„Masca ist kein Freizeitpark“: Ein Dorf wehrt sich
Das Bergdorf Masca in der Gemeinde Buenavista del Norte auf Teneriffa ist am Ende seiner Kräfte. In einem offenen Brief in den sozialen Medien fordert die Anwohnervereinigung Verantwortung, Bildung und Respekt für die rund 80 Einwohner des Weilers. Sie klagt über mangelnden Anstand und unkontrollierten Tourismus. „Masca ist ein bewohntes Dorf und kein Freizeitpark“, stellt der Nachbarschaftsverband klar. Die Situation im Ort ist aufgrund der täglich tausenden Besucher und des dadurch verursachten Verkehrschaos komplex. „Masca verdient Respekt und gesunden Menschenverstand. Jeder Besucher sollte sich daran erinnern, dass er an einen Ort kommt, an dem das Alltagsleben der Anwohner nicht durch mangelnde Verkehrserziehung, unverantwortlichen Tourismus oder das Fehlverhalten einiger Arbeiter unterbrochen werden darf“, so die Forderung.
Fehlende Polizei und Respektlosigkeiten
Darüber hinaus beklagen die Bewohner die Abwesenheit von Polizeipräsenz, was „ausschließlich das Verschulden der verschiedenen für die öffentliche Sicherheit zuständigen Verwaltungen“ sei. Konkret fordern sie, dass Privathäuser und Grundstücke respektiert werden, dass die vorhandenen Sanitäranlagen genutzt werden und man „das Dorf nicht zu seiner improvisierten Toilette oder Müllkippe macht“. Sie wollen, dass nur auf den ausgewiesenen Flächen gemäß der Beschilderung geparkt wird und die Nachbarn mit „Höflichkeit und Professionalität“ behandelt werden.
Alltägliche Probleme: Von Ratten bis Verkehrschaos
Die Vereinigung listet die Probleme detailliert auf. „Die Privatsphäre und das Eigentum anderer zu respektieren, ist keine Marotte, sondern ein Recht, das von Verwaltungen geschützt werden muss, die keine Verantwortung für das von ihnen verursachte Chaos übernehmen wollen.“ Weiterhin bitten sie Besucher und Transportunternehmen-Mitarbeiter, nicht jede Ecke des Dorfes oder die Müllcontainer als „Ort für ihre physiologischen Bedürfnisse“ zu nutzen. Auch hygienische Maßnahmen für die Müllcontainer angesichts „ungeheuer großer“ Ratten werden gefordert.
Das tägliche Verkehrs- und Parkchaos ist ein weiterer zentraler Kritikpunkt: „Wildes Parken verursacht Unfallrisiken, blockiert die Wege der Anwohner und beeinträchtigt die Sicherheit des gesamten Dorfes.“
Eine Panne legt die Lebensader lahm
Ein deutliches Beispiel für die fragile Verkehrssituation ereignete sich am Sonntag, dem 15. März. Eine Panne eines Wohnmobils verursachte den totalen Zusammenbruch der einzigen Zufahrtsstraße nach Masca, der TF-436, und blockierte sie den gesamten Vormittag. Der Inselrat (Cabildo) sah sich gezwungen, die Straße vollständig zu sperren, bis das Problem behoben war. Die Anwohner fragen sich: „Wenn eine simple Panne die einzige Zugangsstraße nach Masca komplett lahmlegen kann, was würde dann bei einem echten Notfall passieren?“
Vorschläge der Bewohner für eine Entlastung
Die Bewohner, die im zweitmeistbesuchten Ort Teneriffas nach dem Teide-Nationalpark leben, schlagen konkrete Lösungen vor, um den Verkehr zu entlasten. Dazu gehören:
- Die Schaffung neuer Ausweichstellen oder Kreuzungszonen entlang der Strecke, um an den engsten Abschnitten ein alternatives Passieren zu ermöglichen.
- Die Vergrößerung des Wendekreises in besonders engen Kurven.
- Die Verbesserung der Verkehrszeichen und Warnschilder.
- Die Einführung von Schnell-Einsatz-Protokollen für die Bergung von liegengebliebenen oder verunfallten Fahrzeugen, die die Straße blockieren könnten.
- Die Verstärkung und der Ausbau des öffentlichen Verkehrsangebots von Titsa „als echte und nachhaltige Alternative, um nach Masca zu gelangen, um so den Verkehrsdruck auf der Straße zu verringern und die Mobilität von Besuchern und Einwohnern zu erleichtern“.
„Was mit diesem Wohnmobil passiert ist, ist kein Einzelfall, sondern ein weiteres Beispiel für ein Problem, das wir seit langem anprangern“, so die Bewohner. Sie hoffen, dass der Vorfall dazu führt, dass „die zuständigen Behörden die Notwendigkeit ernst nehmen, auf die Anwohner zu hören und den Straßenverlauf nach Masca im Sinne der Verkehrssicherheit zu verbessern.“
Appell vor der Osterwoche
An der Schwelle zu den Tagen mit dem größten Besucheraufkommen während der Osterwoche (Semana Santa) warten die Bewohner von Masca auf eine Antwort der für die Straßen zuständigen Verwaltungen. Die Geduld ist am Ende, die Forderungen sind klar.

