Wie aus einem Comic: Der Blaue Drache auf den Kanaren
Die Natur hört nie auf, uns zu überraschen – und manchmal hält sie ausgerechnet am Strand seltsame Kreaturen bereit, die direkt einem Comic entsprungen zu sein scheinen. Einige von ihnen wirken aufgrund ihres Namens wie mythische Wesen. Klar ist: Ein Besuch am Strand oder in den Bergen kann mehr als eine Überraschung bereithalten. Genau das ist dem Content Creator @santi_skss passiert, einem abenteuerlustigen Kanarier, der an einem Badetag auf einige besondere „Krabbeltierchen“ stieß – wie er sie selbst nennt – und seinen Online-Followern umgehend davon berichtete.
„Wie ein Pokémon, aber gefährlich“
„Ich wollte dieses Tier schon seit Ewigkeiten in freier Wildbahn sehen, und endlich habe ich es am Strand gefunden. Es ist eines der schönsten Geschöpfe, die man im Meer zu Gesicht bekommt – aber lass dich nicht täuschen, auch wenn es wie ein Pokémon aussieht …“, schreibt er in seinen sozialen Netzwerken. Dazu postete er ein Video, in dem er mehrere Exemplare zeigt, die er an der Küste entdeckt hat.
Ein echter „Blauer Drache“ – die Spezies im Detail
Um welche Art handelt es sich also? Um nichts Geringeres als den Blauen Drachen (Glaucus atlanticus). Diese kleinen Weichtiere, auch bekannt als Atlantische Ruderschnecke, verdanken ihren Namen ihrem drachenartigen Aussehen. Unverwechselbar ist ihre Farbe: Blau und Silber. Doch so sehr ihre Schönheit auch anzieht – Finger weg, denn sie ist giftig und kann Hautreizungen verursachen.
Winzig, giftig, wendig – die Überlebensstrategie
Wie bereits erwähnt, ist dieser Nacktschnecke recht klein: Sie wird maximal vier Zentimeter lang. Ihre Färbung – auf dem Rücken dunkelblau, mit silbernen Füßen und einem intensiveren Blau, das den gesamten Körper durchzieht – ermöglicht es ihr, sich unter Wasser perfekt zu tarnen und potenziellen Fressfeinden zu entgehen. Sie besitzt sechs seitliche Fortsätze, die an Flügel erinnern und in denen sie ihr Gift konzentriert. Eine besondere Merkwürdigkeit: Das Gift produziert sie nicht selbst, sondern reichert es aus den Tieren an, die sie frisst – für den Menschen ist es jedoch genauso gefährlich bei Berührung.
Lieblingsspeise: die Portugiesische Galeere
Eines ihrer Lieblingsgerichte ist die Portugiesische Galeere (Physalia physalis), ein Hydrozoon, das einer Qualle ähnelt und mit giftigen Tentakeln ausgestattet ist. Der Kontakt mit dieser Qualle verursacht beim Menschen äußerst schmerzhafte Stiche, die schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben können – darunter Atemprobleme und starke Schmerzen. Falls Sie also einen Blauen Drachen anfassen, können die Symptome denen einer Portugiesischen Galeere sehr ähnlich sein.
Ein Leben zwischen Meeresgrund und Oberfläche
Dieses Tier lebt normalerweise am Meeresboden, verbringt aber einen Großteil seines Lebens an der Wasseroberfläche, wo es sich von der Strömung treiben lässt. Um an der Oberfläche zu bleiben, schluckt es Luftblasen und speichert sie in seinem Körper. Eine der bemerkenswertesten Besonderheiten: Der Blaue Drache schwimmt auf dem Rücken – und zwar genau wegen dieser Gasblase in seinem Magen.

