erste doppeldecker busse spanien teneriffa

Teneriffa bekommt erste Doppeldecker-Busse Spaniens

Pioniere auf Spaniens Straßen rollen an

Bevor der nächste Sommer zu Ende geht, werden 13 Doppeldecker-Busse, die ersten ihrer Art im öffentlichen Verkehr Spaniens, über die Straßen Teneriffas rollen. Das erste Fahrzeug für die Fernverkehrslinien in den Norden und Süden der Insel traf am vergangenen Sonntag im Hafen von Santa Cruz ein. Die Präsidentin der Inselregierung (Cabildo), Rosa Dávila, präsentierte den nagelneuen Bus am Dique del Este gemeinsam mit der Mobilitätsrätin Eulalia García und der Geschäftsführerin des Verkehrsunternehmens Titsa, Victoria Padilla.

Modernste Technik und frischer Neuwagengeruch

Dávila besichtigte das Fahrzeug, bei dem besonders seine Modernität auffällt. So verfügt es beispielsweise über keine herkömmlichen Rückspiegel mehr; diese für den Fahrer essentielle Funktion übernehmen hochmoderne Kameras. Im Inneren riecht es noch nach Neuem – kaum verwunderlich, denn erst vor drei Tagen, am Freitag, verließ der Bus das spezialisierte Unternehmen Ayats in Girona auf dem spanischen Festland. Seine Reise zur Insel führte von Huelva aus mit einem Zwischenstopp auf Gran Canaria. Dávila würdigte „das einzige spanische Unternehmen, das Doppeldecker-Busse baut, und das zudem mit einer sehr handwerklich orientierten Technologie“. Sie betonte: „Wir konnten in der Fabrik den gesamten Prozess verfolgen, bei diesem und den restlichen Bussen, die bereits praktisch fertig sind.“ Besonders hob sie die lückenlose Überwachung der Lieferung hervor: „Wir haben den Transport von der Einschiffung in Huelva bis zur Ankunft hier am Sonntagnachmittag begleitet.“

Einsatz auf stark frequentierten Strecken geplant

Die Inselpräsidentin unterstrich den Pioniercharakter: „In Spanien gibt es keine Doppeldecker-Busse für den öffentlichen Verkehr, dieser wird der erste sein.“ Sie hofft, dass er innerhalb eines bis anderthalb Monaten im Einsatz sein wird. Bestimmt ist er für die Verstärkung der stark nachgefragten Linie 110 zwischen dem Verkehrsknotenpunkt (Intercambiador) von Santa Cruz und Costa Adeje, die im 15-Minuten-Takt verkehrt und 2025 bereits 1,2 Millionen Fahrgäste beförderte – ein Plus von 14% gegenüber 2024. Die Prognose: Die Passagierkapazität wird um 44% steigen, von derzeit 59 auf insgesamt 85 Plätze.

Flotte wächst schnell: Alle 13 Busse bis Juni auf der Insel

Jeden Monat werden vier weitere Busse eintreffen, die ersten dieser neuen Lieferungen bereits in einer Woche, noch im März. Daher geht die Planung davon aus, dass alle 13 Fahrzeuge bereits im Juni auf der Insel sein und über den Sommer verteilt in Betrieb genommen werden. Neben der Linie 110 werden sie auch eine weitere Südroute (TF-1), die Linie 112 (Santa Cruz – Los Cristianos), und im Norden (TF-5) die Linie 108 zwischen Santa Cruz und Icod de los Vinos verstärken. Es handelt sich dabei praktisch um Direktverbindungen mit wenigen Haltepunkten und vielen Fahrgästen.

