Brutaler Überfall in Las Remudas
Ein Mann in einem grauen Kapuzenpullover nähert sich der Tür einer Spielhalle im Telder Stadtteil Las Remudas. Er beugt sich nach vorne, schleicht sich heran, als wolle er prüfen, wie viele Menschen sich im Inneren befinden. In seiner Hand hält er eine Vorschlaghammer. Es ist 23:18 Uhr am Donnerstagabend. Als er feststellt, dass der Spielsalon praktisch leer ist, wagt er den Eintritt. Hinter dem Anführer, wie auf den Aufnahmen der Überwachungskameras zu sehen ist, dringen elf weitere Personen in den Betrieb ein. Alle sind bewaffnet – mit Vorschlaghämmern oder Brecheisen –, vermummt und tragen Handschuhe.
Angriff auf die alleinige Angestellte
Im Inneren der Spielhalle in der Calle Las Remudas Nummer 88 befand sich zu diesem Zeitpunkt nur eine Angestellte. Die Täter gingen auf sie zu, um den gewaltsamen Raubüberfall auszuführen, und forderten sie auf, den Laden zu schließen. Die zwölf Beteiligten machten sich dann direkt auf den Weg zu den Spielautomaten, mit dem eindeutigen Ziel, sie zu zerstören. „Sie sind hingegangen, um alles kaputt zu machen“, berichten Zeugen des Überfalls. Es scheint, als sei das Ziel nicht gewesen, so viel Bargeld wie möglich zu stehlen, sondern dem Geschäft maximalen Schaden zuzufügen.
Systematische Zerstörung
Schlag für Schlag zertrümmerten sie mit den Vorschlaghämmern die Spielautomaten und andere Geräte. Sie nutzten die Gelegenheit auch, um einige der Maschinen gewaltsam zu öffnen. Der Raubüberfall wirkt unorganisiert. Auf den Bildern sind die Diebe nicht als koordiniertes Team mit verteilten Aufgaben zu sehen, sondern wie sie planlos hin und her laufen und alles vandalieren, was ihnen in die Quere kommt. Nach vier Minuten mutwilliger Zerstörung verlassen sie den Ort. Einer von ihnen, der Erste, der eingetreten war, übergibt der Verkäuferin kurz vor dem Abzug die Schlüssel des Geschäfts – dieselben, die sie benutzt hatten, um die Wettannahmestelle abzuschließen und zu verwüsten.
Flucht und Ermittlungen
Die zwölf Vermummten fliehen in Richtung Avenida del Cabildo Insular. Die Nationalpolizei (Policía Nacional) hat die Ermittlungen zu dem Überfall übernommen und versucht, die Beteiligten zu lokalisieren und festzunehmen. Die erste Schadensschätzung für die zerstörten Spielautomaten beläuft sich laut der Anzeige des Ladenbesitzers auf 20.000 Euro. Das gestohlene Bargeld ist in dieser Summe noch nicht enthalten. Nach Informationen dieser Zeitung deuten erste Erkenntnisse darauf hin, dass es sich bei mehreren der Täter um Kunden des Spielsalons handeln könnte. Die Angestellten hätten sie beim Betrachten der Sicherheitskameras erkannt. Die Polizei untersucht derzeit das Tatmotiv.

