adas pflicht neuwagen eu 2026 fahrassistenzsysteme

Diese Assistenzsysteme sind ab Sommer 2026 in Neuwagen Pflicht

Der Weg zum unfallfreien Fahren: ADAS werden zur Pflicht

Moderne Fahrzeuge werden immer intelligenter und verfügen über eine wachsende Zahl an Technologien und Systemen, die den Fahrer unterstützen. Ihr Ziel ist klar: die Sicherheit erhöhen und die Unfallzahlen auf den Straßen reduzieren. Die Schlüsselrolle spielen dabei die fortschrittlichen Fahrerassistenzsysteme, kurz ADAS (Advanced Driver Assistance Systems). Diese Systeme sind ein zentraler Bestandteil der europäischen Sicherheitsvorschriften und werden für alle Neuwagen zur Pflicht.

Was sind ADAS und wie funktionieren sie?

ADAS sind eine Sammlung von Systemen, die den Fahrer während der Fahrt unterstützen sollen. Sie warnen vor Gefahren, geben Hinweise oder greifen sogar ein, wenn sie eine Unaufmerksamkeit am Steuer oder eine gefährliche Situation erkennen. Das übergeordnete Ziel ist es, Verkehrsunfälle durch diese Hilfe zu vermeiden oder zumindest die schwerwiegenden Folgen eines Unfalls abzumildern. Dafür kombinieren sie drei wesentliche Elemente für die Verkehrssicherheit:

Sensoren: Das sind Kameras, Radar oder Ultraschallsensoren, die die Umgebung des Fahrzeugs analysieren.
Software: Ein elektronisches System, das die Signale der Sensoren interpretiert und entscheidet, ob der Fahrer gewarnt werden muss.
Aktoren: Mechanismen, die bremsen, die Lenkung korrigieren oder Warnsignale an den Fahrer abgeben können, wenn bestimmte Situationen während der Fahrt auftreten.

In der Praxis ist das System dafür verantwortlich, bestimmte Gefahren auf der Fahrt zu erkennen und den Fahrer zu warnen, damit dieser so schnell wie möglich reagieren kann. Es ist jedoch wichtig zu betonen: Diese Systeme sind Assistenten, kein Ersatz für den aufmerksamen Fahrer.

Der europäische Fahrplan für mehr Sicherheit

Den großen Durchbruch für die Verbreitung dieser Systeme in Europa brachte das Jahr 2019. Damals verabschiedete die Europäische Union eine Verordnung (EU 2019/2144), die die schrittweise Einführung dieser Systeme in allen Fahrzeugen vorschreibt: ab Juli 2022 für neu typgenehmigte Modelle und ab Juli 2024 für alle Neuzulassungen. Das Ziel war und ist es, mit den Möglichkeiten der Technologie auf die „Vision Zero“ – also keine Toten im Straßenverkehr – hinzuarbeiten.

Laut der spanischen Verkehrsbehörde DGT könnten mit dieser Entscheidung in der gesamten EU bis zum Jahr 2038 bis zu 25.000 Menschenleben gerettet und 140.000 schwere Verletzungen vermieden werden. Den Berechnungen zufolge können diese Assistenten etwa 40 % aller Verkehrsunfälle, 37 % aller schweren Verletzungen und 29 % aller unfallbedingten Todesfälle verhindern.

Ein weiterer wichtiger Schritt folgt nun: Ab Juli 2026 wird für alle neuen Fahrzeuge, die in der EU zugelassen werden, ein „System zur fortgeschrittenen Warnung vor Fahrerablenkung“ verbindlich vorgeschrieben.

Diese Assistenzsysteme sind ab Sommer 2026 verpflichtend

Der spanische Automobilclub RACE hat die Systeme zusammengestellt, die für Fahrzeuge, die in diesem Sommer neu zugelassen werden, obligatorisch sind:

Intelligenter Geschwindigkeitsassistent (ISA): Erkennt das auf der Straße geltende Tempolimit und warnt den Fahrer, wenn er es überschreitet.
Automatische Notbremsung (AEB): Greift ein, wenn eine Kollision erkannt wird und der Fahrer nicht rechtzeitig reagiert.
Warnung bei unbeabsichtigtem Verlassen der Fahrspur: Warnt den Fahrer oder korrigiert die Spur, wenn das Fahrzeug die Spur verlässt, ohne dass der Blinker gesetzt wurde.
Müdigkeits- und Aufmerksamkeitswarner: Analysiert das Fahrverhalten und empfiehlt bei langen Fahrten Pausen.
Fortgeschrittene Warnung vor Fahrerablenkung: Überwacht die Aufmerksamkeit des Fahrers am Steuer und warnt bei übermäßiger Ablenkung.
Notbremsanzeige: Aktiviert ein Warnlicht bei einer starken Bremsung, um nachfolgende Fahrer zu warnen.
Querverkehrswarner hinten: Unterstützt den Fahrer beim Rückwärtsfahren und warnt vor Fußgängern, Radfahrern oder anderen Fahrzeugen.
Unfalldatenspeicher (EDR): Auch „Blackbox des Autos“ genannt, zeichnet wichtige Informationen vor und während eines Unfalls auf.
Vorinstallation für eine Alkoholsperre: Verhindert das Starten des Fahrzeugs, wenn der Fahrer die erlaubte Promillegrenze überschreitet.

Source

Nach oben scrollen
Share via
Copy link