Sotavento ist ein 9 Kilometer langer Strand, der zweimal täglich sein Gesicht verändert. Bei Ebbe legt sich eine riesige Sandlagune frei – flach, warm und glatt wie ein Tisch. Genau hier, an der Südostküste Fuerteventuras, findet seit Jahren der PWA-Weltcup im Windsurfen und internationale Kitesurfing-Wettbewerbe statt. Doch Sotavento ist weit mehr als nur eine Sportarena.
Die Lagune – ein Naturphänomen
Die größte Attraktion von Sotavento ist die Lagune, die sich bei Ebbe bildet. Auf einer Länge von etwa 4 Kilometern zieht sich das Meer zurück und legt eine weitläufige Sandfläche frei, die durch einen schmalen Sandstreifen vom offenen Ozean getrennt ist. Das Wasser in der Lagune ist zwischen wenigen Zentimetern und hüfttief – ideale Bedingungen für Kitesurfing- und Windsurfing-Anfänger sowie für Familien mit Kindern.
Die Größe der Lagune ändert sich mit jedem Gezeitenzyklus. Am ausgedehntesten ist sie bei Neumond und Vollmond, wenn Ebbe und Flut am stärksten ausfallen. Bei extremer Ebbe kann die Lagune fast verschwinden und nur nassen Sand zurücklassen. Es lohnt sich, den Gezeitenplan vor dem Besuch zu prüfen – lokale Kitesurfschulen (z. B. die legendäre Schule René Egli) veröffentlichen aktuelle Bedingungen auf ihren Websites.

Mekka des Kitesurfens und Windsurfens
Sotavento ist einer der wichtigsten Kitesurfing-Spots weltweit. Jeden Sommer (meist im Juli) findet hier eine Etappe des PWA-Weltcups im Windsurfen sowie Kitesurfing-Wettbewerbe statt – ein Fest des Wassersports, das die besten Athleten aus aller Welt anzieht.
Der Wind weht hier aus Nordost (Passatwind) und ist von Frühling bis Herbst am stärksten und konstantesten, mit manchmal über 50 Knoten. Am Strand arbeiten professionelle Schulen und Verleihstationen, darunter das größte Zentrum – René Egli – mit Kursen vom Anfänger- bis zum Fortgeschrittenenniveau sowie Rettungsdienst auf der Lagune (~90 € für eine Wochen-Rescue-Versicherung).
Nicht nur für Sportler
Selbst wenn Kitesurfen oder Windsurfen nicht Ihr Ding sind – Sotavento ist allein wegen der Landschaft einen Besuch wert. Ein Spaziergang entlang der 9 km Strand gehört zu den schönsten Erlebnissen auf Fuerteventura – eine Mischung aus Blautönen der Lagune, weißem Sand und dem beständigen Wind, der den Sand zu Wellen formt, die an Sahara-Dünen erinnern.
Am nördlichen Ende des Strandes liegt der Ort Costa Calma mit Hotels, Restaurants und Supermärkten. Im Süden geht der Strand in wildere Abschnitte über, wo man selbst in der Hochsaison leicht seine Ruhe findet. Der Chiringuito am Parkplatz Risco del Paso ist eine Institution – ein kühles Bier mit Blick auf Hunderte von Drachen vor dem Sonnenuntergang.
Praktische Informationen
- Strandlänge: ca. 9 km (von Costa Calma über Risco del Paso und weiter)
- Lagune: bildet sich bei Ebbe – Gezeitenplan vorher prüfen
- Wind: konstanter NE-Passatwind, am stärksten Frühling–Herbst
- Kitesurfschulen: René Egli, Pro Center, FunSurf u. a.
- Infrastruktur: Parkplätze, Chiringuito, Hotels in Costa Calma
- Baden: Lagune sicher; Ozean – Vorsicht vor Strömungen und Wind
Beste Reisezeit
Für Kitesurfer und Windsurfer ist die beste Zeit Mai bis September, wenn der Wind am stabilsten weht. Für Strandgänger und Spaziergänger sind Herbst und Frühling ideal – warm, aber weniger windig. Im Winter kann es kühler und bewölkter sein, doch Sotavento besticht selbst dann durch seine Leere und die wilde Schönheit der Landschaft.
Strände in der Nähe
In der Nähe von Sotavento gibt es mehrere weitere sehenswerte Strände. Der Strand von Costa Calma ist ein erschlossener Abschnitt direkt am Ferienort, ideal für einen ruhigen Tag. Südlich von Sotavento erstreckt sich die Playa de Jandía, und noch weiter südlich wartet die wilde und atemberaubende Cofete, erreichbar über eine Schotterpiste durch die Berge der Halbinsel Jandía.
