Neun Fälle auf den Inseln, zwei Krankenhausaufenthalte
Auf den Kanarischen Inseln sind neun Säuglinge an gastrointestinalen Symptomen erkrankt, die mit dem Konsum von zurückgerufener Säuglingsmilchnahrung in Verbindung gebracht werden. Wie die Regionalregierung der Kanaren und das spanische Gesundheitsministerium bestätigten, mussten zwei der betroffenen Babys hospitalisiert werden. In keinem der Fälle handelte es sich jedoch um schwerwiegende Verläufe, und alle Kinder haben inzwischen das Krankenhaus wieder verlassen.
41 Fälle landesweit – Altersdurchschnitt vier Monate
In ganz Spanien sind bislang 41 Fälle von Säuglingen registriert worden, die nach dem Verzehr der Milchnahrung Symptome zeigten. Auslöser ist die Toxin Cereulid, produziert vom Bakterium Bacillus cereus. Dreizehn der national gemeldeten Fälle – einschließlich der beiden von den Kanaren – erforderten einen Krankenhausaufenthalt. Alle Patienten sind inzwischen wieder entlassen. Das Ministerium gab an, dass das Durchschnittsalter der betroffenen Kinder bei vier Monaten lag. Alle zeigten gastrointestinale Symptome, vor allem Erbrechen und Durchfall, teils mit weiteren Begleitsymptomen.
Weitere Verdachtsfälle und intensive Überwachung
Neben den bestätigten 41 Fällen wurden zehn weitere Verdachtsfälle gemeldet, bei denen die Kinder ähnliche Symptome zeigten und Produkte der betroffenen Marken konsumiert hatten. Bei neun von ihnen konnte die Charge der verzehrten Milchnahrung jedoch nicht mehr identifiziert werden. Von den dreizehn hospitalisierten Kindern nationwide musste lediglich eines auf die Intensivstation verlegt werden. Dieses Kind wies neben den Magen-Darm-Beschwerden zusätzlich eine Atemwegsinfektion auf.
EU-weite Rückrufe und laufende Untersuchungen
Die spanische Agentur für Lebensmittelsicherheit und Ernährung (Aesan) hat seit dem 12. Dezember insgesamt sechs Warnungen vor dem Verzehr bestimmter Säuglingsmilchprodukte herausgegeben. Die Rückrufe erfolgten in mehreren Ländern, nachdem eine Kontamination mit dem besagten Toxin festgestellt worden war. Verschiedene EU-Mitgliedstaaten haben potenziell damit in Verbindung stehende Fälle gemeldet. Eine einheitliche EU-weite Falldefinition steht laut dem spanischen Gesundheitsministerium jedoch noch aus.
In Spanien zurückgerufene Hauptmarken
Nestlé – Die erste Entdeckung erfolgte im November 2025 in der Fabrik in Nunspeet (Niederlande). Zurückgerufen wurden unter anderem:
- Nidina 1 (erste Meldung vom 12. Dezember 2025)
- Nidina Confort Digest / Confort Digest 1
- NAN AR, NAN Total Confort 1 und 2, NAN Optipro 1
- NAN SupremePro 1 und 2
- Nativa 1
- Alfamino / Alfamino Junior
Danone – Zurückgerufen wurden:
- Almirón (mehrere Chargen, verschiedene Mindesthaltbarkeitsdaten)
- Blédina
Babybio (über Frankreich):
- Babybio Caprea 1
- Babybio Optima 1
Behörden bleiben in Alarmbereitschaft
Das Ministerium betont, dass die Koordination mit den regionalen Gesundheitsbehörden der Autonomen Gemeinschaften, der Aesan und den europäischen Gesundheitsbehörden aufrechterhalten wird. Die Informationen werden fortlaufend aktualisiert, sobald neue Erkenntnisse aus der epidemiologischen Bewertung vorliegen. Eltern, die die betroffenen Produkte besitzen, werden dringend aufgefordert, diese nicht zu verwenden und an den Verkaufsort zurückzubringen.

