Sturmsaison legt zweites mysteriöses Rohr frei
Die ungewöhnlich starke und anhaltende Brandung in diesem Winter und Frühjahr an der Nordküste Teneriffas hat an einem der wichtigsten Strände von Puerto de la Cruz ein weiteres Geheimnis preisgegeben. An der Playa Jardín, dem historischen Touristenstrand der Region, ist nun ein zweites großkalibriges Rohr freigespült worden. Canarias Ahora konnte die Öffnung dieses zweiten Rohres fotografieren, das der Atlantik für alle sichtbar gemacht hat – zumindest seit einigen Tagen. Es folgt auf ein erstes Rohr, das bereits im Februar unter ähnlichen Umständen zum Vorschein kam.
Eine Gefahr für Strandbesucher
Bei dem freigelegten Ende handelt es sich um eine Öffnung oder ein Verbindungsstück mit Gewinde, das die gleichen Abmessungen wie das erste Rohr hat und praktisch unbeweglich ist. Es führt in die Tiefe und stellte, solange es von Strandgängern oder Spaziergängern am Ufer – was an diesem Strand sehr üblich ist – nicht bemerkt wurde, sogar eine Gefahr dar. Man konnte leicht darüber stolpern oder sich mit bloßen Füßen verletzen.
Erstes Rohr war länger und verzweigt
Das im Februar freigelegte Rohr war, wie Fotos und ein weit verbreitetes Video zeigen, deutlich länger und wies mehrere erhöhte Verzweigungen auf. Der außergewöhnlich sandarme Winter hatte es damals ans Tageslicht gebracht. Die lokale Verwaltung gab damals an, die Funktion des Rohres nicht zu kennen, und ließ es entfernen. Allerdings wurde weder seine genaue Länge geklärt noch, ob es in den Akten der Gemeindeverwaltung einen Vermerk über diese Installation gab.
Herkunft bleibt im Dunkeln
Nachforschungen von Canarias Ahora bei ehemaligen Bürgermeistern und Stadträten mit Verantwortung im Umweltbereich deuten darauf hin, dass es sich um bis zu vier Rohre handelt, die vor höchstens 30 Jahren verlegt worden sein sollen. Einigen der befragten Personen zufolge bestand ihre Funktion vermutlich darin, Sole aus der Anlage des Loro Parque abzuleiten. Der Tierpark hatte damals Orcas in seine Tiershows aufgenommen oder deren Einführung geplant. Diese Angabe ist jedoch nicht gesichert und wird durch keine Beweise gestützt.
Keine Akten bei Behörden
Weder die für die Küsten zuständige Generaldirektion der Zentralregierung noch die Regionalregierung der Kanaren haben Kenntnis von Akten über diese Rohre. Dies vertieft das Rätsel um einen Strand, der bereits ein Jahr lang wegen Fäkalien-Einleitungen geschlossen war. Dieser Skandal hatte damals große Kontroversen ausgelöst, zu Protesten von Anwohnern und Strandnutzern geführt, das touristische und ökologische Image von Puerto de la Cruz, Teneriffa und damit der gesamten Kanaren beschädigt und wurde sogar teilweise zur Begründung des Misstrauensvotums gegen Bürgermeister Marco González (PSOE) am 16. August 2024 herangezogen.
Das Mysterium vertieft sich
Mit dem nun sichtbaren Beweis für mindestens zwei Großrohre wächst das Geheimnis um diese Installationen mitten im Sand einer mehr als bedeutenden Bucht im Norden Teneriffas. Die Frage nach ihrem Ursprung und Zweck bleibt unbeantwortet und beschäftigt die Öffentlichkeit erneut.

