Drohne am Gefängnis Tahíche: Kollision mit Wachturm
Ein neuerlicher Drohnenvorfall erschüttert das Gefängnis Tahíche auf Lanzarote. Die Gewerkschaft Acaip hat Alarm geschlagen und sieht sowohl die Sicherheit der Bediensteten und Insassen als auch die gesamte Anlage gefährdet. Zudem drohten Gefahren für den Flugverkehr, da das Gefängnis in unmittelbarer Nähe des Flughafens César Manrique liegt.
Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Sonntag, dem 5. Juli, gegen 13:00 Uhr. Nach Angaben der Gewerkschaft überflog eine Drohne das Gelände der Justizvollzugsanstalt. Während des Flugs prallte das Gerät gegen einen der Wachtürme und stürzte anschließend zu Boden. Acaip betont, dass solche Fluggeräte immer häufiger genutzt werden, um Drogen und andere verbotene Gegenstände in die Haftanstalt zu schmuggeln.
Schmuggel per Himmel: Drogen und Handys im Visier
Die Gewerkschaft berichtet, dass mit den Drohnen vor allem harte Drogen wie Kokain, Heroin und Haschisch eingeschleust werden. Auch Mobiltelefone, deren Beschlagnahmungen in den letzten Monaten deutlich zugenommen haben, werden auf diese Weise transportiert. Die Technologie erleichtere es Kriminellen, diese Gegenstände unbemerkt über die Mauern zu bringen.
Doppelte Gefahr: Flughafen in unmittelbarer Nachbarschaft
Ein besonderes Risiko ergibt sich aus der geografischen Lage des Gefängnisses Tahíche. Es befindet sich im Einflussbereich des Flughafens César Manrique-Lanzarote. Die spanische Gesetzgebung verbietet Drohnenflüge in der Nähe von Flughäfen grundsätzlich, um Kollisionen und Störungen des Flugverkehrs zu verhindern. Ein außer Kontrolle geratenes Fluggerät könnte nicht nur die Sicherheit der Haftanstalt gefährden, sondern auch startende oder landende Flugzeuge bedrohen.
Forderung nach technischer Abwehr
Angesichts der Häufung solcher Vorfälle fordert Acaip erneut die dringende Installation von Abwehrsystemen. Diese sogenannten Anti-Drohnen-Systeme sollen die Geräte frühzeitig erkennen, identifizieren und im Ernstfall neutralisieren können. Die Gewerkschaft sieht darin die einzig wirksame Antwort auf eine wachsende Bedrohung, die sich kontinuierlich weiterentwickelt. Die Verantwortlichen müssten nun schnell handeln und die Sicherheitsvorkehrungen an die technologischen Entwicklungen anpassen.

