Rassistische Beleidigungen auf dem Spielfeld
Ein Jugend-Basketballspiel auf Teneriffa ist am vergangenen 18. April in La Laguna von einem rassistischen Vorfall überschattet worden. Eltern von Schülern der Luther King Schule attackierten einen der Schiedsrichter verbal.
Laut dem offiziellen Spielbericht riefen die Eltern dem Unparteiischen zu: „Wir werden dich holen, aus dem Flüchtlingsboot, mit dem du gekommen bist.“ Der Schiedsrichter stammt ursprünglich aus Kuba und ist niemals mit einem Flüchtlingsboot auf die Kanaren gekommen.
Der Vorfall im Detail
Der Eklat ereignete sich in der 4. Minute des vierten Viertels. Ein Spieler des Teams LK Arafo wurde des Feldes verwiesen, nachdem er einem Gegenspieler einen Ellbogenschlag ins Gesicht versetzt hatte. Unmittelbar nach dieser disqualifizierenden Aktion wandte sich eine Gruppe von Zuschauern, die im Bericht als Fans der Gastmannschaft identifiziert wurden, an den Schiedsrichterassistenten und beleidigte ihn rassistisch.
Daraufhin unterbrachen die Schiedsrichter die Partie und forderten die Aggressoren auf, die Halle zu verlassen. Das Spiel war für volle 25 Minuten unterbrochen – so lange dauerte es, bis die Eltern und Angehörigen der betroffenen Jugendlichen die Sporthalle endlich geräumt hatten. Das Spiel war ein Duell der ersten Minibasket-Division zwischen dem Team Cajasiete Fundación CB Canarias und LK Arafo.
Keine Sanktionen, keine Entschuldigung
Bemerkenswert ist die ausbleibende Reaktion der Verantwortlichen. Das Wettkampfkomitee des Insel-Basketballverbands von Teneriffa unter Vorsitz des Anwalts José Antonio Negrín Hernández hat 13 Tage nach den rassistischen Beleidigungen noch keine Sanktionen verhängt. Auch vom Verein LK Arafo selbst gibt es bislang keine Entschuldigung für das Verhalten der Eltern.
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Respektlosigkeit gegenüber Schiedsrichtern im Jugend- und Breitensport – und auf die Frage, wie Verbände und Vereine mit rassistischen Vorfällen umgehen sollten.

