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Todesmutige Sprünge: Jugendliche riskieren in Agaete ihr Leben

Riskante Sprünge von alter Krananlage im Hafen von Agaete

Die Bilder wiederholen sich: Im Hafen von Agaete auf Gran Canaria klettern mehrere Jugendliche auf einen alten Kran und stürzen sich aus großer Höhe ins Meer. Dabei führen sie waghalsige Purzelbäume und gefährliche Manöver aus, die das Risiko schwerer Verletzungen enorm erhöhen. Der Vorfall hat bei Experten für Wassersicherheit erneut große Besorgnis ausgelöst.

Experten warnen vor lebenslangen Folgen

Die Organisation „Canarias 1.500 Km Costa“, die sich für Sicherheit an der Küste einsetzt, warnt eindringlich vor solchem Leichtsinn. „Eine Gruppe junger Männer spielt sinnlos mit ihrem Leben, indem sie von dem alten Kran im Hafen von Agaete im Norden Gran Canarias springen. Mit ihren Saltos und akrobatischen Einlagen setzen sie ihre körperliche Unversehrtheit aufs Spiel“, sagt Sebastián Quintana, Experte für Ertrinkungsprävention und Wassersicherheit, nachdem er die Aufnahmen von der Szene analysiert hat.

Trotz Sperrung: Gitterstäbe wurden entfernt

Die alte Metallkonstruktion ist eigentlich durch Gitter gesichert, um den Zutritt zu verhindern. Doch Unbekannte haben mehrere Stangen gewaltsam entfernt, sodass die Jugendlichen die Anlage weiterhin als improvisierte Plattform für ihre Sprünge nutzen können. Wie Quintana erklärt, wiederholt sich dieses gefährliche Spiel regelmäßig, besonders an den Wochenenden – und das trotz ständiger Ermahnungen durch Anwohner, Spaziergänger und die Sicherheitskräfte.

„Obwohl Passanten, Polizeibeamte, die Guardia Civil und das Hafenpersonal immer wieder warnen, ist dies eine Szene, die sich viel zu häufig wiederholt, vor allem an den Wochenenden“, berichtet der Experte. Die Organisation lobt ausdrücklich die Präventionsarbeit der Gemeinde Agaete, der örtlichen Polizei und der Hafenverwaltung. „Uns ist bekannt, dass die Gemeinde Agaete, ihre Polizei und die Hafenverantwortlichen diese jungen Leute immer wieder ermahnen und ansprechen, um solch rücksichtsloses und fahrlässiges Verhalten zu unterbinden“, so Quintana. Eine ständige Überwachung des gesamten Bereichs sei jedoch kaum möglich, was solche Vorfälle immer wieder begünstige.

Mahnmal der Vergangenheit: Fast tödlicher Unfall vor zehn Jahren

Die Sorge ist nicht nur theoretischer Natur. Vor genau zehn Jahren ereignete sich am selben Kai ein schwerer Unfall, der an die tödliche Gefahr solcher Aktionen erinnert. „Vor genau einem Jahrzehnt zog sich ein fünfzehnjähriger Junge bei einem ähnlichen Sprung an genau dieser Stelle ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zu. Dieser Vorfall hätte ihn beinahe das Leben gekostet oder zu einer Querschnittslähmung oder Tetraplegie geführt“, erinnert Quintana.

Die unterschätzte Gefahr des Kopfsprungs

Die Experten betonen, dass ein falscher Eintauchwinkel innerhalb von Sekunden irreversible Rückenmarksverletzungen, Brüche der Halswirbelsäule oder schwere Traumata verursachen kann. Neben der Sprunghöhe gibt es weitere Gefahren: wechselnde Wassertiefen, Felsen, unter Wasser liegende Strukturen oder der Kontrollverlust während des Falls. Die Botschaft ist klar: Der Spaß ist das Risiko nicht wert.

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