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Großrazzia in Teneriffas Süden: Behörden gehen gegen illegale Siedlungen vor

Großrazzia im Süden Teneriffas

Mehr als 80 Einsatzkräfte von Polizei und Gemeinde haben am Dienstagmorgen, dem 21. Juli 2026, eine groß angelegte Aktion gegen illegale Siedlungen in Arona gestartet, das im Herzen der Touristenregion Teneriffas liegt. Der Einsatz konzentrierte sich auf einen der zahlreichen unerlaubten Weiler, die den Süden der Insel überziehen: Los Vivitos, zwischen den Ortschaften Buzanada und Guaza.

Bilanz des Einsatzes: Versiegelte Gebäude und eine Festnahme

Wie offizielle Quellen der Gemeindeverwaltung von Arona mitteilten, endete die Aktion mit der Versiegelung von 17 illegalen Bauten. Insgesamt wurden 64 Gebäude überprüft und 92 Personen identifiziert. Die Verantwortlichen des Guardia-Civil-Postens von Playa de Las Américas – unterstützt von Spezialeinheiten der Guardia Civil (GRS – Gruppe für Reserve und Sicherheit), die eigens vom spanischen Festland angereist waren – nahmen eine Person mit Vorstrafen fest. In einer der notdürftigen Behausungen wurde Marihuana sichergestellt. Gegen 59 weitere Personen wurden Verfahren aufgrund ihres Aufenthaltsstatus auf Teneriffa nach dem Ausländergesetz eingeleitet.

Neben der Guardia Civil waren auch Streifen der Nationalpolizei und der Ortspolizei von Arona im Einsatz. In der illegalen Siedlung stießen die Beamten zudem auf ein Gelände, auf dem heimliche Hahnenkämpfe ausgetragen wurden.

Bereits der zweite Einsatz in Los Vivitos

Es ist bereits der zweite Großeinsatz der Sicherheitskräfte in Los Vivitos, nach einer ersten Aktion im August 2025. In diesem Gebiet im Süden Teneriffas wurden Grundstücksparzellierungen festgestellt, die als illegal gelten und „ein Risiko sowohl für die Sicherheit der Menschen als auch für den Schutz der Umwelt“ darstellen könnten. Es handelt sich um eine weitläufige Zone, die illegal mit provisorischen Bauten besetzt ist, die auf ländlichem Boden errichtet wurden, wo Wohnbauten grundsätzlich verboten sind.

Besorgniserregender Bericht offenbart Ausmaß des Problems

Die Großrazzia erfolgt, nachdem die Gemeinde Arona Anfang Juli in Zusammenarbeit mit der Diözesan-Caritas von Teneriffa den Bericht „Menschen in extremer Wohnungslosigkeit in der Gemeinde Arona 2025“ vorgestellt hatte. Diese von der kirchlichen Organisation erstellte Bestandsaufnahme ist die erste ihrer Art und offenbart die Realität der Obdachlosen und die ungebremste Ausbreitung illegaler Siedlungen in der Gemeinde – einer der am stärksten von diesem Phänomen auf den Kanaren betroffenen.

„Wir sind überfordert“: Der Hilferuf der Gemeinden

Die Gemeinden Teneriffas, insbesondere im Süden der Insel, schlagen seit Jahren Alarm wegen der zunehmenden illegalen Siedlungen entlang der gesamten Küste und in den mittleren Höhenlagen. Namen wie Camino de la Virgen, Llano Blanco, Lomo Negro, Los Vivitos, Los Migueles, Montaña de Guaza oder La Mareta stehen für eine Entwicklung, die außer Kontrolle zu geraten droht. Die unaufhaltsame Ausbreitung dieser Wohnviertel, die sich immer weiter in die Natur- und Landwirtschaftsflächen fressen, hat die Bürgermeister zu einem verzweifelten Hilferuf veranlasst.

Aussagen wie „Wir sind überfordert“, „Die Grenzen sind überschritten“, „Wir können nicht mehr“ oder „Das muss jetzt endlich gestoppt werden“ sind unter den Verantwortlichen der am stärksten betroffenen Gemeinden alltäglich. Bürgermeister und Gemeinderäte der Regierungsgruppen von Arona, Adeje, Granadilla, San Miguel und Santiago del Teide fordern seit Monaten dringende Hilfe von der Inselverwaltung, der Regionalregierung und dem Staat an, um die Bauwildererei in den Griff zu bekommen. „Entweder wird jetzt gehandelt, oder es ist zu spät“, sind sie sich einig.

Die Dimension des Problems

Schätzungen zufolge bewohnen rund 4.000 Menschen unbebaute Grundstücke, Schluchten und Höhlen in Zelten, Wohnwagen und provisorischen Hütten. Die Siedlungen verteilen sich über einen breiten, 30 Kilometer langen Streifen an der Küste und in den mittleren Höhenlagen des Südens – von Los Abrigos bis La Caleta. Erste Ausbreitungstendenzen werden bereits in Guía de Isora und Vilaflor registriert.

Wer sind die Bewohner der illegalen Siedlungen?

Bürgermeister und Gemeinderäte stellen klar, dass es sich bei der Mehrheit der Bewohner um „Europäer“ handelt, die eine alternative Lebensweise suchen. Es gibt aber auch Einheimische, die sich dazu entschieden haben, Grundstücke in Gebieten zu besetzen, in denen dies nicht erlaubt ist.

Weitere Einsätze angekündigt

Die Gemeinde Arona hat sich nun zum Handeln entschlossen, da die Umweltbehörde der kanarischen Regierung (Agencia del Medio Natural) offenbar nicht in der Lage ist, das Problem zu lösen. Der erste große Einsatz am Dienstag in Los Vivitos wird in den kommenden Wochen auf weitere betroffene Gebiete ausgeweitet.

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