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Wohnungsnot auf Teneriffa: 5.500 neue Wohnungen dringend benötigt

Eine dramatische Wohnungsbilanz für den Süden Teneriffas

Die Gemeinde Granadilla de Abona im Süden Teneriffas steht vor einer gewaltigen Herausforderung: Einer aktuellen Studie der Universität La Laguna zufolge werden dort rund 5.500 Wohnungen benötigt, um die bestehende und zukünftige Nachfrage zu decken. Die von der Gemeindeverwaltung in Auftrag gegebene Untersuchung zeichnet ein Bild einer Region im Ausnahmezustand, in der die Bevölkerungszahl zwischen 2011 und 2021 um rund 27 Prozent gestiegen ist – ein Zuwachs, der zu 80 Prozent auf Migration zurückzuführen ist. Dieser Trend, so der zuständige Gemeinderat Rubén García, habe die Nachfrage nach Wohnraum „kontinuierlich“ in die Höhe getrieben.

Mietpreisexplosion und Haushaltsbelastung

Die Studie enthüllt alarmierende Zahlen: Seit dem Jahr 2020 sind die Mietpreise in Granadilla de Abona um 70 bis 80 Prozent gestiegen. Für viele Familien bedeutet das eine extreme finanzielle Belastung: Sie müssen zwischen 55 und 63 Prozent ihres Einkommens für die Miete aufwenden. „Die Analyse ist eindeutig, und niemand kann die Realität leugnen, die wir hier und in der gesamten Autonomen Gemeinschaft erleben“, stellte Rubén García in der gestrigen Gemeinderatssitzung fest.

Politische Eiszeit: Ablehnung und Eklat im Gemeinderat

Die dringende Notwendigkeit von Wohnraum hätte eigentlich ein gemeinsames Handeln erfordert, doch die politische Realität in Granadilla de Abona sieht anders aus. Die regierende Koalition aus Coalición Canaria (CC), Partido Popular (PP) und Vox lehnte einen Antrag der oppositionellen PSOE ab. Die Sozialdemokraten hatten gefordert, über die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Servicios Municipales de Granadilla de Abona, SL (Sermugran) den Bau und die Förderung von öffentlichem Wohnraum voranzutreiben. Die Debatte nahm jedoch eine unerwartete Wendung, als die Sozialisten den Saal verließen, bevor über ihren eigenen Antrag abgestimmt wurde.

Rubén García konterte die Forderung der Opposition mit dem Hinweis, dass Sermugran bereits mit Hochdruck daran arbeite, seine Strukturen anzupassen und die nötigen Mitarbeiter sowie Werkzeuge für „effiziente und nachweislich erfolgreiche Verwaltungsmodelle“ zu schaffen. „Wir dürfen das öffentliche Unternehmen nicht mit einem privaten Bauträger verwechseln“, stellte er klar. Der Sprecher der PP, Marcos Antonio Rodríguez, warf der PSOE vor, ihr Antrag komme „zu spät“, da die Regierungskoalition bereits seit dem erfolgreichen Misstrauensvotum an diesem Thema arbeite.

Handgreiflichkeiten und ein vorzeitiger Abgang

Der politische Schlagabtausch eskalierte jedoch noch während der Debatte über einen zweiten Antrag der PSOE, in dem sie einen Verhaltenskodex für die offiziellen Social-Media-Kanäle der Gemeinde forderte. Nach einem hitzigen Wortgefecht zwischen dem PSOE-Gemeinderat David Santos und der CC-Sprecherin Candelaria Rodríguez forderte Bürgermeister José Domingo Regalado mehr Respekt für die Kollegen und die Geschäftsordnung ein. Santos’ Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: „Er ist ein Popel-Diktator“, rief er dem Bürgermeister entgegen. Daraufhin wurde Santos nach dreimaliger Ermahnung des Saales verwiesen. Die parteilose Gemeinderätin Bianca Cerbán schloss sich dem folgenden Auszug der Sozialisten an. Die PSOE-Fraktionsvorsitzende Jennifer Miranda kommentierte den Vorfall als „Bestätigung einer Regierungsweise, die darauf basiert, die Opposition mundtot zu machen, die politische Debatte zu unterdrücken und den Vorsitz des Gemeinderats als Instrument der Machtdurchsetzung zu missbrauchen“. Sie warf ihrer CC-Kollegin zudem „Beleidigungen, persönliche Herabwürdigungen und ständige Anspielungen auf Familienangehörige von Oppositionspolitikern“ vor. In einer späteren Pressemitteilung bezeichnete David Santos den Bürgermeister schließlich als „Bananenrepublik-Diktator“. Die Gemeinde Granadilla de Abona steht damit nicht nur vor einer ungelösten Wohnungskrise, sondern auch vor einem tiefen politischen Graben.

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