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Polizei zerschlägt Mafia-Netzwerk auf Teneriffa und in Barcelona

Internationale Schlag gegen die Mafia: Vier Festnahmen auf Teneriffa und in Barcelona

Die spanische Nationalpolizei hat einen schweren Schlag gegen die organisierte Kriminalität geführt. Auf Teneriffa und in Barcelona gingen den Beamten insgesamt vier mutmaßliche Mitglieder italienischer Verbrecherbanden ins Netz. Die Männer sollen Teil transnationaler krimineller Organisationen sein, die systematisch mit gefälschten Ausweisen und Reisedokumenten arbeiten.

Europäische Haftbefehle und internationale Koordination

Die Festnahmen erfolgten auf Grundlage von Europäischen Haftbefehlen, die von der italienischen Staatsanwaltschaft ausgestellt wurden. Hinzu kam eine Europäische Ermittlungsanordnung. Das Verfahren wurde federführend von der spanischen Nationalpolizei koordiniert, die das gesamte Ermittlungsverfahren von Anfang an international ausrichtete. Wie die Polizei mitteilte, war die Zusammenarbeit mit den italienischen Sicherheitsbehörden – darunter die Spezialeinheiten SCO der Polizia di Stato und ROS der Carabinieri – ebenso entscheidend wie die Unterstützung durch Eurojust.

Die Ermittlungen begannen im Rahmen einer engen Kooperation zwischen der Comisaría General de Información (Generalkommissariat für Information) und dem sogenannten „Punto Atenas“ – einer Dokumentenprüfstelle der Ausländer- und Grenzbehörde. Diese Einheit hat sich auf die Überwachung, Analyse und Unterbindung des massiven und systematischen Einsatzes von Fälschungen spezialisiert, wie ihn diese kriminellen Gruppen betreiben. Die potenzielle Gefahr für die innere Sicherheit sei enorm, betonten die Ermittler.

Modus Operandi: Gefälschte Pässe als Grundlage krimineller Aktivitäten

Im Laufe der Untersuchungen stellte sich heraus, dass die Verdächtigen in Spanien wiederholt auf gefälschte Dokumente zurückgriffen. Diese Praxis, so die Polizei, sei ein typisches Element im Vorgehen vieler in Spanien aktiver krimineller Organisationen. Sie stelle eine ernste Sicherheitslücke für den Staat dar, da sie das öffentliche Vertrauen in Ausweise und die Grenzkontrollen untergrabe. Diese Dynamik ermögliche es den Straftätern, hochwirksame illegale Aktivitäten nahezu ungestraft durchzuführen.

Gleichzeitige Durchsuchungen auf Teneriffa – Waffen, Drogen und Bargeld sichergestellt

Die Festnahmen auf Teneriffa und in Barcelona erfolgten zeitgleich. Alle vier Verdächtigen sind italienische Staatsbürger. Im Zuge der Ermittlungen durchsuchten die Beamten auf Grundlage der Europäischen Ermittlungsanordnung das weitläufige Anwesen eines der Festgenommenen in San Miguel de Abona (Santa Cruz de Tenerife). Sowohl im Haupthaus als auch in den Nebengebäuden wurden die Ermittler fündig:

  • Mehrere Schusswaffen und umfangreiche Munitionsbestände
  • Eine Präzisionswaage
  • Verschiedene Mengen an Betäubungsmitteln (Ecstasy, MDMA, Haschischöl, Kokain und Marihuana)
  • 605 Euro in bar
  • Gefälschte Ausweisdokumente
  • Italienische Kennzeichenschilder
  • Eine Vielzahl elektronischer Geräte (Mobiltelefone, Computer, Speichermedien)

Bei der Festnahme in Barcelona beschlagnahmten die Beamten ebenfalls gefälschte Dokumente von dem Italiener, gegen den ein Europäischer Haftbefehl vorlag.

Weiteres Vorgehen und Hintergrund der Operation

Die festgenommenen Männer wurden den zuständigen Gerichten in Santa Cruz de Tenerife und Barcelona vorgeführt. Anschließend sollen sie an die Audiencia Nacional (spanisches Zentralgericht für Schwerstkriminalität) überstellt werden, um die Auslieferungsverfahren nach Italien in die Wege zu leiten.

Die gesamte Operation wurde von der Comisaría General de Información im Rahmen des Programms zur Bekämpfung „Neuer destabilisierender Bedrohungen der inneren Sicherheit“ (NADSI) durchgeführt. Dieses Programm umfasst hybride Bedrohungen, Proxy-Kriminalität und Organisationen, die in politische, wirtschaftliche, soziale, technologische, ökologische und gesellschaftliche Strukturen eindringen können.

Die Polizei hob zudem die Arbeit des „Punto Atenas“ hervor. Diese innerhalb der UCRIF (Zentrale Einheit gegen illegale Einwanderungsnetzwerke und Dokumentenfälschung) angesiedelte Stelle fungiert als zentrale Anlaufstelle für schnelle Anfragen. Jeder Polizeibeamte, der im Dienst auf verdächtige oder gefälschte Dokumente stößt, kann dort umgehend eine Prüfung beantragen. Im positiven Fall erstellen die Experten einen digital signierten technischen Bericht, der den Ermittlungen beigefügt wird. Auf diese Weise erhalten die Beamten eine schnelle und effektive Antwort bei Zweifeln an der Echtheit von Identitäts-, Reise- oder Führerscheindokumenten im Zusammenhang mit illegaler Einwanderung oder anderen Straftaten.

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