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Migration zu Kanaren bricht ein – doch Todesfälle bleiben hoch

Drastischer Rückgang der Ankünfte im ersten Quartal

Seit Jahresbeginn 2026 haben 2.097 Menschen auf 22 seeuntüchtigen Booten die gefährliche Migrationsroute über den Atlantik zu den Kanarischen Inseln überlebt. Diese Zahl markiert einen dramatischen Einbruch von 80,1 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zwischen Januar und April 2025 waren noch 10.515 Migranten an Bord von 166 Booten auf den Inseln angekommen. Der starke Rückgang der Ankünfte zeigt sich auch im gesamten spanischen Hoheitsgebiet, wo bislang 7.030 Menschen registriert wurden – ein Minus von 47,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das spanische Innenministerium mitteilte.

Tödliche Gefahren auf dem Atlantik bleiben unverändert

Während die Zahlen der Ankünfte sinken, hören die Todesfälle auf dieser Grenzroute nicht auf. Das „Missing Migrants“-Projekt der Internationalen Organisation für Migration (IOM) verzeichnet für das Jahr 2026 bereits 115 Menschen, die auf der Route von Westafrika zu den Kanaren ums Leben kamen. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch weitaus höher liegen, da viele Tragödien unentdeckt bleiben und Dutzende Migranten im Ozean verschwinden. Der jüngste von der IOM registrierte Vorfall datiert vom 5. März 2026 und ereignete sich vor der Küste von Saint Louis im Senegal. Das Boot war elf Tage zuvor in Gambia gestartet; unter den Toten war auch ein Baby.

Schwerste Katastrophe zu Jahresbeginn

Das bislang tödlichste Schiffsunglück, das im „Missing Migrants“-Projekt verzeichnet ist, ereignete sich Anfang des Jahres und forderte mindestens 107 Menschenleben. Laut den von der IOM veröffentlichten Informationen sank das Boot in der Nacht zum 31. Dezember in der Nähe des gambischen Dorfes Jinack. An Bord befanden sich etwa 300 Personen, doch es wurden nur 128 Überlebende lokalisiert. Obwohl 41 Leichen geborgen werden konnten, blieben die Körper von 66 weiteren Menschen verschwunden.

Tragödien vor den kanarischen Küsten

Auch in den Gewässern nahe der Kanarischen Inseln forderten die ersten beiden Wochen des Jahres 2026 mindestens drei Todesopfer. Das erste war ein 34-jähriger Mann, der sich in einem Holzboot mit 165 weiteren Menschen befand. Die spanische Seenotrettung (Salvamento Marítimo) rettete das Boot vor Teneriffa; vier Überlebende benötigten medizinische Versorgung. Die beiden anderen Opfer waren an Bord eines Bootes, das etwa 148 Meilen südöstlich von El Hierro lokalisiert wurde. Einer der Insassen war bereits tot, als die Rettungskräfte eintrafen. Der andere befand sich in einem kritischen Zustand und starb kurz nach der Rettung.

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