Zeugin schildert entsetzliche Szenen in der Brandnacht
Ein junger Anwohner des Gebäudes, das in der Nacht zum vergangenen Samstag in Teneriffa in Flammen aufging, schildert die schrecklichen Momente: „Wir hörten die Nachbarn in dem brennenden Haus schreien und sehr laute Schläge.“ Das war sein erster Eindruck, nachdem er Minuten nach Ausbruch des Feuers aufgewacht war. Das Feuer hatte sich von einer Wohnung im ersten Stock des Gebäudes in der Gemeinde Los Realejos im Norden der Insel ausgebreitet. Bislang kamen drei Menschen ums Leben: eine 75-jährige Frau direkt am Tatort sowie ein Ehepaar, eine 70-Jährige und ein 65-Jähriger, im Hospital Nuestra Señora de La Candelaria.
Trauer um pensionierte Lehrerin und adoptives Elternpaar
Die 75-jährige Frau, die in der Samstagnacht starb, war eine pensionierte Lehrerin, die einige Jahre lang an einer Schule in Puerto de la Cruz unterrichtet hatte. Die beiden anderen Toten waren die Adoptiveltern ihrer Tochter. Unterdessen wird eine weitere 60-jährige Frau, die aufgrund von Rauchgasinhalation einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitt, weiterhin im Hospital Universitario de Canarias (HUC) behandelt. Sie wurde reanimiert und in kritischem Zustand dorthin gebracht; ihr Zustand bleibt ernst.
Feuer brach um 3:29 Uhr in der Calle Los Bancales aus
Der Vorfall ereignete sich in der Nummer 23 der Calle Los Bancales im Ortsteil Toscal-Longuera um 3:29 Uhr nachts. „Es gab sehr laute Schläge, als ob Glas zerspränge“, erklärt einer der Anwohner in der Nähe des Geschehens. Die Ursachen für den schweren Brand im Gebäude „Rosme II“ sind bisher noch nicht bekannt geworden. Dieser Zeuge gab jedoch an, dass er, wenn er frühmorgens um 2:00 oder 5:00 Uhr mit seinem Hund rausging, „immer ein Licht an war, wie vom Fernseher, in der Wohnung, in der das Feuer begann“. Der junge Mann schränkt ein, dass dies nicht bedeute, dass dies der Ursprung der Flammen gewesen sei, besteht aber darauf, dass von außen immer das gleiche Licht zu sehen war.
Hohe Brandlast und vergebliche Löschversuche
Als Erster bemerkte ein Mann, der in der angrenzenden Wohnung wohnt, den Brand. Wie Personen aus der Gegend erklären, soll es in der Wohnung, in der die Flammen ausbrachen, eine erhebliche Ansammlung von Gegenständen gegeben haben, die vermutlich zur raschen Ausbreitung des Feuers beigetragen haben. Einige Nachbarn versuchten, das Feuer mit einem Feuerlöscher zu bekämpfen, hatten jedoch keinen Erfolg, da es bereits zu groß und zu weit fortgeschritten war. Vom Balkon schlugen Flammen und Rauch heraus, aus einem seitlichen Fenster stieg eine dichte, schwarze Rauchsäule auf.
Sieben Personen von Rauchgasen betroffen
Die sieben Personen, die Rauchgas eingeatmet hatten – von denen bereits zwei gestorben sind und eine weiterhin in ernstem Zustand ist – wurden in den Treppenhäusern und im Innenhof des Gebäudes aufgefunden. Die übrigen Bewohner des Blocks mit 16 Wohnungen schlossen sich in ihren Wohnungen ein und blieben unverletzt. Den ersten Polizisten, die am Tatort eintrafen, war der Zugang durch das Erdgeschossportal aufgrund des dichten Rauches verwehrt, was die verzweifelte Situation bis zum Eintreffen der Feuerwehr verdeutlicht.
Drei Tage offizielle Trauer und Bestürzung in der Gemeinde
Die Gemeindeverwaltung von Los Realejos kündigte gestern an, drei Tage offizielle Trauer um das Ableben der drei Einwohner auszurufen. Der Vorfall hat große Bestürzung unter den Bürgern in Toscal-Longuera und in der gesamten Gemeinde ausgelöst. Tatsächlich blieben am Sonntagmittag alle Fußgänger und Vorbeifahrenden in der Calle Los Bancales stehen und blickten zur geschwärzten Fassade des Gebäudes „Rosme II“.
Gebäude weiterhin abgesperrt – Bewohner bei Verwandten untergekommen
Eine erste technische Inspektion des Gebäudes wurde am Samstagmorgen von einem Architekten der städtischen Bauaufsicht durchgeführt, der zunächst keine Schäden an der Tragstruktur des Wohnblocks feststellte. Das Gebäude blieb auch am Sonntag abgesperrt und wurde von Beamten der Nationalpolizei bewacht, da noch Ermittler der Kriminalpolizei und der wissenschaftlichen Polizei der Polizeiwache von Puerto de la Cruz Untersuchungen vor Ort durchführen müssen. Nach einer ersten Nacht in einem Hotel der Gegend entschieden sich die beiden Familien, die diese Option gewählt hatten, am Sonntag, zu Verwandten zu ziehen. Die Kommunalpolizei von Los Realejos und die Nationalpolizei hatten insgesamt 30 Personen aus etwa dreizehn Familien evakuiert. Die Gemeindeverwaltung teilte mit, sie stehe der Verwaltung der betroffenen Eigentümergemeinschaft und jeder Familie einzeln zur Verfügung, um sie bei allem zu unterstützen, was sie benötigen.

