Hubschrauber rettet Crew aus Rettungsinsel
Ein Hubschrauber des spanischen Seenotrettungsdienstes Salvamento Marítimo hat am Freitag die fünf Besatzungsmitglieder eines sinkenden Segelbootes gerettet. Der Vorfall ereignete sich etwa 18 Kilometer südwestlich von Gran Canaria. Das Boot unter niederländischer Flagge sank sehr schnell, nachdem es offenbar leckgeschlagen war.
Notruf per Funkboje ausgelöst
Die Rettungsaktion wurde in Gang gesetzt, nachdem ein Notsignal der Funkboje (EPIRB) des Segelbootes „Vlie“ empfangen worden war. Daraufhin alarmierte die Leitstelle sofort den Rettungshubschrauber Helimer 215 und das Rettungsboot Salvamar Macondo, das im Hafen von Arguineguín stationiert ist. Der Hubschrauber erreichte als erstes die Einsatzstelle.
Crew wohlauf, Boot verschwunden
Die fünf Personen – vier Männer und eine Frau – hatten sich bereits auf eine Rettungsinsel gerettet. Sie wurden vom Helikopter aufgenommen und zur medizinischen Untersuchung in das Hospital Doctor Negrín in Las Palmas de Gran Canaria geflogen. Nach ersten Angaben schienen sie sich in einem guten Zustand zu befinden. Weder der Hubschrauber noch das später eintreffende Rettungsboot fanden Wrackteile des Seglers. Das Boot war demnach zu schnell gesunken.
Von Teneriffa nach Gran Canaria: Reise endet im Notfall
Laut Aussagen der Geretteten waren sie vom Hafen San Miguel im Süden Teneriffas zum Hafen von Mogán im Südwesten Gran Canarias unterwegs. Auf der Überfahrt gerieten sie in starken Wind mit Böen zwischen 55 und 65 km/h. Unter diesen Bedingungen erlitt der Segler einen Wassereinbruch, der letztlich zum Untergang führte. Die präzise und schnelle Reaktion der Rettungskräfte verhinderte Schlimmeres.
Skipper Kai Linnenbrügger schildert den Hergang
Der Eigner und Skipper der „Vlie“, Kai Linnenbrügger, hat sich inzwischen selbst zu dem Vorfall geäußert und betont ausdrücklich, dass es der gesamten Crew gut geht. In seiner Stellungnahme beschreibt er den Ablauf des Zwischenfalls: Die Überfahrt von Teneriffa nach Gran Canaria verlief zunächst planmäßig bei sportlichen, aber kontrollierbaren Bedingungen – etwa 30 Knoten Wind auf Halbwindkurs mit langen Atlantikwellen.
Die Stimmung an Bord sei sehr gut gewesen. Rund 12 Seemeilen vor Gran Canaria kam es dann plötzlich zur Kollision mit einem unbekannten Objekt im Wasser, das weder gesehen noch identifiziert werden konnte. Unmittelbar darauf drang massiv Wasser in den Rumpf ein. Trotz sofortiger Gegenmaßnahmen stieg der Wasserstand so rapide, dass das Boot innerhalb von etwa fünf Minuten sank – ein Stabilisieren oder Lenzen war nicht mehr möglich. Die Crew setzte sofort einen Notruf ab und bereitete die Rettungsinsel vor.
Die Bootsaufgabe erfolgte ruhig, geordnet und professionell. Alle Crewmitglieder konnten sicher auf die Rettungsinsel wechseln. Linnenbrügger hebt die außergewöhnlich schnelle und professionelle Reaktion der Seenotretter auf Gran Canaria hervor: Der Rettungshubschrauber traf bereits nach etwa 45 Minuten ein. Die Bergung verlief ruhig und effizient. Der Skipper bedankt sich ausdrücklich bei den Rettungskräften – ohne deren reibungsloses Zusammenspiel hätte die Situation anders ausgehen können. Zur genauen Unfallursache könne zum jetzigen Zeitpunkt nichts Weiteres gesagt werden, Spekulationen lassen sich nicht bestätigen. Fest stehe nur: Nach dem Kontakt mit dem unbekannten Objekt kam es zum massiven Wassereinbruch und sehr schnellen Sinken der Yacht.
Wir danken der Crew der „Vlie“ für die ausführliche Schilderung der Ereignisse und wünschen allen Beteiligten alles Gute und vor allem Gesundheit.

