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Erdbeben bei Gran Canaria: Warum es die Inseln überraschte

Beben der Stärke 4,8 erschüttert den Norden

Das Erdbeben der Stärke 4,8, das am Freitag nördlich von Gran Canaria registriert wurde, lenkt den Blick erneut auf die seismische Aktivität der Kanarischen Inseln. Viele Anwohner, die den Erdstoß deutlich spürten, fragen sich: Warum ereignete sich das Beben ausgerechnet in einer Zone, die sonst nicht zu den aktivsten des Archipels zählt?

Ein „ungewöhnliches“ Ereignis mit klarer Erklärung

Itahiza Domínguez, Leiter des Geografischen Nationalinstituts (IGN) auf den Kanaren, erklärte in einem Interview mit dem kanarischen Rundfunk (RTVC), dass das Beben tektonischen Ursprungs sei. Obwohl die Lokalisierung „ungewöhnlich“ erscheine, sei es in der seismischen Geschichte der Inseln keineswegs als anomal zu betrachten. Das Erdbeben ereignete sich im Meer, etwa 30 Kilometer nördlich von Gran Canaria in rund 30 Kilometern Tiefe. Es war in zahlreichen Ortschaften auf Gran Canaria, Teneriffa und Fuerteventura deutlich zu spüren.

Warum lag das Epizentrum in einer ruhigen Zone?

Der entscheidende Punkt, so die Analyse des Experten, ist, dass der Erdstoß nicht in der Region stattfand, in der sich üblicherweise ein Großteil der seismischen Aktivität der Kanaren konzentriert, sondern in einem weniger aktiven Meeresabschnitt. Diese Tatsache erklärt die anfängliche Verwunderung, bedeutet aber nicht, dass das Phänomen unerklärlich wäre. Domínguez erinnerte daran, dass es auf den Kanaren bereits in der Vergangenheit zu moderaten Erdbeben in Gebieten kam, die als wenig aktiv galten. Mit einem besonders treffenden Satz fasste der Seismologe das Szenario zusammen: „Da ist etwas, das Energie aufstaut.“ Diese über lange Zeiträume hinweg angestaute Energie könne sich durch moderate Beben wie das vom Freitag punktuell entladen.

Die Theorie vom Zusammenstoß der Kontinentalplatten

Die Hypothese, die das IGN verfolgt, verweist auf regionale tektonische Dynamiken. Domínguez deutete an, dass der Ursprung mit der Wechselwirkung oder Kollision zwischen der ozeanischen Kruste, die mit den Inseln verbunden ist, und der afrikanischen Kontinentalkruste zusammenhängen könnte. Er warnte jedoch davor, dass der genaue physikalische Auslöser der Bewegung noch nicht bekannt sei.

Warum das Beben auf drei Inseln zu spüren war

Die Tatsache, dass das Erdbeben auf drei Inseln wahrgenommen wurde, erklärt sich durch seine Stärke, die Tiefe des Herdes und die Lage unter dem Meer. Seismische Bewegungen unter dem Ozean können sich weiträumig ausbreiten, auch wenn die Wahrnehmung an der Oberfläche je nach Entfernung zum Epizentrum, der Bodenbeschaffenheit, der Höhe der Gebäude und der persönlichen Situation zum Zeitpunkt des Bebens variiert.

Müssen wir mit weiteren Beben rechnen?

Nach einem Erdbeben dieser Art stellt sich oft die Frage nach möglichen Nachbeben. Domínguez war in seiner Antwort klar: Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es zu weiteren Erschütterungen kommt – sogar mit ähnlicher Stärke. Das bedeute nicht, dass sie zwingend eintreten, aber es liege im Bereich des Möglichen nach einem moderaten Seism.

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