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Tausende feiern Pride auf Teneriffa und Gran Canaria

Ein Wochenende der Sichtbarkeit: Pride-Demos auf Teneriffa und Gran Canaria

Die Kanarischen Inseln haben am vergangenen Samstag ein starkes Zeichen für Vielfalt und Toleranz gesetzt: Auf Teneriffa und Gran Canaria fanden zeitgleich große Demonstrationen zum LGTBI+ Pride statt. Die zentralen Veranstaltungen in La Orotava (Teneriffa) und Las Palmas de Gran Canaria waren dabei weit mehr als bunte Umzüge – sie waren ein Akt des Gedenkens, des Widerstands und der Verteidigung erkämpfter Rechte.

La Orotava: „Selbst wenn sie uns an den Rand drängen wollen – der Pride zeigt die Richtung“

Auf Teneriffa versammelte sich die Insel-Demonstration in der historischen Stadt La Orotava. Rund 2.000 Menschen folgten dem Aufruf unter dem Motto „Aunque nos quieran en los márgenes, el Orgullo marca el norte“ („Selbst wenn sie uns an den Rand drängen wollen – der Pride zeigt die Richtung“). Der Zug startete am Parque Cultural Doña Chana und endete auf der Plaza del Ayuntamiento. Organisiert wurde die Kundgebung von einem breiten Bündnis lokaler Gruppen, darunter Apertura, Diversas, Transboys, Transwomen und die Fundación Pedro Zerolo. Zum Abschluss wurde ein Manifest verlesen und eine Schweigeminute für die Opfer der Erdbeben in Venezuela abgehalten.

Warnung vor Ultrarechten und Forderungen an die Politik

Die Versammlung in La Orotava nutzten die Organisatoren auch für deutliche politische Botschaften. Sie warnten vor dem Vormarsch der Ultrarechten und kritisierten scharf den Einzug der rechtspopulistischen Partei Vox in die Stadtregierungen von Arona und Granadilla de Abona. Auf übergeordneter Ebene forderten sie einen „Pacto de Estado“ – einen gesamtstaatlichen Pakt gegen Hassrede. Zudem verlangten sie die Schaffung von Wohnraum für obdachlose Mitglieder der Community. Ein weiteres Anliegen: Die Pride-Bewegung müsse dezentralisiert werden, um auch außerhalb der Metropolregionen der Inseln sichtbar zu sein.

Las Palmas: „Das Meer verbindet uns, der Pride bewegt uns“

Parallel dazu zog die Demonstration in Las Palmas de Gran Canaria durch die Avenida José Mesa y López bis hin zum Parque Santa Catalina. Unter dem Motto „El mar nos une, el Orgullo nos mueve“ („Das Meer verbindet uns, der Pride bewegt uns“) bildete der Umzug den krönenden Abschluss eines ganzen Monats voller kultureller und partizipativer Veranstaltungen im Rahmen des Programms „Donde el aire es libre“ („Wo die Luft frei ist“). Dieses Rahmenprogramm wurde vom Colectivo Gam und Chrysallis Canarias mit Unterstützung der Stadtverwaltung organisiert und umfasste Filmreihen sowie Konferenzen zu den Themen Vielfalt, Migration und Hassrede.

Ein Appell für den Fortbestand der Rechte

Die Organisatoren auf Gran Canaria betonten, dass der Pride eine Chance biete, die erkämpften Gesetze zu würdigen und die Vision einer vielfältigen Gesellschaft weiterzutragen. Vertreter von Gam riefen öffentliche Einrichtungen und Verwaltungen dazu auf, weiterhin an einer Gesellschaft zu arbeiten, in der niemandem aufgrund seiner sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität Rechte vorenthalten werden. Ihre Botschaft war klar: Jeder errungene Fortschritt ruht auf einem gemeinsamen Engagement – und dieses Engagement dürfe nie nachlassen.

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