Investition in die Verkehrswende und Fahrgastzuwachs

Dávila, García und Padilla betonten das Bekenntnis zum öffentlichen Verkehr gegenüber dem Privatfahrzeug. Als nächster Schritt werde nun die Installation der gesamten Elektronik, des Flottenmanagementsystems etc. erfolgen, um den 14 Meter langen Riesen voll einsatzfähig zu machen. Das Angebot in den Doppeldeckern wird von vier auf sechs Millionen Passagiere ausgeweitet. Dávila wertet die Modernisierung der Flotte, zusammen mit der seit dem 1. Januar 2023 geltenden Kostenfreiheit des Nahverkehrs, als Schlüsselmaßnahme zur Verbesserung der Mobilität. Sie betont: „Wir führen neue Busse ein, um das ohnehin niedrigste Durchschnittsalter einer Flotte in Spanien von drei Jahren weiter zu verbessern und weiter Fahrgäste zu gewinnen.“ In diesem Zusammenhang unterstreicht sie: „Durch die Investitionen der letzten zwei Jahre und seit Einführung der Gratis-Nutzung haben wir die Zahl der Busfahrgäste praktisch verdoppelt.“

Appell an die Bürger für einen Mentalitätswandel

Rosa Dávila reflektiert: „Wir geben unser Bestes, mit sehr wichtigen Investitionen, und jetzt müssen die Bürger den Schritt gehen.“ Sie verknüpft dies mit einem kulturellen Wandel, einem Mentalitätswechsel, „bei dem wir unser Privatfahrzeug stehen lassen und auf den öffentlichen Busverkehr setzen“ – als beste Art, die Verkehrsüberlastung der Straßen zu beenden.

Finale Ausstattung und Fokus auf Komfort & Sicherheit

Eulalia García erläutert, dass die finale Arbeit am neuen Bus „in unseren Werkstätten und Depots etwa einen Monat dauern wird, um die gesamte Technologie zu installieren“. In dieser letzten Phase erhält der Bus Sicherheitskameras, innere Informationsdisplays, das Zahlungs- und Ticketsystem oder Fahrerassistenzsysteme, um ihn an die moderne Titsa-Flotte anzupassen. Neben der erhöhten Kapazität werde auch an der Erhöhung der Taktung und der Reisegeschwindigkeit auf den haltearmen Linien gearbeitet, die dadurch, so García, „wettbewerbsfähiger werden“.

Barrierefreiheit und Komfort im Fokus

Victoria Padilla, Geschäftsführerin von Titsa, hebt die umfassenden Maßnahmen zur Barrierefreiheit hervor. Der Bus verfügt über zwei großzügige Plätze für Menschen mit eingeschränkter Mobilität im ersten Stock, eine doppelte Zugangsrampe (elektrisch und manuell), erreichbare Haltewunschtaster und ein visuelles Informations- und Hilfesystem für Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit. Im Design wurden zudem Sicherheits- und Komfortkriterien priorisiert. Alle Sitze sind mit Sicherheitsgurten ausgestattet und bieten verschiedene Anschlüsse zum Laden des Mobiltelefons während der Fahrt, um das Reiseerlebnis zu verbessern.

Große Modernisierungsoffensive mit nachhaltiger Wirkung

In drei Jahren Amtszeit hat das Cabildo de Tenerife insgesamt 351 neue Busse angeschafft und damit eine der modernsten Flotten Spaniens mit einem Durchschnittsalter von etwas über drei Jahren aufgebaut. Die nächsten Fahrzeuge für die Titsa-Flotte sind diese 13 Doppeldecker. Noch in diesem Jahr werden weitere 57 neue Busse folgen, die noch 2026 in Dienst gestellt werden können. Bereits 2027 kommen dann 25 weitere Fahrzeuge für den Überlandverkehr hinzu. Fünf davon werden wiederum Doppeldecker sein, sodass die Insel insgesamt über 18 Doppeldecker-Busse auf ihren Hauptverkehrsadern verfügen wird. Diese neue Flotte hat bereits zu einer Reduktion der Emissionen von Titsa um über 7% geführt und fördert so eine sauberere und nachhaltigere Mobilität.

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