Drei Tote auf dem Weg zu den Kanaren
Das Hantavirus rückt wieder in den Fokus der Öffentlichkeit: Drei Menschen sind an Bord eines Kreuzfahrtschiffes gestorben, das von Argentinien aus Kurs auf die Kanarischen Inseln genommen hatte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bestätigt, dass sie eine Untersuchung eingeleitet hat, um zu klären, ob es sich um einen Ausbruch des Hantavirus handelt. Mittels epidemiologischer Studien soll das genaue Ausmaß ermittelt werden.
Was ist das Hantavirus?
Das Hantavirus ist kein neues Phänomen – die Krankheit ist seit Jahrzehnten bekannt. Je nach Virusvariante kann sie von Nierenbeschwerden bis hin zu schweren Atemwegserkrankungen reichen. Die Hauptübertragungswege sind der Kontakt mit infizierten Nagetieren oder deren Ausscheidungen. Das Virus findet sich im Urin, im Kot und im Speichel dieser Tiere.
So erfolgt die Ansteckung
Die größte Gefahr besteht, wenn diese Ausscheidungen austrocknen und zu Staub werden, der eingeatmet werden kann. Eine der häufigsten Infektionsquellen ist daher das Einatmen kontaminierter Luft beim Reinigen geschlossener Räume, in denen sich Mäuse aufgehalten haben. Nach Angaben der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) kann eine Ansteckung auch durch das Berühren kontaminierter Oberflächen erfolgen, wenn man sich danach mit den Händen ins Gesicht fasst.
Kann das Virus von Mensch zu Mensch übertragen werden?
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist äußerst selten. In den allermeisten Fällen liegt der Ursprung einer Infektion im Kontakt mit infizierten Nagetieren. Dennoch wurden in der Vergangenheit vereinzelt Ansteckungen zwischen Menschen dokumentiert.
Symptome: Von grippeähnlich bis lebensbedrohlich
Die ersten Symptome sind leicht mit einer Grippe zu verwechseln. Zu den häufigsten Anzeichen zählen:
- Fieber
- Muskelschmerzen
- Müdigkeit
- Schüttelfrost
- Kopfschmerzen
- Übelkeit oder Erbrechen
Bei manchen Patienten schreitet die Erkrankung jedoch schnell voran und befällt die Atemwege. In diesen Fällen können Husten, Atemnot und ein Druckgefühl in der Brust auftreten. Die schwerste Verlaufsform ist das Hantavirus-Lungensyndrom, bei dem sich Flüssigkeit in der Lunge ansammelt – ein Zustand, der tödlich enden kann.
Wie hoch ist die Sterblichkeitsrate?
Obwohl das Hantavirus selten ist, kann es sich schnell und gefährlich entwickeln. Die Sterblichkeitsrate variiert je nach Virus-Typ:
- Beim Lungensyndrom liegt sie bei knapp 35 Prozent.
- Beim hämorrhagischen Fieber mit Nierensyndrom ist sie mit ein bis 15 Prozent deutlich niedriger.
Gibt es eine Behandlung?
Es gibt keine spezifische Therapie, die die Infektion heilt. Dennoch gilt: Je schneller ein Patient medizinisch versorgt wird, desto höher sind seine Überlebenschancen. Die WHO und die Gesundheitsbehörden raten daher zu erhöhter Wachsamkeit, insbesondere in Regionen, in denen Nagetiere vorkommen.

