Ein historischer Schritt für die soziale Versorgung
Der mobile Pflegedienst (Servicio de Ayuda a Domicilio, SAD) für pflegebedürftige Menschen wird endlich alle Kanarischen Inseln erreichen. Das Ministerium für Soziales (Consejería de Bienestar Social) und das Unternehmen BCM Gestión de Servicios unterzeichneten diesen Mittwoch einen Vertrag, der die Versorgung von etwa 1.500 älteren Menschen auf Teneriffa, La Gomera, Lanzarote und Fuerteventura sicherstellt. Mit dieser neuen Vereinbarung wird nicht nur der Stundensatz auf 21,90 Euro erhöht, sondern auch eine historische Forderung der Bürger erfüllt: die Versorgung selbst in den abgelegensten Gebieten des Archipels, damit kein hilfsbedürftiger Insulaner ohne Unterstützung bleibt.
Investition beendet das Warten entlegener Gemeinden
Der unterzeichnete Vertrag erfordert eine Investition von 16,8 Millionen Euro und läuft ein Jahr, kann jedoch um ein weiteres Jahr verlängert werden. Bislang hatten Bewohner entlegener Enklaven – wie Anaga auf Teneriffa oder Morro Jable auf Fuerteventura – große Schwierigkeiten, Zugang zu dieser Leistung zu erhalten, weil sich keine Unternehmen fanden, die Personal an so abgelegene Orte schicken wollten. Diese Situation versetzte sie in eine Art Schwebezustand: Sie hatten zwar einen rechtlichen Anspruch auf die Hilfe, konnten ihn aber nicht in Anspruch nehmen. Jetzt jedoch können sie fast unmittelbar nach Abschluss der Formalitäten zur Einstufung des Pflegegrades und des individuellen Betreuungsplans (Programa Individual de Atención, PIA) mit einer zugewiesenen Pflegekraft rechnen.
Wichtiger Meilenstein gegen lange Wartelisten
Die Generaldirektorin für Pflegebedürftigkeit, Concepción Ramírez, betonte, dass es sich um einen „äußerst wichtigen“ Meilenstein für die Verwaltung dieses sozialen Bereichs handle. „Derzeit warten etwa 4.800 Insulaner auf diese Leistung, die Ausschreibung hatte sich sehr lange verzögert“, räumte sie ein. Durch diesen Vertrag werde etwa 1.500 älteren oder behinderten Menschen auf vier Inseln Versorgung zuteil. Diese Zahl addiert sich zu den 1.800 Personen, die den Dienst bereits im restlichen Gebiet – auf La Palma, Gran Canaria und El Hierro – über eine andere Formel erhalten: Die Regierung finanziert, und die Inselverwaltungen (Cabildos) managen den Service.
Umfassende Unterstützung im Alltag
Das Personal unterstützt die Nutzer bei den grundlegenden Aktivitäten des täglichen Lebens, wie der persönlichen Hygiene, der Ernährung, der Medikamentenkontrolle oder der Mobilisation. Das bedeutet, die Pflegekraft hilft der pflegebedürftigen Person während ihrer Anwesenheit zu Hause beim Baden und Anziehen, bereitet Mahlzeiten zu, überwacht die Medikamenteneinnahme und leistet auch Hilfe bei Transferleistungen oder Lagerungswechseln, die Druckgeschwüre verhindern. Ein weiterer „grundlegender“ Aspekt des spezialisierten SAD ist die Haushaltsführung. Diese Aufgabe umfasst die Grundreinigung der Wohnung, das Waschen und Bügeln von Wäsche und sogar Hilfe beim Einkaufen. Diese Fachkräfte sind auch eine emotionale Stütze für die Senioren, da sie sie begleiten, damit sie sich nicht einsam oder isoliert fühlen.
Maßgeschneidert für anerkannte Pflegebedürftigkeit
Die Hauptbesonderheit, die diesen Dienst von anderen, beispielsweise auf kommunaler Ebene angebotenen Leistungen unterscheidet, ist, dass er speziell für die Betreuung von Menschen mit einem anerkannten Pflegegrad konzipiert ist und sich daher an die Bedürfnisse jedes Einzelnen anpasst. Bevor die Hilfe beginnt, führt das Unternehmen eine erste Bewertung durch, um Art und Umfang der benötigten Leistungen zu bestimmen.
Großes Team für eine gute Versorgung
Die Ministerin für Soziales, Candelaria Delgado, erklärte, dass für ein gutes Management des Dienstes ein Team aus 545 mobilen Pflegekräften, zwei Verwaltungsangestellten, fünf Koordinatoren und einer Leitungsperson notwendig sei. „Dieses Personal wird die täglichen Operationen betreuen und muss darauf vorbereitet sein, etwaige Vorfälle oder Unvorhergesehenes während seiner Tätigkeit abzudecken, da es in gesundheitlichen und psychosozialen Aspekten geschult ist“, fügte sie hinzu.
Stundenkontingente je nach Pflegegrad
Die Regelung legt fest, dass Personen mit anerkanntem Pflegegrad I Anspruch auf eine geschätzte Betreuung von 20 bis 37 Stunden pro Monat haben; bei Pflegegrad II sind es 38 bis 64 Stunden; und Personen mit Pflegegrad III, bekannt als Schwerstpflegebedürftige, können bis zu 94 Stunden Hilfe pro Monat beantragen. Das letztendliche Ziel dieses Dienstes ist es, zu gewährleisten, dass ältere Menschen so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden bleiben können, ohne ihre gewohnte Umgebung verlassen zu müssen. Neben dem Versuch, den körperlichen und kognitiven Verfall dieser Nutzer zu verlangsamen, soll so vermieden werden, dass sie am Ende einen Platz in einem Pflegeheim belegen müssen.
Attraktivere Bedingungen für Pflegekräfte
Um die geschätzten 1.500 Nutzer zu versorgen, wird ein Gesamtvolumen von 717.175 effektiven Stunden veranschlagt, die in den Haushalten geleistet werden. Der Stundensatz wurde auf 21,90 Euro festgelegt, und die Anfahrtszeit ist in die Arbeitszeit eingeschlossen, mit einem zusätzlichen Aufschlag für schwer zugängliche Gebiete oder lange Anfahrtswege. „Dieser letzte Aspekt war einer der Punkte, der Unternehmen bisher abgeschreckt hat, deshalb haben wir daran gearbeitet, ihn abzudecken“, betonte Delgado.

