Schlag gegen die Logistik des Drogenhandels
Die Guardia Civil der Kommandantur von Las Palmas hat in den letzten Wochen ihr Vorgehen gegen das sogenannte „Petaqueo“ intensiviert. Dabei handelt es sich um eine Praxis, die mit der Versorgung von schnellen Booten für den Drogenhandel mit Treibstoff verbunden ist. In drei Operationen auf Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura nahmen die Beamten elf Personen fest und beschlagnahmten mehr als 7.500 Liter Kraftstoff sowie mehrere Boote. Wie die Guardia Civil mitteilte, sind diese Maßnahmen Teil des Kampfes gegen Schmuggel und Drogenhandel und reagieren auf einen Anstieg dieser Aktivitäten in der letzteninhalb Monaten in der Provinz Las Palmas.
Was ist „Petaqueo“?
Im kriminellen Jargon bezeichnet der Begriff „Petaqueo“ den Transport und die Lagerung großer Mengen Kraftstoff in Kanistern – umgangssprachlich „Petacas“ genannt – zur Versorgung von Hochgeschwindigkeitsbooten. Diese Boote, die häufig in der Straße von Gibraltar und im Atlantik eingesetzt werden, nutzen kriminelle Organisationen für den Drogentransport. Schon der einfache Transport oder die Lagerung entzündbarer Stoffe ohne Genehmigung kann eine Straftat nach Artikel 568 des spanischen Strafgesetzbuches darstellen, der den Besitz, die Lagerung oder die Verteilung gefährlicher Materialien ohne Einhaltung der gesetzlichen Bedingungen unter Strafe stellt. Die Guardia Civil betont, dass diese Praxis neben der Strafbarkeit auch ein ernsthaftes Risiko für die öffentliche Sicherheit darstellt, da große Mengen hochexplosiven Materials ohne Schutzmaßnahmen gehandhabt werden. Dies gefährdet die Beteiligten, unbeteiligte Dritte und die natürliche Umwelt.
Operation im Puerto de Mogán (Gran Canaria)
Einer der bedeutendsten Einsätze fand am 28. Dezember im Puerto de Mogán im Süden Gran Canarias statt. Beamte des Gerichtspolizeiteams aus Vecindario nahmen vier Männer als mutmaßliche Verantwortliche für eine Straftat im Zusammenhang mit dem illegalen Besitz und der Verteilung entzündbarer Stoffe fest. Während der Aktion untersuchten die Beamte ein im Hafen liegendes Fischerboot. Im Inneren fanden sie 110 Kanister unterschiedlicher Größe, die insgesamt etwa 3.000 Liter Kraftstoff enthielten. Das Boot wurde im Hafen versiegelt und der Justizbehörde überstellt.
Verdacht auf Drogenlieferung vor Lanzarote
In der Nacht zum 24. Dezember 2025 entdeckte die Guardia Civil vor der Küste von Punta Mujeres auf Lanzarote einen möglichen Einsatz im Zusammenhang mit Drogenhandel. Gleichzeitig wurde beobachtet, wie sich ein Boot mit hoher Geschwindigkeit diesem Gebiet näherte. Am Kai wurden gerade Pakete verladen, als die Streifen am Ort eintrafen. Die Beamten beschlagnahmten 64 Kanister mit etwa 1.250 Litern Kraftstoff und nahmen einen Mann wegen unbefugten Besitzes entzündbarer Stoffe fest. Den Ermittlungen zufolge könnte die Aktion eine mit dem Drogenhandel verbundene Operation in Gewässern nahe der Kanaren vereitelt haben.
Großeinsatz an der Südküste Fuerteventuras
Der dritte Einsatz erfolgte am 22. Dezember 2025 im Süden Fuerteventuras, konkret im Gebiet von Morro Jable und der sogenannten Playa de la Señora. Die Beamten bemerkten verdächtige Bewegungen von Fahrzeugen und Personen an der Küste. Nach Einrichtung eines Überwachungsdispositivs beobachteten sie, wie bei der Anlandung eines Bootes zwei Personen versuchten, es vom Strand aus mit Treibstoff zu versorgen. In diesem Moment wurde einer von ihnen festgenommen, während ein weiterer Mann zusammen mit einem Dritten an Bord des Bootes floh und zahlreiche Kanister zurückließ. Die Guardia Civil verfolgte das Boot und stellte fest, dass seine Insassen von einem anderen Schiff aufgenommen und zum Hafen von Morro Jable gebracht wurden. Dort wurden die drei Besatzungsmitglieder und der Kapitän sowie eine Person, die Wachaufgaben übernommen hatte, festgenommen. Insgesamt wurden bei dieser Operation 157 Kanister mit etwa 3.200 Litern Kraftstoff beschlagnahmt, sechs Männer festgenommen und zwei Boote als verbotene Ware gemäß dem Regionaldekret 16/2018 sichergestellt. Diese Vorschrift regelt bestimmte Boote und Aktivitäten im Zusammenhang mit der Bekämpfung des Drogenhandels auf den Kanarischen Inseln.
Strategischer Knotenpunkt im Atlantik
Die Guardia Civil führt den Anstieg des „Petaqueo“ auf sich verändernde Strategien der kriminellen Organisationen zurück. Diese suchen nach neuen Wegen, um große Drogenmengen aus Südamerika und Afrika auf das spanische Festland zu bringen. Der Einsatz schneller Boote ermöglicht es, lange Strecken in kürzerer Zeit zurückzulegen, erfordert aber eine konstante logistische Versorgung mit Treibstoff, insbesondere an strategischen Punkten der kanarischen Küste. Die geografische Lage des Archipels auf der Atlantikroute zwischen Afrika und Europa macht ihn zu einem interessanten Drehpunkt für internationale Drogenhandelsnetzwerke, was eine verstärkte See- und Landüberwachung erforderlich macht.
Hohes Sicherheits- und Umweltrisiko
Jenseits der strafrechtlichen Dimension betont die Guardia Civil, dass die Lagerung und der Transport Tausender Liter Benzin ein offensichtliches Brand- oder Explosionsrisiko darstellt, insbesondere in Hafengebieten oder Naturlandschaften. Der in diesen Operationen beschlagnahmte Kraftstoff befand sich in Kanistern ohne zugelassene Sicherheitsvorkehrungen, was die Gefahr im Falle eines Unfalls erhöht. Zudem könnte eine versehentliche Verschüttung an der Küste schwerwiegende Umweltfolgen haben und marine Ökosysteme sowie geschützte Gebiete beeinträchtigen.
Bilanz und weitere Ermittlungen
Zusammengefasst haben die drei Einsätze der letzten anderthalb Monate Folgendes ermöglicht:
– Die Festnahme von 11 Personen.
– Die Beschlagnahme von mehr als 7.500 Litern Kraftstoff.
– Die Sicherstellung mehrerer mutmaßlich mit diesen Aktivitäten verbundener Boote.
– Die Unterbrechung geplanter Operationen in Gewässern nahe der Kanarischen Inseln.
Die Guardia Civil setzt ihre Ermittlungen fort, um mögliche Verbindungen zu größeren Drogenhandelsnetzwerken aufzudecken. Mit diesen Maßnahmen verstärkt die Behörde ihre Strategie der vorbeugenden und logistischen Zerschlagung, indem sie nicht nur gegen den Drogentransport, sondern auch gegen die Elemente vorgeht, die seine Verteilung ermöglichen – wie die illegale Treibstoffversorgung. Die Behörde erinnert daran, dass die Zusammenarbeit der Bürger von grundlegender Bedeutung ist und vertraulich über die offiziellen Kanäle auf ihrer Website erfolgen kann.
