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Kriminelles Netzwerk schickte 650 Tonnen Giftmüll von Teneriffa nach Afrika

Großrazzia gegen Umweltkriminalität

Die Guardia Civil und der Zollüberwachungsdienst der spanischen Steuerbehörde haben ein kriminelles Netzwerk zerschlagen, dem die illegale Verschiffung von bis zu 650 Tonnen gefährlicher Abfälle von Teneriffa in verschiedene afrikanische Länder zur Last gelegt wird. Im Rahmen der Ermittlungen werden aktuell 32 Personen sowie vier auf Teneriffa, Gran Canaria und Mallorca ansässige Gesellschaften wegen des Verdachts auf Straftaten gegen die natürlichen Ressourcen und die Umwelt untersucht.

Verdächtige Containerbewegungen weckten Verdacht

Die Untersuchungen begannen, als kontinuierliche Warenbewegungen in Seecontainern auffielen, die vom Hafen Santa Cruz de Tenerife mit Zielrichtung mehrere afrikanische Staaten ausliefen. Die Observation übernahmen Beamte der Umwelt-Einheit der Guardia Civil (Seprona) und des Zollüberwachungsdienstes. Sie beobachteten einen konstanten Fluss von Sendungen, die angeblich durch Handelsdokumente gedeckt waren. Laut den Ermittlungen dienten diese Papiere jedoch dazu, die wahre Natur der Fracht zu verschleiern.

Falschfakturen zur Tarnung der illegalen Fracht

Den offiziell verbreiteten Informationen zufolge tarnten die Beschuldigten ihre Aktivitäten mit gefälschten Rechnungen, um Inspektionen zu vermeiden oder ein Exportstopp zu verhindern. Auf diese Weise habe die Organisation verschiedene Abfallarten, darunter auch als gefährlich eingestufte Materialien, ins Ausland gebracht – mit den entsprechenden Risiken für die Umwelt und die öffentliche Gesundheit.

Was genau wurde exportiert?

Zu den exportierten Materialien gehörten Abfälle aus elektrischen und elektronischen Geräten, insbesondere Motoren und Kompressoren aus Kühlgeräten. Diese waren, so die Ermittlungen, ohne die vorgeschriebene Dekontamination ausgebaut worden. Dieser Punkt ist besonders heikel, da solche Systeme Gase enthalten können, die umweltschädlich sind und bei unkontrollierter Freisetzung in die Atmosphäre gesundheitsschädlich wirken. Hinzu kamen Autoteile und Ersatzteile, die ebenfalls nicht sachgemäß behandelt worden sein sollen, sowie etwa 38 Tonnen Feuerlöscher. Das Netzwerk verschiffte zudem Pkw, Transporter und Lkw, die mit mutmaßlich gefälschten Papieren als Gebrauchtware deklariert wurden, um den Export zu ermöglichen.

Umfang und Wert der illegalen Abfälle

Insgesamt soll die Organisation 650 Tonnen gefährliche und weitere 86 Tonnen nicht gefährliche Abfälle bewegt haben. Der geschätzte Gesamtwert beläuft sich auf 800.000 Euro.

Struktur des kriminellen Netzwerks

Den Ermittlungen zufolge wurde das Geflecht von fünf Personen mit unterschiedlichen Funktionen angeführt. Zwei von ihnen, mit Wohnsitz auf Gran Canaria, sollen für die notwendige Dokumentenverwaltung und Logistik zum Verschiffen der Container verantwortlich gewesen sein. Die anderen drei, auf Teneriffa ansässig, waren laut den Behörden direkt für den Versand der Abfälle – entweder in eigenem Namen oder über Dritte – zuständig. Sie beschafften auch die notwendigen Papiere, die je nach Fall legal, irregulär oder gefälscht waren.

Unwissende Dritte als Tarnung

Um der Ware einen legalen Anschein zu verleihen, nutzte das Netzwerk verschiedene Geschäfte, die Rechnungen auf Namen Dritter ausstellten. In einigen Fällen hätten diese Personen oder Einrichtungen nach Ermittlungsstand von der laufenden Aktivität sogar gar keine Kenntnis gehabt. Dieser instrumentelle Gebrauch von Unternehmen und Handelsdokumentation ist nach Ansicht der Ermittler eines der Elemente, die den Exportkreislauf aufrechterhalten konnten.

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