östlichen Inseln erwartet. Die Konzentrationen bleiben jedoch gering und stellen nach aktuellem Stand keinen entscheidenden Faktor für die Entwicklung der Lage dar.

Risiko steigt ab Montag weiter an

Die Auswertung verschiedener Wetterdaten zeigt eine klare Tendenz zu einem kontinuierlich steigenden Waldbrandrisiko in den kommenden Tagen. Besonders zwischen Montag und Mittwoch wird mit einer Ausweitung des Risikos auf den gesamten Archipel gerechnet. Die Behörden betonen, dass die Lage permanent überwacht wird. Der räumliche Geltungsbereich der INFOCA-Warnung kann je nach Entwicklung der Wettervorhersagen und der Risikoindizes jederzeit angepasst werden.

Appell der Behörden: Eigenverantwortung und Vorsicht

Die kanarische Regierung ruft die Bevölkerung eindringlich dazu auf, die Selbstschutzempfehlungen der Generaldirektion für Notfälle zu befolgen. Dazu gehört unter anderem, offenes Feuer in Waldnähe zu vermeiden, keine Zigarettenkippen wegzuwerfen und die Durchfahrtsverbote in gefährdeten Gebieten zu respektieren.

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