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Historische Casona wird zum ersten Hotel in San Juan de la Rambla

Ein neues Kapitel für eine altehrwürdige Casona

Die Casona Delgado Oramas, eingebettet im historischen Ortskern von San Juan de la Rambla und nur einen Steinwurf von der Küste bei Los Roques entfernt, steht am Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Jahrhunderte lang war das Anwesen von Generationen geprägt, doch heute liegt es verlassen da: Unkraut frisst sich durch die Mauern, und der Verfall prägt das Bild. Doch schon bald soll die Casona ihren alten Glanz zurückgewinnen und zum ersten Landhotel der Gemeinde werden.

Ein Juwel im historischen Zentrum

Die Casona thront in einem der wertvollsten Kulturerbeviertel der Gemeinde. Umgeben von gepflasterten Gassen und traditionellen Wohnhäusern, die noch die Essenz des alten San Juan de la Rambla bewahren, zeigt sie von außen die unübersehbaren Spuren der Zeit: abgenutzte Mauern und Balkone, deren Balken scheinbar die Last von Jahrhunderten tragen. Dahinter jedoch, hinter der Fassade, haben sich einige ihrer charakteristischsten Elemente erhalten. Das 594 Quadratmeter große Gebäude beeindruckt durch seinen zentralen, mit Steinen – vermutlich aus dem nahegelegenen Steinbruch von San Juan – gepflasterten Innenhof. Inmitten des völligen Verfalls ragen darin mehrere Palmen auf und setzen einen lebendigen Kontrast. Zudem sind eine alte Küche, eine traditionelle Wasserdestille (Destiladera) und ein originaler Backofen mit Kamin erhalten geblieben. Außen stechen vor allem der mit drei Dachflächen gedeckte Balkon, der von doppelten Konsolen gestützt wird, sowie der Aussichtspunkt an der Südfassade hervor.

„Hoffentlich restaurieren sie es, ohne seine Seele zu verlieren“

Einige Nachbarinnen, die jeden Morgen durch die Gegend spazieren, betrachten den aktuellen Zustand des Anwesens mit Wehmut, aber auch mit Hoffnung. „Seit ich klein bin, gehe ich an diesem Haus vorbei, und es hat mich schon immer fasziniert“, erzählt María Candelaria, eine Anwohnerin der ersten Stunde. „Es tut sehr weh, es so zu sehen, denn es war eines der schönsten Häuser des Dorfes“, fährt sie fort. „Hoffentlich restaurieren sie es, ohne ihm seine Seele zu nehmen.“ Dieser Wunsch, den sie mit vielen ihrer Freundinnen teilt, soll in den kommenden Monaten Wirklichkeit werden.

Eine Geschichte, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht

Die Geschichte des Gebäudes reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Die auch als Oramas Cué bekannte Casa vereint in ihrem Namen zwei Familienlinien: Oramas, eine Anspielung auf Doramas, den berühmten indigenen Anführer, der Gran Canaria während der kastilischen Eroberung verteidigte; und Cué, der Familienname des Zweigs, der später mit dem Besitz verbunden war. Der Bau begann 1766 auf Initiative des Großgrundbesitzers Antonio Lorenzo Delgado Oramas de Saá, der das Grundstück von der Familie Peraza de Ayala y Viña erwarb und das Haus nach seiner Heirat mit Ángela de la Rosa Alonso errichten ließ. Später ging das Haus an seine Kinder über, doch bewohnt wurde es vor allem von dem Priester Antonio de la Concepción Delgado Oramas de Saá, der zwischen 1810 und 1840 Pfarrer der Gemeinde war und es als Familiensitz etablierte.

Ein einschneidendes Ereignis für das Wahrzeichen war jedoch die Sturzflut von 1826, die in den Chroniken der Zeit als „wahre Katastrophe“ beschrieben wird. Die Wassermassen richteten schwere Schäden an und machten einen Teilabriss und Wiederaufbau nötig, weshalb die Fassade heute Elemente aus dem 18. und 19. Jahrhundert vereint.

Vom verfallenen Anwesen zum ersten Landhotel

Im Laufe der Zeit blieb das Anwesen in Familienhand: zunächst bei Bruno Delgado Oramas de Saá, einem Neffen des Priesters und in Kuba geboren; dann bei dessen Tochter Antonia Delgado Oramas Veraud, die ebenfalls einen Kubaner heiratete; und schließlich bei Antonio Oramas Hernández, verheiratet mit Dolores Cué Gallegos – aus dieser Verbindung entstand der Name, unter dem die Casona bis heute bekannt ist. Nun ist das Gebäude bereit, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Die Restaurierung wird von der Firma Víctor Rodríguez e Hijos SLU aus dem Nachbarort La Matanza durchgeführt, dank einer Investition der Regionalregierung von über zwei Millionen Euro. Die Arbeiten sind auf 24 Monate angesetzt und werden die historische Casona in das erste Landhotel von San Juan de la Rambla verwandeln.

Moderner Komfort trifft auf jahrhundertealte Bausubstanz

Laut der Planung bleiben die Anordnung um den zentralen Innenhof, die beiden Eingangshallen sowie die offenen Galerien, die Ziegeldächer, die originalen Holzarbeiten und der weitläufige hintere Garten erhalten. Auch einige architektonische Schätze sollen bewahrt werden: der traditionelle Backofen mit Kamin, die Kassettendecke im Hauptsaal und der historische Balkon, der die Fassade prägt. Das Endresultat wird zudem einen Keller als Lagerraum, mehrere Doppelzimmer mit eigenem Bad im ersten Stock und zwei besondere Suiten mit eigener Terrasse umfassen. Alles wird harmonisch in Gärten, einen Pool und ein Sonnendeck eingebettet sein – ein Design, das touristische Nutzung mit Denkmalschutz verbinden soll.

Ein Gewinn für die gesamte Gemeinde

Die Nachricht hat bei vielen Bewohnern der Gemeinde große Begeisterung ausgelöst. „Dieses Haus gehört zum Bild des historischen Zentrums. Wenn es wiederhergestellt wird, wäre das eine Freude für uns alle“, sagt Milagros, eine weitere Seniorin, die die Entwicklung des Projekts genau verfolgt. Carmen, eine andere Nachbarin, hebt lieber die Bedeutung für die Einheimischen hervor: „Es wird nicht nur ein historisches Gebäude gerettet. Es kann auch Besucher anziehen, die das kulturelle Erbe, die Geschäfte und die Restaurants des Dorfes entdecken. Das ist eine große Chance für San Juan de la Rambla.“ Nach Jahrzehnten, in denen sie zusehen musste, wie die Zeit in ihren Mauern nagte, bereitet sich die Casona Delgado Oramas darauf vor, den Verfall hinter sich zu lassen. Ihre Verwandlung in ein Landhotel wird eines der markantesten Gebäude des historischen Zentrums retten und ein neues Kapitel für ein Bauwerk aufschlagen, das fast 260 Jahre nach seiner Errichtung noch immer im kollektiven Gedächtnis der Gemeinde verankert ist.

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