Inselrätin warnt: „Maximale Vorsicht“ in den nächsten Tagen
Teneriffa steckt mitten in einer Hitzewelle, die von starken Winden begleitet wird und die Menschen zu äußerster Vorsicht zwingt. Besonders betroffen sind die südlichen, östlichen und westlichen Landesteile sowie die sogenannten Mittellagen. Der Inselrat von Teneriffa hat die Bevölkerung zu mehr Verantwortung aufgerufen, da die Wetterbedingungen das Risiko von Waldbränden erhöhen und die Gesundheit besonders gefährdeter Personen beeinträchtigen können. „Ich bitte in den nächsten Tagen um maximale Vorsicht“, appellierte Inselpräsidentin Rosa Dávila, nachdem die Kanarische Regierung für den gesamten Archipel eine Vorwarnung wegen Wind und Höchsttemperaturen ausgelöst hatte.
Bis zu 37 Grad auf den Inseln erwartet
Laut Vorhersage könnten die Temperaturen an verschiedenen Orten Teneriffas die 35-Grad-Marke überschreiten. Auf anderen Inseln werden sogar Werte von bis zu 37 Grad erwartet. Die Inselpräsidentin betonte, dass die Hitzewelle die gesamte Woche andauern werde, wobei der Dienstag voraussichtlich der schwierigste Tag wird. Neben der Hitze werden vor allem in Küstennähe und in den Mittellagen starke Böen erwartet – eine Kombination, die die Verwundbarkeit der Landschaft gegenüber möglichen Feuern deutlich erhöht.
Zwei Vorwarnungen für den Archipel in Kraft
Die kanarische Regierung hat über ihre Generaldirektion für Notfälle zwei Vorwarnungen für die Inseln ausgesprochen. Die erste gilt für Wind und trat um 3:00 Uhr morgens am Montag in Kraft. Die zweite, wegen Höchsttemperaturen, wurde ab 11:00 Uhr aktiviert. Die Entscheidung wurde auf Grundlage des Spezifischen Notfallplans der Kanaren für Risiken durch extreme Wetterphänomene (PEFMA) getroffen. Die Prognose sagt einen mäßigen Passatwind mit starken Böen voraus, der sich ab Montagnachmittag noch verstärken wird. Die Böen aus Nordost können besonders in tiefer gelegenen Gebieten an den südöstlichen und westlichen Hängen der höheren Inseln sehr stark ausfallen.
Sturmspitzen auf Gran Canaria und La Gomera
An einigen Punkten von Gran Canaria und La Gomera können lokal sogar Böen von bis zu 90 Kilometern pro Stunde erreicht werden. Auch für Montag und Dienstag werden sehr starke Böen in Regionen wie El Paso und dem äußersten Nordwesten von La Palma, dem Nordwesten Teneriffas, dem Tal von Agaete, den inneren Gebieten im Süden von Lanzarote und Fuerteventura sowie im Süden von Jandía vorhergesagt. Auf Teneriffa selbst rechnet der Inselrat mit den stärksten Auswirkungen im Süden, Osten und Westen der Insel sowie in den Mittellagen.
Temperaturen im Überblick: So heiß wird es auf den Inseln
Die Hitzewelle erfasst den gesamten Archipel, jedoch mit unterschiedlicher Intensität je nach Insel und Höhenlage. In Gran Canaria können die Höchsttemperaturen in den Mittellagen des Südostens, Südens und Westens sowie im Becken von Tejeda 37 Grad erreichen. Auf Teneriffa und La Gomera können die Thermometer ab Dienstag in den Mittellagen des Südostens, Südens und Westens die 34-Grad-Marke erreichen oder überschreiten. In den inneren Gebieten und im Süden von Lanzarote und Fuerteventura werden Werte zwischen 30 und 32 Grad erwartet. Auch auf El Hierro und La Palma könnte es vereinzelt und mit geringerer Wahrscheinlichkeit in den südlichen und westlichen Mittellagen 30 bis 32 Grad warm werden.
Sicherheitstipps der Behörden: So schützen Sie sich vor der Hitze
Die Behörden empfehlen, die direkte Sonneneinstrahlung während der Mittagsstunden zu meiden, sich an kühlen Orten aufzuhalten und regelmäßig Wasser zu trinken – auch wenn man keinen Durst verspürt. Leichte, helle und nicht zu enge Kleidung sowie eine Kopfbedeckung sind beim Gang ins Freie ratsam. Am Strand, auf der Straße und an anderen offenen Plätzen sollte man Schatten suchen und körperliche Anstrengung in den heißesten Stunden reduzieren. Ältere Menschen, Kinder, Personen mit chronischen Krankheiten und diejenigen, die bestimmte Medikamente einnehmen, sollten besonders wachsam sein. Die kanarische Regierung erinnert eindringlich daran, niemals Kinder, ältere Menschen oder Tiere in einem geschlossenen Fahrzeug zurückzulassen, selbst nicht für kurze Zeit. Zu Hause wird empfohlen, die Jalousien auf der Sonnenseite herunterzulassen, nachts zu lüften und wenn möglich Ventilatoren oder Klimaanlagen zu nutzen.
Waldbrandgefahr: Verhalten in der Natur
Die Kombination aus Hitze und Wind erhöht die Waldbrandgefahr erheblich. Der Inselrat von Teneriffa bittet daher um äußerste Vorsicht in Erholungsgebieten, auf Wanderwegen, Forststraßen, in Bergregionen und Naturschutzgebieten. Es wird empfohlen, jegliche Aktivitäten zu unterlassen, die Funken oder Feuer verursachen könnten, keine Zigarettenkippen wegzuwerfen, keinen Müll zu hinterlassen und etwaige Einschränkungen der Behörden zu respektieren. Auch Wanderungen oder Campingausflüge sollten bei einer Verschlechterung der Wetterbedingungen verschoben werden. Sollten Rauch, Feuer oder andere Gefahrensituationen entdeckt werden, ist sofort der Notruf 1-1-2 zu wählen.
Vorsichtsmaßnahmen bei starkem Wind
Angesichts der vorhergesagten starken Böen wird geraten, Türen, Fenster, Markisen und Jalousien zu sichern und alle Gegenstände von Balkonen, Terrassen und Fensterbänken zu entfernen, die auf die Straße fallen könnten. Im Freien sollte man Abstand zu Dachvorsprüngen, Mauern, heruntergekommenen Fassaden, Baustellen, Gerüsten, Kränen, Werbetafeln, Bäumen und Stadtmobiliar halten, die vom Wind erfasst werden könnten. Auf der Straße wird empfohlen, vor der Fahrt den Straßenzustand zu prüfen und wegen möglicher Hindernisse besonders vorsichtig zu sein. Im Gebirge sollte man Gipfelregionen, Gratkämme, Klippenränder und steile Gebiete wegen der Gefahr von Steinabgängen meiden. An der Küste wird vom Segeln abgeraten; Bootsleinen sollten überprüft werden und man sollte Wellenbrecher, Strandpromenaden und Bereiche meiden, in denen Wellen mit voller Wucht brechen können.

