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314 Erdbeben in einer Woche: Kanaren zeigen erhöhte Aktivität

Mehr als 300 Erschütterungen in sieben Tagen

Das Kanarische Netzwerk für Seismologie hat in der vergangenen Woche insgesamt 314 leichte Erdbeben registriert. Dies geht aus dem wöchentlichen Guayota-Bericht des Kanarischen Vulkanologischen Instituts (Involcan) hervor. Die meisten dieser Beben waren von geringer Magnitude und stellten keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung dar.

Stärkstes Beben mit Magnitude 4,6 vor Gran Canaria

Der höchste gemessene Wert lag bei 4,6 auf der Richterskala. Dieses Beben ereignete sich am vergangenen Freitag, dem 22. Mai, und sein Epizentrum befand sich rund 60 Kilometer nördlich der Insel Gran Canaria. Insgesamt wurde in der vergangenen Woche eine seismische Energie von 151,42 Gigajoule im gesamten Archipel freigesetzt, so der Bericht.

Schwerpunkte auf Teneriffa, Gran Canaria und La Palma

Die Erschütterungen konzentrierten sich hauptsächlich auf die Inseln Teneriffa, Gran Canaria und La Palma. Auf La Palma ist die derzeitige Aktivität jedoch von geringer Magnitude und liegt deutlich unter dem Niveau, das während des Vulkanausbruchs im Jahr 2021 beobachtet wurde. Experten des Involcan weisen zudem darauf hin, dass die Kanaren auch durch eine moderate tektonische Aktivität geprägt sind. Daher wurden einige Beben entlang aktiver seismischer Verwerfungen registriert, wie etwa der Störungszone zwischen Teneriffa und Gran Canaria.

Bodenverformung unauffällig, aber erhöhte CO₂-Emissionen

Was die Verformung des Bodens betrifft, so teilt das Involcan mit, dass in der vergangenen Woche auf keiner Insel relevante Veränderungen festgestellt wurden. Anders sieht es bei den Gasemissionen aus: Abgesehen von den bekannten Gebieten um La Bombilla und Puerto Naos auf La Palma werden weiterhin ungewöhnlich hohe Ausstöße von Kohlendioxid (CO₂) gemessen. Das Kanarische Geochemische Netzwerk verzeichnet die relativ höchsten Werte diffuser vulkanischer Gasemissionen auf Teneriffa. Dort wird seit 2016 ein Prozess der Druckerhöhung im vulkanisch-hydrothermalen System beobachtet – ein Vorgang, der in vulkanischen Systemen kurz- und mittelfristig als normal gilt.

Ampelfarben: Grün für die meisten Inseln, Gelb für La Palma

Derzeit stehen die vulkanischen Ampeln für Teneriffa, El Hierro, Lanzarote und Gran Canaria auf Grün. Das bedeutet, dass Einwohner und Besucher dieser Inseln ihren Aktivitäten völlig normal nachgehen können. Anders ist die Lage auf La Palma: Auch mehr als vier Jahre nach dem Ende des Ausbruchs sind die geophysikalischen und geochemischen Parameter noch nicht wieder zur Normalität zurückgekehrt. Daher steht die Vulkanampel für La Palma weiterhin auf Gelb. Dies bedeutet, dass die Bevölkerung und Urlauber auf der Insel die offiziellen Mitteilungen des Zivilschutzes weiterhin aufmerksam verfolgen sollten.

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