Fernab des Krieges: Kanarische Urlauber in Asien gestrandet
Die Eskalation des Krieges im Nahen Osten, nachdem die USA und Israel den Konflikt mit dem Iran ausgeweitet haben, zeigt nun Folgen tausende Kilometer von der Front entfernt. Die Schließung von Lufträumen und die Streichung internationaler Flugrouten haben zahlreiche Reisende an verschiedenen Punkten der Welt stranden lassen, besonders in Asien – einer der Hauptregionen, die über den Nahen Osten mit Europa verbunden sind. Unter den Betroffenen befinden sich acht Bewohner Teneriffas, die in Thailand festsitzen, nachdem ihre Rückflüge wiederholt gestrichen wurden.
Zwei Gruppen, eine aussichtslose Situation
Im Fall von María Tomé, Borja, Guayarmina und Juan gibt es seit einem ersten Austausch per E-Mail keine Antwort mehr von der spanischen Botschaft in Thailand. Derzeit suchen sie nach alternativen Routen mit mehreren Zwischenstopps, um Thailand sicher verlassen zu können. Eine andere Gruppe, bestehend aus Saulo de la Santacruz, Acaymo Damas, Christian Yana und Alejandro Pérez, erhielt immerhin eine Videokonferenz mit dem Bürgermeister von Santa Cruz de Tenerife, José Manuel Bermúdez. Nach mehreren Flugstornierungen vermittelte die Stadtverwaltung Beruhigung und die Absicht, sowohl die spanische Botschaft als auch das thailändische Konsulat in Spanien zu kontaktieren.
Stornierung ohne Erklärung und der Kampf um Informationen
Wie María Tomé, die von Beruf im Gesundheitswesen arbeitet, berichtet, kam die Stornierung ihres Rückflugs per E-Mail am vergangenen Samstag, ohne weitere Erklärungen. Seitdem harrt die Gruppe in dem asiatischen Land aus, ohne klare Informationen, wann sie nach Hause kann. Sie konzentrieren sich darauf, selbst einen sicheren Weg aus Thailand zu finden, angesichts des Mangels an staatlicher Hilfe für ihre Lage. Die ersten Informationen erhielten sie aus einer WhatsApp-Gruppe mit mehr als dreißig Spaniern in derselben Situation, die sie über soziale Medien fanden.
Der Mangel an Hilfe und institutioneller Kommunikation hat sie laut María dazu gezwungen, selbst nach einer Lösung zu suchen. Weder Etihad Airways, mit der sie zurück nach Spanien fliegen sollten, noch die spanische Botschaft vor Ort haben ihnen weitergeholfen: „Von der Botschaft bekamen wir nur eine E-Mail-Adresse. Ich schrieb ihnen, dass wir Hilfe brauchen, dass wir keinerlei Informationen haben und dass viele Leute die Kosten in Thailand nicht mehr tragen können. Sie antworteten mit der Bitte um meine Telefonnummer, aber kontaktiert hat mich niemand.“
Finanzielle Nöte und medizinische Probleme
Neben den logistischen Problemen beobachten die Reisenden auch besorgniserregende Situationen unter anderen in Thailand festsitzenden Spaniern. Dazu gehören Personen, die die unvorhergesehenen Ausgaben nicht mehr stemmen können, oder Reisende, die dringend benötigte Medikamente in lokalen medizinischen Zentren nicht bekommen. María gelang es, auf ihre Situation aufmerksam zu machen, nachdem ein Aufruf in den sozialen Medien schnell viral ging. Darin schilderte sie die Lage in Thailand und die entsprechende Angst vor einer Verlängerung dieser unangenehmen, kriegsbedingten Situation.
Ein Dokument für den Arbeitgeber als einziger Fortschritt
Saulo berichtet, dass sie sich weiterhin „in derselben Situation“ befinden. Nach einer Reise, die eigentlich am 3. März hätte enden sollen, wissen die Freunde immer noch nicht sicher, wann sie nach Teneriffa zurückkehren können. Der „einzige Fortschritt“, den sie in Thailand erzielt haben, ist ein in Zusammenarbeit mit der spanischen Botschaft ausgestelltes Dokument, das ihre Arbeitsunfähigkeit in diesen Tagen bescheinigt. Diese Maßnahme hilft drei Gruppenmitgliedern, lässt aber das vierte, das selbstständig ist, in derselben prekären Lage.
Videokonferenz mit der Heimat und ein zaghaftes Hoffnungsschimmer
Außerhalb Thailands war die beste Nachricht die besagte Videokonferenz mit dem Bürgermeisteramt von Santa Cruz de Tenerife, um ihre Lage zu erfassen. Dazu kommt die Absicht der Stadtverwaltung, Kontakt mit dem thailändischen Konsulat in Spanien und der spanischen Botschaft in Thailand aufzunehmen. Aktuell haben sie ein Rückflugticket für den 9. März, aber nach zahlreichen Terminverschiebungen durch Etihad Airways wollen sie nichts als sicher ansehen. „Wir haben mit unseren Familien gesprochen, die uns informieren, dass über einen Waffenstillstand verhandelt werden könnte, der uns die Rückkehr auf die Insel ermöglichen würde“, erklärt Santacruz.
Sie trafen auf andere Spanier in derselben Lage, mit dem Unterschied, dass sie behaupten, die Einzigen zu sein, denen zwei Flüge gestrichen wurden: „Die anderen hatten noch Tickets für die folgenden Tage.“ Außerdem stellt Saulo klar: „Kein anderer Spanier wurde auf eine alternative Rückroute umgebucht.“

