Cofete Strand Fuerteventura

Cofete – der wildeste Strand Fuerteventuras

Cofete ist ein Strand, der die Perspektive verändert. Zwölf Kilometer wildes, unberührtes Küstenland auf der Halbinsel Jandía, wo der Atlantik mit voller Wucht auf den dunklen vulkanischen Sand trifft und sich dahinter felsige Gipfel von über 800 Metern Höhe erheben. Es ist einer der letzten wirklich wilden Orte auf den Kanarischen Inseln – und vielleicht in ganz Europa.

Wie man nach Cofete kommt

Die Anfahrt nach Cofete ist bereits ein Abenteuer für sich. Von Morro Jable führt eine etwa 20 Kilometer lange Schotterpiste, kurvenreich und voller Schlaglöcher, über den Pass auf dem Rücken der Halbinsel Jandía. Die Fahrzeit beträgt 45–60 Minuten je nach Bedingungen. Entgegen der weitverbreiteten Meinung ist kein Allradfahrzeug nötig – man kommt auch mit einem Kleinwagen durch, muss aber langsam und vorsichtig fahren. Eine Alternative ist der ALSA-Bus Linie L111, der mehrmals täglich von Morro Jable fährt (etwa 45 Minuten).

Am Ziel angekommen, wartet noch ein kurzer Spaziergang – vom Parkplatz geht es etwa 10 Minuten steil bergab zum Strand. Das ist die einzige „Anstrengung“, die jedoch durch den Anblick der endlos scheinenden, menschenleeren Küste mehr als belohnt wird.

Warum Cofete einzigartig ist

Auf Cofete gibt es nichts – keine Liegen, Sonnenschirme, Chiringuitos, Duschen. Es gibt nicht einmal Schatten, denn auf den gesamten 12 Kilometern Strand wächst kein einziger Baum. Was diesen Ort so außergewöhnlich macht, ist genau diese Kargheit. Das Gefühl, am Ende der Welt zu stehen, ist hier absolut real.

Der Strand ist wild und rau. Dunkler Sand kontrastiert mit dem weißen Schaum mächtiger Wellen. Die Meeresströmungen sind hier äußerst stark, und die Wellen können unberechenbar sein – das Baden auf Cofete ist gefährlich und wird dringend abgeraten. Es ist ein Strand zum Betrachten, Spazierengehen und Fotografieren, nicht zum Planschen im Wasser.

Die geheimnisvolle Villa Winter

Am Berghang, einige Hundert Meter vom Strand entfernt, steht die Villa Winter – ein Gebäude, das der deutsche Ingenieur Gustav Winter zwischen 1946 und 1954 auf Land errichtete, das ihm angeblich von General Franco geschenkt wurde. Die zweistöckige Villa mit Aussichtsturm und 360-Grad-Rundblick sorgt seit Jahrzehnten für Spekulationen: U-Boot-Basis? Nazi-Versteck? Transitpunkt nach Südamerika?

Obwohl die meisten Verschwörungstheorien einer Prüfung nicht standhalten – das Wasser vor Cofete ist zu flach für U-Boote, und der Turm wurde erst nach dem Krieg gebaut – nährt die Atmosphäre dieses Ortes die Legenden. Die Villa ist teilweise für Besucher zugänglich (gelegentlich geöffnet von lokalen Betreuern).

Praktische Informationen

  • Strandlänge: 12 km
  • Anfahrt: Schotterpiste von Morro Jable (~20 km, 45–60 Min.)
  • Infrastruktur: keine (null Einrichtungen)
  • Baden: gefährlich – starke Strömungen und Wellen
  • Was mitnehmen: viel Wasser, Essen, Kopfbedeckung, Sonnencreme, Windjacke (es weht hier immer!)
  • Naturschutz: Naturpark Jandía – Müll mitnehmen

Für wen ist Cofete?

Cofete ist kein Strand für einen entspannten Nachmittag. Es ist ein Ziel für Abenteurer, Fotografen, Liebhaber wilder Natur und alle, die die Kanarischen Inseln aus einer völlig anderen Perspektive erleben wollen. Wer Stille, Weite und das authentische Gefühl der Abgeschiedenheit sucht – es gibt keinen besseren Ort auf dem gesamten Archipel.

Strände in der Nähe

Wer den Süden Fuerteventuras besucht, sollte auch die anderen Strände der Halbinsel Jandía kennenlernen. Playa de Barlovento ist ein ebenso wilder Strand an der Westseite des Kaps. Näher an der Zivilisation liegt die Playa de Morro Jable – ein langer, erschlossener Strand mit voller touristischer Infrastruktur, ideal nach den rauen Eindrücken von Cofete. Ebenfalls lohnenswert ist ein Abstecher zur Playa de Sotavento, der legendären Kitesurfer-Lagune, nur knapp 30 km nördlich.

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