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Papst in Sicht: Hotels auf Gran Canaria und Teneriffa restlos ausgebucht

Historischer Besuch, volle Betten

Ein Tag, der in die Geschichte eingeht: Die Ankunft von Papst Leo XIV. auf den Kanarischen Inseln hat nicht nur Gläubige und Schaulustige in ihren Bann gezogen, sondern auch die Tourismusbranche elektrisiert. Seit der Pontifex auf Gran Canaria weilt und sein Besuch in Teneriffa für morgen ansteht, sind die Hotels in den beiden wichtigsten Inselhauptstädten schlichtweg überrannt. Die Metropolregionen melden nahezu Vollbelegung, ein klares Signal für die Strahlkraft dieses Ereignisses.

Gran Canaria: 100 Prozent in der Hauptstadt

Die Hotellerie auf Gran Canaria verzeichnet zurzeit außergewöhnliche Zahlen. Wie die Federación de Empresarios de Hostelería y Turismo de Las Palmas (FEHT) mitteilt, waren die Unterkünfte in der Inselhauptstadt in der vergangenen Nacht komplett ausgebucht. Für die heutige Nacht rechnet der Verband mit einem ähnlichen Bild. „Obwohl einer der Hauptakte in Arguineguín stattfindet, weist der Süden der Insel mit 80 bis 85 Prozent eine für diese Jahreszeit normale Auslastung auf“, erklärt der Verband. Anders in Las Palmas: Dort waren die Reservierungen bereits Wochen im Voraus geschlossen, sodass die Hotels seit Tagen keine einzige freie Zimmer mehr anbieten können.

Teneriffa: Ansturm vor dem großen Tag

Auch auf der Nachbarinsel Teneriffa läuft die heiße Phase. Die Hotelvereinigung Ashotel schätzt die durchschnittliche Auslastung im Großraum Santa Cruz und La Laguna für den Vorabend des Papstbesuchs auf rund 80 Prozent. Ein beeindruckender Wert, auch wenn er leicht unter dem Niveau der Insel Gran Canaria liegt. Für die beiden großen Branchenverbände ist der historische Besuch ein Beleg für die Leistungsfähigkeit des gesamten Archipels. Miriam Ortega, Vizepräsidentin von Ashotel, betont, dass es hier um weit mehr gehe als um eine kurzfristige Nachfragespitze. „Das Entscheidende ist das Bild, das wir von Teneriffa abgeben. Die Metropolregion zeigt, dass sie bereit ist, international bedeutende Veranstaltungen professionell zu stemmen“, so Ortega. Sie ergänzt, dass die Nähe zu den geplanten Auftritten in Santa Cruz und San Cristóbal de la Laguna die Buchungslage spürbar beeinflusse, auch wenn der Papst selbst nicht auf der Insel übernachten, sondern nach Gran Canaria zurückkehren werde.

Ein Gradmesser für die Inseln

Die FEHT schließt sich dieser Einschätzung an und unterstreicht die positive Außenwirkung. „Dieses Ereignis dient uns dazu, die Managementfähigkeiten der Kanaren zu demonstrieren. Das haben wir zwar schon in der Vergangenheit bewiesen, aber diesmal trägt es eine besondere Bedeutung“, so die Verantwortlichen. Bei den zahlreichen Veranstaltungen wird kein Platz leer bleiben: Gläubige aus aller Welt und neugierige Einheimische wollen den historischen Moment miterleben. Begleitet werden sie von Hunderten von Einsatzkräften – nicht aus Vergnügen, sondern aus Pflicht –, die den reibungslosen Ablauf garantieren.

Wer bucht die Zimmer?

Ortega zufolge ist die außergewöhnliche Auslastung vor allem auf Dienstreisen im Zusammenhang mit der Organisation des Besuchs zurückzuführen. „Das sind zum einen Journalisten verschiedener Medien, aber auch Beamte der Guardia Civil und Polizeibeamte aus den Sicherheitskräften“, erläutert sie. Hinzu kämen Besucher, meist aus anderen Teilen der Kanaren, die in der Nähe der Veranstaltungsorte übernachten möchten. „Es sind oft Menschen, die an Feierlichkeiten wie der Messe im Hafenviertel oder den geplanten Treffen in La Laguna teilnehmen wollen“, fügt sie hinzu. Auf Gran Canaria zeichnet sich ein ähnliches Bild ab, jedoch mit einer besonderen Nuance: „Die Gäste sind hauptsächlich Pilger und Familien, aber auch viele Angehörige der religiösen Gemeinschaft sind bei uns untergekommen“, heißt es vom dortigen Verband.

Spitzenreiter unter den Hotels

Obwohl die Durchschnittsauslastung auf Teneriffa bei 80 Prozent liegt, gibt es Häuser, die weit darüber liegen. Das AC Hotel Tenerife im Herzen von Santa Cruz beispielsweise hat abgesehen von einem Rest von sieben Prozent alle Zimmer vergeben. Noch beeindruckender ist das Hotel Laguna Nivaria in der Altstadt von La Laguna mit einer Auslastung von satten 98 Prozent. „Wir sind ein kleines Hotel, und ein außergewöhnliches Ereignis dieser Größenordnung nützt uns meistens sehr. Aber diesmal merkt man wirklich, dass unheimlich viele Menschen anreisen“, verrät der stellvertretende Direktor Ayoze Walo. Für den großen Tag selbst hat das Haus noch kein spezielles Protokoll erstellt. „Wir warten auf weitere Informationen, um die An- und Abreise der Gäste besser koordinieren zu können“, so Walo.

Alejandro Hernández, Empfangsleiter des AC Hotel Tenerife, berichtet, dass sein Team die Gäste bereits über die Verkehrssperrungen in der Innenstadt während der Fahrt des Papamobils informiert habe. „Wir haben mit den Kunden gesprochen, deren Reservierungen auf den 11. und 12. Juni fallen“, sagt er.

Preise ziehen an – Revenue Management in Höchstform

Der Ausnahmezustand beschert der Hotelbranche auch die Chance, die Preise nach oben zu schrauben. Ein schneller Blick auf die Buchungsportale bestätigt diesen Trend. Laut dem Portal Booking sind für die Nacht vom 11. auf den 12. Juni bereits 97 Prozent der Unterkünfte in Santa Cruz ausgebucht. Die Preise bewegen sich je nach Lage zwischen 80 und 225 Euro. In La Laguna sieht es ähnlich aus. „Bei solchen Anlässen nutzen wir das sogenannte Yield-Management“, gesteht Walo. Diese Strategie dient der Gewinnmaximierung, indem die Preise flexibel an die aktuelle Nachfrage angepasst werden. Sowohl die Hotels in Las Palmas als auch jene in La Laguna und Santa Cruz haben diesen Mechanismus voll ausgereizt. Der Besuch des Heiligen Vaters auf den Kanaren ist für die Branche zu einem echten Goldesel geworden.

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