Kapitän gesteht illegale Müllentsorgung in der Ostsee
Die schwedischen Behörden haben einem russischen Frachter die Weiterfahrt nach Gran Canaria erlaubt, nachdem sie das Schiff am Sonntag, den 12. April 2026, gestoppt hatten. Der Grund: Der Kapitän des unter panamaischer Flagge fahrenden Schiffes räumte ein, illegal Abfälle in die Ostsee entsorgt zu haben. Der Staatsanwalt Hakan Andersson bestätigte gegenüber der schwedischen Nachrichtenagentur TT, dass der Kapitän während der Befragung ein strafbares Vergehen zugegeben habe.
Kaution ermöglicht Weiterfahrt des „Hui Yuan“
Die schwedische Küstenwache gab in einer Mitteilung bekannt, dass der Kommandant eine Kaution für die Zahlung einer möglichen späteren Geldstrafe hinterlegt habe. Daraufhin wurde dem Frachter „Hui Yuan“ gestattet, schwedische Gewässer zu verlassen und seine Reise fortzusetzen. Zuvor hatten die skandinavischen Behörden das Schiff am Samstag festgesetzt. Aus der Luft aufgenommene Bilder hatten den Verdacht bestätigt, dass die Besatzung Kohlerückstände ins Wasser geworfen und damit gegen Umweltgesetze verstoßen hatte.
Schiffsabordnung im Kontext der „Geisterflotte“-Strategie
Auf Anordnung der schwedischen Staatsanwaltschaft wurde der Frachter am Sonntag um 08:00 Uhr Ortszeit vor der südschwedischen Stadt Ystad geentert. Um 13:00 Uhr durfte er die Fahrt wieder aufnehmen. Der öffentlich-rechtliche Sender SVT brachte die Aktion mit den jüngsten Maßnahmen gegen die sogenannte russische „Geisterflotte“ in Verbindung. Diese wird genutzt, um die Sanktionen gegen russisches Öl infolge des Ukraine-Krieges zu umgehen. Obwohl das aktuell betroffene Schiff Kohle und kein Öl geladen hat, ist die Strategie der schwedischen Behörden klar: Sie wollen die Toleranz gegenüber jeglichen Verstößen von mit Russland verbundenen Schiffen in der Ostsee minimieren.
Vierte Enteraktion der Küstenwache seit März
Es handelt sich bereits um den vierten Vorfall seit März, bei dem die schwedische Küstenwache ein Schiff entert hat. Zwei dieser Schiffe liegen noch immer vor der Südküste Schwedens fest. Ihre jeweiligen Kapitäne, die russischer Herkunft sind, befinden sich in Haft. Ihnen wird der Einsatz gefälschter Dokumente vorgeworfen.

