Vom Reagieren zum Vorhersagen: Gran Canarias neues Sicherheitsnetz
Die Inselregierung von Gran Canaria (Cabildo) hat den Zuschlag für die Einführung von „Alertagran 5“ erteilt. Dabei handelt es sich um ein neues, intelligentes Frühwarnsystem, das Staudämme, Schluchten (Barrancos) und Risikoeinzugsgebiete in Echtzeit mit Sensoren und modernsten Analysewerkzeugen überwachen soll. In einer Pressekonferenz erläuterte der Inselpräsident Antonio Morales die verschiedenen Komponenten des Systems, das mit bereits bestehenden Plattformen wie Datagran, Aquagran und Alertagran sowie mit wichtigen externen Quellen wie der Staatlichen Wetteragentur (AEMET) und dem Inselwasserrat von Gran Canaria (CIAGC) zusammenarbeiten wird.
Investition in die Sicherheit nach jüngsten Unwettern
Der Auftrag, der an das Unternehmen Canaragua Concesiones für 1,27 Millionen Euro vergeben wurde, gewinnt besondere Bedeutung vor dem Hintergrund der jüngsten Regenfälle auf Gran Canaria. Diese haben erneut die Verwundbarkeit der Insel gegenüber intensiven Wetterphänomenen aufgezeigt und die Notwendigkeit unterstrichen, Systeme zur Vorhersage und Reaktion zu verstärken. Das Projekt mit dem Namen „Intelligentes Frühwarnsystem bei Überschwemmungen“ (SIATI) wird es ermöglichen, das Verhalten von Dämmen, Schluchten und Risikogebieten live zu verfolgen.
Automatische Warnungen für schnellere Rettungskräfte
Auf Basis dieser Daten kann das System automatische Warnmeldungen generieren und Prognosen liefern, die eine schnellere, präzisere und besser koordinierte Reaktion auf mögliche Überschwemmungen oder Sturzfluten ermöglichen. „Das Ziel ist es, die Reaktionszeiten zu verkürzen, die Zuverlässigkeit der verfügbaren Informationen zu erhöhen und die Koordination zwischen den Diensten des Zivilschutzes, dem Wassermanagement und den technologischen Diensten der Inselregierung zu stärken“, betonte Inselpräsident Morales.
Paradigmenwechsel: Von reaktiv zu präventiv
„Alertagran 5 bedeutet einen entscheidenden Schritt, um von einer reaktiven zu einer präventiven Logik überzugehen“, erklärte Morales. Es gehe nicht nur darum, zu handeln, wenn das Problem bereits eingetreten sei, sondern darum, über zuverlässige, integrierte und Echtzeit-Informationen zu verfügen, die es erlauben, sich vorausschauend zu verhalten, Szenarien zu bewerten und Reaktionen effektiver zu aktivieren. „Mit anderen Worten: Wir machen einen entscheidenden Schritt weg von der Reaktion hin zur Prävention.“
„In dieser ersten Phase werden nach und nach neue Wasserläufe, Dämme oder Schluchten in das System integriert, um auf Notfälle vorbereitet zu sein und die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten“, so Morales weiter. Die jüngsten Erfahrungen mit Regenfällen in verschiedenen Teilen der Insel hätten die Bedeutung von Werkzeugen gezeigt, die zuverlässige Echtzeitinformationen liefern können, um Risikosituationen vorzubeugen.
Modell für klimabedingte Risiken
In diesem Kontext wird die Plattform den Weg zu einem präventiven Management von Notfällen ebnen, das auf der Simulation von Szenarien und der Unterstützung von Entscheidungsprozessen basiert. Das Projekt, das den Schutz der Bevölkerung, der Infrastruktur und des Inselgebiets vor den Risiken der aktuellen Klimakrise stärken soll, wurde von der Abteilung für Umwelt, Klima, Energie und Wissen der Inselregierung durch das Operative Inselkoordinationszentrum (Cecopin) und die Einheit für Wirtschaft und Innovation vorangetrieben. Unterstützung gab es auch von der Gesellschaft für die Entwicklung der Telekommunikation von Gran Canaria (Sodetegc) und der Gesellschaft für die wirtschaftliche Förderung von Gran Canaria (SPEGC) bei der Vorbereitung der Ausschreibungsunterlagen und der technischen Begleitung während der Entwicklung.

