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Tinerfer in Thailand gestrandet: Krieg lässt Urlaub zum Albtraum werden

Urlaubstraum wird zum Albtraum

Der von den USA und Israel begonnene Krieg gegen Iran hat einen militärischen Konflikt mit globalen Auswirkungen entfesselt. Der Nahe Osten, die Drehscheibe zwischen Europa und Asien, die von unzähligen Verkehrsflugzeugen überflogen wird, ist zum Brennpunkt geworden. Die Schließung von Lufträumen hat dazu geführt, dass viele Menschen weit entfernt von zu Hause festsitzen – ohne Antworten auf ihre dringendsten Fragen. Zu den Betroffenen gehört auch eine Reisegruppe von der Kanareninsel Teneriffa, die gezwungen ist, in Thailand zu bleiben.

Flugstornierung ohne Vorwarnung

Die Tinerfin María Tomé und ihre Begleiter Borja, Guayarmina und Juan hatten einen 15-tägigen Aufenthalt im „Land des Lächelns“ angetreten. Jetzt hat sich ihr Urlaub aufgrund des Krieges auf unbestimmte Zeit verlängert. „Letzten Samstag wurde uns der Rückflug per E-Mail storniert, nur wenige Stunden vor der Abreise und ohne jegliche Information darüber, was los ist“, berichtet María, die von Beruf im Gesundheitswesen arbeitet. Sie befindet sich in einer unerwarteten Situation, ohne jede Unterstützung: „Sowohl die Fluggesellschaft als auch die Botschaft sagen uns, dass sie uns weder bei der Unterkunft, noch bei Verpflegung oder irgendetwas anderem helfen können.“

Allein gelassen von Botschaft und Fluglinie

Diese Situation teilt sie mit mehr als dreißig weiteren Spaniern, die im thailändischen Land festsitzen. „Von der Botschaft hieß es nur, es täte ihnen leid, aber sie könnten nichts tun. Sogar unsere Angehörigen haben in Madrid angerufen, und man sagte ihnen, man wisse nichts von in Thailand festsitzenden Spaniern“, so María. Sie hatte ihren Flug bei Etihad Airways über einen Reisevermittler gebucht. Bisher hat sie von keiner der beiden Institutionen eine positive Antwort erhalten: „Wir haben eine WhatsApp-Gruppe mit anderen Spaniern und tauschen uns dort aus. Unsere Fluggesellschaft hat uns gar nichts gesagt.“ Auch von der höchsten spanischen Vertretung in Thailand kam keine hilfreiche Reaktion: „Von der Botschaft bekamen wir nur eine E-Mail-Adresse. Ich schrieb ihnen, dass wir Hilfe brauchen, keinerlei Informationen haben und viele Leute die Kosten in Thailand nicht mehr tragen können. Sie antworteten mit der Bitte um meine Telefonnummer – aber kontaktiert hat mich niemand.“

Explodierende Kosten und unsichere Alternativen

Die Option einer Rückerstattung des gezahlten Reisepreises besteht, ist aber wenig hilfreich. Die Flugpreise sind in die Höhe geschossen – und selbst eine Buchung bietet keine Sicherheit mehr. „Wir haben die Tickets für weniger als sechshundert Euro gekauft. Jetzt sind die Preise auf bis zu dreitausend Euro gestiegen. Unsere Airline bietet uns keinen Ersatzflug an, hat aber Tickets zum Kauf freigegeben. Die werden dann aber einen Tag vorher oder am selben Tag storniert. Es geht schon lange nicht mehr nur ums Geld, sondern darum, dass wir einen anderen Flug nehmen und aus demselben Grund wieder nicht ausreisen können.“

Verzweiflung am Flughafen und medizinische Nöte

Die Gruppe kann sich den Aufenthalt in Thailand vorerst noch leisten, doch nicht allen gestrandeten Spaniern geht es so. „Wir sind mit einem Mädchen zusammen, das hier allein zurückblieb, weil ihre Freundinnen doch noch reisen konnten. Wir haben eine Menge Leute am Flughafen gesehen, die sich die unvorhergesehenen Kosten nicht leisten können und dort quasi gestrandet sind.“ Selbst medizinisch gibt es Probleme: „Eine Person in unserer Spanier-Gruppe braucht dringend ihr Antidepressivum. Wir waren in einem Gesundheitszentrum, aber sie konnten uns nicht helfen und das Medikament war nicht zu bekommen.“

Viraler Hilferuf und ungewisse Zukunft

María selbst teilte ein Video auf Instagram, das viral ging. Darin schildert sie die Situation in Thailand und die Angst vor einer weiteren Verlängerung dieses unangenehmen, kriegsbedingten Zustands. In der Hoffnung auf eine mögliche Lösung durch die Fluggesellschaft oder die Botschaft harren die Tinerfer und die anderen Spanier in Thailand aus. Aus einem Urlaub ist eine unerfreuliche Geschichte geworden, geprägt von der Schwierigkeit, weit weg von zu Hause in einem Land mit einer völlig fremden Sprache festsitzen zu müssen.

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